Die tanzenden Meerjungfrauen.
Die tanzenden Meerjungfrauen. (Foto: Fotos: Jürgen Mann)
Jürgen Mann

Obwohl Langenenslingen nicht am Meeresstrand liegt, waren die Besucher des Langenenslinger Bürgerballs unter dem Motto „Eine Seefahrt, die ist lustig“ zu einer Reise über alle Weltmeere eingeladen und konnten dabei miterleben, wie die Akteure des Narrenvereins wieder einmal alle Register ihres närrischen Könnens zogen. Immer wiederkehrende Sticheleien gegen Langenenslingen „Ost“ zogen sich wie ein roter Faden durch das Programm, das mit Tänzen und Wortspielen serviert wurde.

Johannes Sauter eröffnete mit seinem Fanfarenzug den närrischen Reigen und sorgte mit neuen Stücken schon bald für beste Stimmung in der Festhalle. Nachdem die Lokalprominenz von Narrenpräsident Volker Diekmann mit „Narri Narro“ begrüßt worden war, wurde die Bühne frei für Ehrenpräsident Klaus Polm, der sich schon für das Kapitäns-Dinner extra fein hergerichtet hatte. Ohne seine Enkelin Resi war er allerdings recht hilflos und fing zunächst mit seinem vorjährigen Beitrag an. Als Resi dann aber da war, ging es Schlag auf Schlag mit den Polm’schen Pointen. So kam der nicht gerade schwäbisch anmutende Dialekt des Narrenvorstands zur Sprache, auch mit dem originellen Motto hatte Klaus Polm so seine Probleme, gebe es doch kaum Seemannslieder über Langenenslingen. Aus der Patsche half ihm da eine Intima aus dem Langenenslinger Gemeinderat, der seine nicht öffentlichen Sitzungen mit dem Robbentanz auflockere, was von Bürgermeister Andreas Schneider bejaht und von Resi unter tosendem Applaus vorgeführt werden konnte.

Die zwei anmutenden Schwäne Kerstin und Bettina, die mal singend und mal mit deftigen Sprüchen durch das Unterhaltungsprogramm auf der Aida LA führten, konnten nun den Tanz der Maskengruppe ansagen. Mit Walzerklängen beginnend legten die Hästräger des Vereins zur Filmmusik von „Fluch der Karibik“ eine flotte Sohle auf das Parkett, das begeisterte Publikum schrie nach einer Zugabe. Beim nächsten Programmpunkt wurden die Lachmuskeln des Publikums strapaziert, bei der von Benni Holstein moderierten Witze-Show konnte kein Auge trocken und kein wasser-befüllter Mund der sich gegenübersitzenden Publikumskandidaten leer bleiben. Zu erfahren war unter anderem, was ein homosexueller Wurm im Salat macht: Er wirft die Schnecken hinaus.

Volle Fahrt voraus nahm das Kreuzfahrtschiff nun in Richtung Ortsgeschehen, das sich im Hafen von Langenenslingen abspielte. Der singende Kapitän der Costa Cordalis stellte zunächst frei nach Klaus & Klaus fest: „An der Biberbachküste am Langenenslinger Strand sind die Biber im Wasser und selten an Land.“ Erwartet wurde die Einfahrt des neuen Luxus-Dampfers, der „Royal Queen Penny von Stukken“ und der Leuchtturmwächter hatte große Mühe, dieses Gefährt sicher in den Hafen zu bringen. Der Langwatte fehlte das Wasser und im Holzbach tummelten sich die Biber. Auch eine alte Schabracke fand den Weg in den Hafen, gemeinsam wurden nun die Geschehnisse im Dorf recherchiert. So kam das Jörgen-Bräu – „es schmeckt so wie wenn dir ein Engele auf die Zunge pinkelt“ – zur Sprache, der Integrationspreis des Jahres erhielt der Musikverein für das Asyl von ehemaligen Mitgliedern bei seinem Jahreskonzert. Erwähnt wurde die Langenenslinger Image-Kampagne mit dem riesigen „LA“ am Langenenslinger Berg sowie die Teststrecke für selbstfahrende Autos in der Holzgasse. Ebenso wurde der Wellnesspark für gestresste Biber am Holzbach begutachtet, die Bauhofmitarbeiter wissen eben, was Biberherzen höher schlagen lässt. Ihren grandiosen Abschluss fand die Parodie dann mit der nachgestellten Flugszene aus dem Film „Titanic“.

Am „Beach von LA“ warben eine Wilflinger Arrest-Hexe, ein Ittenhauser Knaschtbruder und ein Andelfinger Biber um die Gunst eines reizvollen Mädchens. Ihre Tanz-, Turn- und Stripeinlagen waren jedoch von wenig Erfolg gekrönt, die Holde war leider blind. Was ein Zeitungsausträger am frühen Morgen so alles in Erfahrung bringt und zuhause bei seiner lieben Ehefrau abliefern musste, war im nächsten Sketch zu hören, angesprochen wurde tanzende Dirigenten und der Mädchenüberschuss beim Musikverein. Schwanensee-tanzende Schwäne kündeten nun den letzten Höhepunkt des Programms an. Mit Schwarzlichteffekten begannen die Girls des Vereins als tanzende Meerjungfrauen eine mitreißende Choreografie zu heißen Rhythmen, die das Publikum zu wahren Beifallsstürmen hinriss. Zum Finale versammelten sich nochmals alle Akteure auf der Bühne, viel Beifall belohnte sie. Nach den Dankesreden und dem gemeinsam gesungenen Langenenslinger Narrenlied ging es mit Frank Boos und seiner Band dann hinein in eine rauschende Ballnacht.

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