Ein kleines Paradies in Wilflingen

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Auf Besichtigungstour der landschaftspflegerischen Anlagen in Wilflingen: Leitender Ingenieur Sigurd Quast (von links), stellve
Auf Besichtigungstour der landschaftspflegerischen Anlagen in Wilflingen: Leitender Ingenieur Sigurd Quast (von links), stellvertretender Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Karl Späth, Landespflegerin Anni Humm-Asfara, Bürgermeister Andreas Schneider, Max Kneißle vom Flurneuordnungsamt und Josef Schaut, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft. (Foto: Marion Buck)
Stv. Redaktionsleitung

Vor fast 20 Jahren ist das Verfahren der Flurbereinigung in Wilflingen angeordnet worden. Auf 506 Hektar wurden zwischenzeitlich Wirtschaftsflächen zusammengelegt und 15 Kilometer neue Wege angelegt. Die Eingriffe in die Natur wurden mit Landschaftspflegeflächen ausgeglichen. Diese gingen nun in das Eigentum der Gemeinde Langenenslingen über.

Mit der Übergabe an die Gemeinde Langenenslingen übernimmt diese die Verantwortung für die Pflege der ökologisch wichtigen Flächen, die bisher bei der Teilnehmergemeinschaft lag. Die Pflege selbst liegt bei den Landwirten, die die flächen gepachtet haben. Damit findet die Flurbereinigung, die 1999 mit der Anordnung des Verfahrens begann, ihren Abschluss. In den Jahren 2009 und 2010 wurden 15 Kilometer neue Asphalt- und Schotterwege ausgebaut, 2012 wurden die Ausgleichsflächen eingesät. „Wo in die Natur eingegriffen wird, muss Ausgleich geschaffen werden“, sagte der Leitende Ingenieur Sigurd Quast. 12,5 Hektar an Ausgleichsfläche wurde geschaffen, davon entfallen auf Buntbrachen 4,2 Hektar, auf extensives Grünland und Gewässerrandstreifen 8,07 Hektar.

Landespflegerin Anni Humm-Asfara stellte die unterschiedlichen Arten der Ausgleichsflächen vor. Die sogenannten Buntbrachen schaffen Struktur und bieten eine hohe Vielzahl an Blüten. Insekten und Schmetterlingen dienen sie zum Überwintern. Die Flächen werden nicht gedüngt, sie bieten der selten gewordenen Feldlerche neuen Lebensraum. Bei einer Erhebung im Jahr 2014 konnte gegenüber 2005 bereits eine ökologische Verbesserung festgestellt werden. Die Feldlerche hatte sich vermehrt, so Humm-Asfara.

Bei den extensiven Grünlandflächen sind dagegen Schnitt und Düngung mit Festmist erlaubt. Die Landwirte müssten allerdings den Schnittzeitpunkt im Juni einhalten. Man bewirtschaftet die Flächen im Prinzip wie vor 30 Jahren, es wird ein bis zweimal gemäht. Dadurch erhöht sich die Artenvielfalt der Blüten. Am Dienstagmorgen zeigen sich Mohn, Witwenblumen und Margeriten auf den Flächen. Auch Kräuter, Klee, Schafgarbe und Salbei wachsen dort und geben Vögeln, Insekten und Schmetterlingen Nahrung. „Das ist ein kleines Paradies in Wilflingen“, sagt Karl Späth, stellvertretender Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft.

Bei der Besichtigungsfahrt zeigten sich weitere Maßnahmen. Durch freiwillige Maßnahmen konnte die Gemeinde Punkte auf ihrem Ökopunktekonto sammeln.

Maßnahmen der Teilnehmergemeinschaft (8,07 Hektar): Anlage eines Obstlehrgartens (26 Ar), Lindenpflanzung an der Ernst-Jünger-Allee (3 Ar), Ausweisung von extensivem Grünland /3,71 Hektar), Anlage von Buntbrachen (3,24 Hektar), Umgestaltung des Holzbach-Quellbiotops (17 Ar), Anlage von Krautsaumflächen (58 Ar), Ersatzbepflanzung der Birkenallee am Fußweg nach Enhofen (8 Ar)

Freiwillige Maßnahmen der Gemeinde (9,65 Hektar): Ausweisung von extensivem Grünland (8,47 Hektar), Anlage von Buntbrachen (99 Ar), bestehendes Gehölz am Holzbach (19 Ar)

Umsetzung Gewässerentwicklungsplan der Gemeinde: Ausweisung von Gewässerrandstreifen am Holzbach, am Jetzenbächle und am Lohgraben (4,49 Hektar)

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