Nach fast 20 Jahren Leerstand – Neuer Bewohner für Pfarrhaus?

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Das Andelfinger Pfarrhaus ist in einem schlechten Zustand. Nun soll die Seelsorgeeinheit Langenenslingen bis zum Herbst als Verstärkung des pastoralen Teams einen Diakon bekommen. Mit der neuen Stelle geht die Hoffnung einher, das Pfarrhaus in Andelfingen zu renovieren.
Schwäbische Zeitung
Stv. Redaktionsleitung

Für die Seelsorgeeinheit Langenenslingen ist eine 70-Prozent-Stelle für einen Diakon ausgeschrieben. Zwar läuft die Bewerberfrist noch bis 16. März, es hat sich bereits ein Bewerber gemeldet. Langeneslingens Pfarrer Klaus Sanke ist zuversichtlich, dass die Stelle bis zum Schuljahresbeginn im September besetzt ist. Das Andelfinger Pfarrhaus böte sich als Dienstwohnung für den Diakon an. Allerdings müsste es grundlegend saniert werden. Der Andelfinger Kirchengemeinderat stimmte einer Sanierung in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig zu.

Ein Diakon, der in der Seelsorgeeinheit Langenenslingen mitarbeitet, bringt dem Langenenslinger Pfarrer Klaus Sanke eine erhebliche Entlastung. Zu seinen Hauptaufgaben gehören hauptsächlich das Abhalten von Gottesdiensten, Beerdigungen und das Sakramentespenden bei Taufen oder Hochzeiten, erklärt Pfarrer Sanke. Außerdem liege der Schwerpunkt bei Diakonen in der karitativen Tätigkeit. Der Interessent, der sich für die Stelle beworben hat, arbeitet in der Diakonenausbildung in Heiligkreuztal. Gemeinsam mit ihm sei die Seelsorgeeinheit dann gut aufgestellt, so Sanke. Zum Langenenslinger Team gehören neben Pfarrer Sanke Pfarrpensionär Dr. Dietmar Rollny und Pastoralreferentin Alexandra Sekne für 2500 Katholiken in neun Teilorten.

Diakon soll sich um Ministrantenarbeit kümmern

Bei einer Klausurtagung im Frühjahr 2019 sollen die einzelnen Arbeitsfelder der verschiedenen pastoralen Dienste festgelegt werden. Bis dahin ist daran gedacht, dass bei Alexandra Sekne die Ministranten- und Frauenarbeit, die Begleitung der Leiter der Wortgottesdienstfeiern und die Familiengottesdienste verbleiben, während der Diakon die Ministrantenarbeit in Langenenslingen und Andelfingen, die Sakramentenpastoral, besonders die Firmung, die Erwachsenenbildung und Kirchenmusik sowie die Mission verantwortlich übernehmen soll. Die pastorale Gesamtverantwortung bleibt bei Pfarrer Sanke.

Mit der neuen Stelle in der Seelsorgeeinheit geht die Hoffnung einher, das Pfarrhaus in Andelfingen zu renovieren. Innerhalb der Seelsorgeeinheit ist es das einzige nicht bewohnte Pfarrhaus. Es bietet sich also als Dienstwohnung für den Diakon an. In dem dreistöckigen Haus wurden in den 1950er und -60er Jahren zuletzt renoviert. Seit 1999 ist es unbewohnt. Die Bausubstanz verfällt.

Katholiken brauchen Versammlungsort

Für die Renovierung der Wohnung für den Diakon ist das Staatliche Hochbauamt zuständig. Allerdings wäre es nicht sinnvoll, nur die Wohnung in der Mitte des Gebäudes zu renovieren, sagt Sanke. Eine Gemeinde wie Andelfingen mit 500 Katholiken brauche neben der Kirche einen Versammlungsort für katechetische Treffen, Sitzungen oder Besprechungen und andere kleinere Veranstaltungen, sagt Sanke. Dies müsste dann allerdings anderweitig finanziert werden.

Bisher dient für solche Veranstaltungen der alte Kindergarten, das Cyriakushaus in der Lange Straße. Würde dieses Haus verkauft, könnte ein Teil der Renovierungskosten, die vom Architekten auf 600.000 Euro geschätzt werden, gedeckt werden. Die Sanierung des Pfarrhauses wurde am Dienstagabend in der Sitzung des Andelfinger Kirchengemeinderats besprochen. „Der Kirchengemeinderat hat einstimmig für die Renovierung votiert“, sagte Karl Lutz, stellvertretender Vorsitzender. Nun müssten Gespräche mit dem Hochbauamt und der Diözese geführt werden. Auch wenn es alteingesessenen Andelfingern sicher nicht leicht falle, das Cyriakushaus, einst Heimat der barmherzigen Schwestern, zu verkaufen; im Sinne der Zukunftsorientierung würden sie diesem Schritt zustimmen, glauben Sanke und Lutz.

Gespräche mit Diözese und Hochbauamt geplant

Sanke hofft, dass sich in Gesprächen mit der Diözese und dem Hochbauamt eine Lösung finden lässt. Er denkt an eine Ablösung des Gebäudes, damit die gesamte Maßnahme dann in kirchlicher Hand verbliebt. Ansonsten fürchtet Sanke ein „Jahrhundertprojekt“. Der neue Diakon wird seine Stelle im September antreten. Bis dahin wird das Pfarrhaus sicher nicht saniert sein. Aber bis im Frühjahr 2019 kann sich Langenenslingens Pfarrer das durchaus vorstellen. „Wenn alles glatt läuft.“

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