Oberschwaben in Bayerntracht feiern Kölner Kultband

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Partystimmung mit Höhner
Langenenslingen (sz) - Beim Oktoberfest in Langenenslingen sorgen die Kölner Kultband und die Partyband Hautnah am Wochenende für gute Stimmung.
Redaktionsleitung

Gleich drei Landsleute sind am Wochenende beim Oktoberfest des SV Langenenslingen aufeinandergeprallt: Oberschwaben, die in bayerischer Manier in Dirndl und Lederhosen Oktoberfest gefeiert haben und auf die Kölner Kultband „Die Höhner“ getroffen sind. Doch die Symbiose funktionierte bestens. Partystimmung über alle Gruppengrenzen hinweg. Und auch am Freitag war bei „Hautnah“ eine Mega-Stimmung im Festzelt.

„Ma hat das Gefühl, dat ist en Heimspiel“, rief der Frontmann der Höhner bereits nach dem ersten Lied ins Publikum. Denn kaum waren die Kölner Musiker auf der Bühne, füllte sich bereits die Tanzfläche. So mancher gab sich auch als Köln-Fan zu erkennen oder hatte ein T-Shirt „Ich bin Kölner“ an. Doch auch die Jungs und Mädels, die Damen und Herren in feschen Dirndls und schicken Lederhosen feierten zur Karnevalsmusik der Kölner Kultband. Nur dass es kein Kölsch hier gebe, monierte Krautmacher zunächst – dann eben ein „Zwiefalter Kölsch“.

Textsicheres Publikum 

Was die Besucher erwarten dürfen? „Das volle Programm“, antwortete im Vorfeld Henning Krautmacher, der mit seinem besonderen Bart eine Marke für sich ist. Und die Ansage hielt die Band auch: Altbekannte Songs wie „Sansibar“, „Kölsche Pass“ oder „Ich bin ’ne Räuber“ konnten etliche der rund 1000 Besucher fehlerfrei mitsingen. Dazwischen wurden immer wieder Lieder der aktuellen Platte „Wir sind für die Liebe gemacht“ eingestreut. Bei „Wir halten die Zeit an“ bezog Krautmacher das Publikum auch ein: Während einer Passage des Lieds gefroren die tanzenden Besucher ein – um 20 Sekunden später weiterzuhüpfen.

Doch Die Höhner bieten mehr als nur Karnvalhits im Schlagermodus. Die Sextett auf der Bühne hatte auch ruhige Lieder im Repertoire, rockige Sachen, Songs mit arabischem oder spantischen Einschlag und auch irische Einflüsse waren deutlich zu hören. Und der Abschluss des Feier-Konzerts in Langenenslingen war – wie kaum anders zu erwarten – ihr größter Hit: „Viva Colonia“.

Meet&Greet mit den Kultsängern

So locker die Band sich auf der Bühne gab, so locker plauderten die Musiker mit ihrem Kölsch’en Slang auch beim „Meet & Greet“ mit einigen SZ-Lesern und weiteren Gästen. Andrea Gerster und Arthur Destler aus Mittelbiberach waren zwei der Glücklichen, die die Band treffen durften. Sie haben bei der SZ das „Meet & Greet“ gewonnen. „Das war schon eine neue, besondere Erfahrung“, sagte Andrea Gerster hernach. Und: „Die waren völlig normal.“ Auch ein Autogramm und ein Bild mit Henning Krautmacher haben sie ergattert.

Selbst ein paar Minuten vor dem Auftritt wirken die sechs Musiker nicht nervös. „Ein bisschen angespannt “, sagt der Ur-Kölner Hannes Schöner. Auch aus Respekt vor dem Publikum. Immerhin haben rund 1000 Leute Eintritt bezahlt, um die Band zu hören. Doch dann plaudern die Musiker locker weiter – dass sie mit dem Auto hergefahren sind, weil sie schnell wieder zurück müssen. Denn es stehen die nächsten Konzerte an: Dortmund, Konstanz, auf der Aida und dann steht auch noch ein Auftritt auf Kuba an. Und danzwischen Langenenslingen. Ob sie das überhaupt gefunden hätten? – „Es gibt doch Navi“.

Über den neuen Gitarristen Joost Vergoossen flachst Krautmacher etwa: „Auch der FC Bayern hat seinen Holländer. Wir nun auch.“ Dass der Neue in der Band noch Fan des PSV Eindhoven ist, tut der guten Zusammenarbeit keinen Abbruch. Der werde schon auch noch Köln-Fan, meint Krautmacher. Schließlich gelten Die Höhner als Hausband der Kicker der Domstadt.

Partystimmung schon am Freitag mit "Hautnah"

Nicht nur bei den Höhners, sondern auch schon am Tag zuvor war beste Stimmung im Zelt. Wenn auch ein anderes Publikum. Am Freitagabend ist Partyzeit mit der Band „Hautnah“. Bereits in den vergangenen Jahren hat die Band das Festzelt in ein Tollhaus verwandelt. Auch dieses Jahr war das Zelt voll. 1400 vornehmlich junges Publikum tanzte und sang mit. Bereits beim zweiten Lied standen die meisten der Besucher auf den Bänken, um zu feiern.

Eröffnet worden ist das Oktoberfest, das von der Fußball-Abteilung des SV Langenenslingen auf die Beine gestellt wird, am Freitagabend mit einem Fassanstich durch Bürgermeister Andreas Schneider. Der wurde zusammen mit weiteren Ehrengästen von Michael Mann begrüßt und auf die Bühne gebeten. Nach zwei Schlägen hieß es bereits: „O’zopft ist“. Ddas Bier konnte fließen, die Hendl bestellt werden. Weit über 100 Helfer waren an den Tagen im Einsatz, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Und Securitykräfte sorgten zudem für ein friedliches Fest.

Die gute Stimmung an den beiden Abenden gibt den Veranstaltern recht: Am Ende „sind wir alle eine Kölsche Familie“, meinte Krautmacher von der Bühne. So weit geht es dann doch nicht – aber zumindest eine oberschwäbisch-bayerisch-kölsche für diesen Abend.

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