Eine Horde Wikinger entert die Narrenbühne

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Das Männerballett begeisterte in Egelfingen.
Das Männerballett begeisterte in Egelfingen. (Foto: pr/HEPNER)
Schwäbische Zeitung

Kreativ, närrisch und mit viel Herzblut – am Samstagabend beim Bürgerball in Egelfingen jagte ein Programmpunkt den nächsten. So viele Akteure unter der Gesamtregie von Cornelia Metzger und Gerda Neuburger gab es schon lange nicht mehr. Nach der Verabschiedung einiger Egelfinger Fasnets-Originale in den vergangenen Jahren, sind die jüngeren Akteure weiter auf dem Vormarsch, was für den Fortbestand dieser Fasnets-Veranstaltung garantieren sollte.

Günther Graul – in Gestalt eines listigen Fuchses – begrüßte die Gäste aus Egelfingen, wie jedes Jahr die zahlreichen „Kohlraben“ aus Inneringen, und ganz besonders Bürgermeister Andreas Schneider aus Langenenslingen. In gereimter Form führte er so manche Anschuldigungen im Dorf auf. „Schaffig send se schau do hoba, da Manne Fritz muaß i do besonders loba. Wenn’s dem amol zlangweilig wird, wird halt der Holzschopf mit am Traktor zammagfiert“.

Den Auftakt eines unterhaltsamen Abends gestaltete der Egelfinger Narrennachwuchs mit dem Song „Hey yo Kaptain Jack“ in ihren geliebten Camoflagehosen. Darauf folgte der erste Sketch, den Nadine, Anna, Caro, Jonas und Manuel bestritten. „Urlaub auf der Toilette“ war noch sanft umschrieben mit was für Ereignissen sich die beiden Urlauber auseinandersetzen mussten.

Immer wieder eine „heiße Nummer“ ist ein Zwiegespräch eines Ehepaars abends im Bett. Magdalena und Moritz demonstrierten sehr anschaulich, was die Folge sein kann, wenn man einander nicht zuhört und jeder seine eigenen Interessen verfolgt.

In eine richtige Urlaubsidylle nach Griechenland entführten acht Sirtaki-Tänzerinnen die Besucher. Die eingängige langsam beginnende Musik entwickelte sich schnell zu einer akrobatischen Tanzvorführung, deren Schrittkombinationen immer flotter wurden.

In weiteren Sketchen „Oh je Altersteilzeit“ von Cordula und Martina gekonnt vorgetragen und „Endlich wieder frei“, von Michi und Christina, wurde das Eheleben in vielen Facetten dargestellt und so manch verständnisvolles Nicken im Publikum zeugte von Selbsterfahrungen. Viel Mühe hatten sich die verschiedenen Gruppen zur Kostümierung und Heikle Pröbstle mit der Gesichtsmaske gegeben.

Ein weiterer Höhepunkt stand an: Ein Horde Wikinger enterte das Narrenschiff in Egelfingen und erstürmten mit lautem Geschrei die Bühne. Mit Schwertern und Schilder bewaffnet, wurde ein kriegerischer Tanz aufgeführt. Gewohnt fetzig fegte die Egelfinger Teeniegarde über die Bühne. Er wurde in Eigenregie von Anna, Nadine, Caro, Ursel, Magda, Jenny, Christina und Lea toll einstudiert.

Mit dem Programmpunkt „Ratta-Gift en dr. Suppabrüah“ konnten die wenigsten im Voraus etwas anfangen: Eine Combo von sechs Bläsern der Trachtenkapelle wagte sich an den bekannten Song und sie spielten und sangen live aus Leibeskräften, Sie hatten emsig geprobt – mit Erfolg. Die Zuhörer klatschten im Rhythmus mit und forderten stürmisch eine Zugabe.

Den Reigen der Auftritte setzten die Musikerfrauen mit einer Parodie zu „Pippi-Langstrumpf fort. Die Showeinlage und das bunte Outfit waren herrlich anzusehen. Man spürte bei den Akteurinnen, dass es Freude machte. Auch der Bananen fressende Affe, Herr-Nilson (Andy Baier), durfte nicht fehlen. Tosender Applaus war der Dank, Regie Miriam Fritz.

In dem kurzen gespielten Witz „die Bockwurst“ mit teils etwas schlüpfrigen Pointen, waren Andi, Markus und Jenny zu sehen. Mit dem Showgesang „wieder mal zu haben“, zeigten „sechs alte Schrullen“ ganz in schwarz gekleidet, dass die Trauerzeit nach 20 Jahren Knast vorbei ist, nachdem sie ihre Männer entsorgt hatten und das Leben neu beginnt. In einer Mini-Playback-Show zeigten Brigitte, Antje, Bettina, Alexandra, Virginie und Anja an der Gitarre, erstaunliche Mimik und Gestik, die schon alleine zum Lachen einlud.

Ehepaar-Zwiegespräch

Was wäre der Egelfinger Bürgerball ohne den Paradeauftritt der Eheleute Petra und Uli Neuburger! In heiteren und teilweise stürmischen Dialogen setzte er seine Frau vor dem Gang zu einem wichtigen Fußballspiel mit Fußballweisheiten unter Druck, bei dem es um den Abstieg beim VfB ging. Sie brachte ihren Mann mit banalen Fragen dazu fast um den Verstand. Nur ein Schelm denkt da an wirkliche Vergleiche, sind beide doch Mitglieder im Fanclub des VfB Stuttgart in Egelfingen.

In in den Orient entführte das beliebte Männerballett. Toll eingekleidet mit Kostümen, die Antje Metzger selbst genäht hatte, sorgten sie bei orientalischer Musik für den letzten Auftritt. Die graziösen Bewegungen der Bauchtänzerinnen riefen Beifallsstürme hervor.

Nach kurzen Dankesworten durch Vorstand Matthias Metzger an alle Beteiligten des dreistündigem Non-Stopp-Programms wurde die Tanzfläche nach den Klängen von DC M&R freigeben

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