Frenetischer Beifall für gelungenes Konzert

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Der Musikverein Friedingen konzertierte
Der Musikverein Friedingen konzertierte (Foto: Elmar Springer)
Elmar Springer

Einen neuen Weg schlug der Musikverein Friedingen bei seinem diesjährigen Jahreskonzert ein, denn er engagierte den Ertinger gemischten Chor „Dream & Harmonie“. Sowohl die Chorsänger als auch die Musikanten boten ein gefälliges Programm, das vom Publikum mit viel Beifall belohnt wurde.

Dieser eröffnete das Programm mit sechs Chorsätzen primär aus der Popularmusik. 19 Chorsängerinnen und -sänger boten in durchweg homogenem Chorklang eine gefühlvolle Interpretation des Bajazzo. Dass der Romantiker Heinrich Heine bereits zu jener Zeit solch kritischen Texte schrieb, wie im Lied „Ihr von morgen“ vorgetragen, verblüffte sehr. Dynamisch differenziert, gut in der Intonation und Aussprache auch der Abba-Song „Dancing Queen“. Rhythmische Exaktheit, ein strahlender Sopran und ein sicherer Alt machte das Stück zum Highlight. Die sichere Chorleitung von Claudia Brauner trug ebenfalls zum Erfolg des Oldies „Da doo ron ron“ bei, wobei auch der Evergreen Lollipop mit seinem swingenden Charakter und mit Drums und Piano begleitet, gut ankam. „Dream & Harmonie“ lebt seine Musik, tritt handlungsorientiert auf, wechselt zwischen Männer- und Frauensoli und besticht durch das Auswendigsingen, auch in Englisch, sowie durch die exakt ausgeführten Moves. Hubert von Goiserns „Weit, weit weg“, in dem die Männer besonders als Klangstütze fungierten, zeigte noch einmal die Bandbreite des Chores, auch das Können im österreichischen Dialekt zu singen, immer vom Piano mit Christine Kudusovic souverän begleitet.

Mit einem kleinen Medley, unter anderem mit „You rise me up“ verabschiedete sich der seit 20 Jahren bestehende Chor, der vom Publikum frenetisch gefeiert wurde. Man darf gespannt sein auf das Jubiläumskonzert im November in Ertingen.

Gut gelungene Symbiose

Die selten gehörte Kombination Blaskapelle und gemischter Chor zeigte in Cohens Halleluja, dass eine solche Symbiose sehr gut gelingen kann, wenn das Arrangement stimmt, die Bläser unterstützend in der Begleitung wirken und die Choristen mit gefühlvollem Können und Engagement dabei sind.

Der neue Dirigent das Blaskapelle, Daniel Weiß, der zum ersten Mal den Taktstock schwang, hatte sich ein anspruchsvolles und gefälliges Programm ausgesucht. Mit dem Konzertmarsch Sympatria, der den Heimatbegriff als primäre soziale Zugehörigkeit beschreibt, zeigte die Kapelle in den verschiedenen Teilen ihr Können, sei es in der dynamischen Gestaltung, den unterschiedlichen Rhythmen, vom Schlagzeug dezent unterstützt, dem exakten Zusammenspiel oder den abwechslungsreichen Klangfarben. Die nachfolgende Ouvertüre „Alpine Inspiration“ beschreibt die vielfältige Schönheit der Berge. Ein sehr schönes Stück der Programmmusik, in dem das tiefe Blech den fröhlichen Aufstieg symbolisiert. Der Wechsel von Dur und Moll macht das Geschehen so different, ebenso die dynamische Steigerung bis zum Gipfelkreuz und der anschließende Abstieg ins Tal. Lang ausgehaltene Töne, schnelle Läufe und ein großes Finale, aber nie aufdringlich.

Ein interessantes Arrangement verschiedener Stücke aus dem Musical König der Löwen zeigte die gesamte Bandbreite des Blasorchesters,wobei „Can’t you feel the love tonight“ am gefühlvollsten interpretiert wurde. Mit den Marimbaphonsolisten Tom Luca Gulde und Jonas Haag wurden nostalgische Erinnerungen an den Zirkus lebendig. Das perfekte Zusammenspiel der beiden wurde vom Orchester mit Begeisterung mitgetragen und im Tempo bis schier ans Äußerste gesteigert. Hierzu gesellte sich bei der Wiederholung das begeisterte Mitklatschen des Publikums.

Einen Gegensatz zum Bisherigen bot der Querschnitt durch Verdis Opernwelt. Ein hymnischer Einzug, cantable Teile, leicht und majestätisch dargeboten, Fanfaren sowie schmissige Marscheinlagen stellten keine Schwierigkeit für das Friedinger Blasorchester dar.

Ein gelungener Einstieg des neuen Dirigenten, der seine Truppe fest im Griff hat. Diese folgte wiederum aufmerksam und mit viel Freude den Bewegungen ihres Chefs. Mit Downtown aus dem Jahr 1964 verabschiedete sich der Musikverein, der gekonnt von Tanja Kleck moderiert wurde, und vom Publikum in der voll besetzten Halle mit begeistertem Applaus belohnt wurde.

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