Mit großformatigen Bildern wurden 20 Jahre Schneckenschule im Wald gefeiert. Am Wettbewerb nahmen acht Grundschulklassen teil.
Mit großformatigen Bildern wurden 20 Jahre Schneckenschule im Wald gefeiert. Am Wettbewerb nahmen acht Grundschulklassen teil. Mit den Kindern feierten (von links) Felix Reining, Annette Kolb, Werner Gebele und Georg Jehle. (Foto: Laetitia Barnick)
Laetitia Barnick

„Ein Tag im Wald ... mit den Förstern“ lautete das Motto des Malwettbewerbs, den die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und ForstBW in Gemeinschaft mit dem Kreisforstamt ausgelobt hatten. Acht Grundschulklassen hatten sich am Wettbewerb beteiligt und alle hatten gewonnen, denn – so Werner Gebele, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Kreisverband Biberach (SDWBC) und Alt-Bürgermeister von Langenenslingen: „Es gibt keinen 1. Preis, da einfach alle Bilder gut sind!“

Dementsprechend stolz präsentierten die Kinder ihre in leuchtenden Farben erstellten großformatigen Bilder, die dekorativ vor dem „Schneckenhaus“ in der idyllischen Waldlichtung aufgehängt worden waren. Wie Annette Kolb, Kunst- und Klassenlehrerin der Klasse 3b aus Langenenslingen erläuterte, hatten die Kinder mit ganz unterschiedlichen Materialien gearbeitet. So wurden beispielsweise Herbstblätter in Abreibtechnik mit Acryl- und Wasserfarben gestaltet, zu deren Vorlagen man zuvor Blätter auf dem Schulhof gesammelt hatte. Und auch Felix Reining, Geschäftsführer der ForstBW Stuttgart betonte: „Heute sind hier lauter wichtige Leute, denn die Kinder sind wichtig. Ihr habt tolle Bilder gemalt!“ Das Ziel der Aktion sei, so Reining, die Kinder Wald und Natur erfahren zu lassen, denn der Wald begeistere die Kinder.

„Hundert Schulklassen haben in diesen 20 Jahren die Waldschule Schneckenhaus besucht“, erläuterte Georg Jehle, Leiter des Kreisforstamts Biberach, das sind immerhin 40 000 Kinder und darauf können wir stolz sein!“

„Ein Tag im Wald ... mit den Förstern“ – das sind in diesem Fall die Försterinnen Barbara Kneer und die ausgebildete Erzieherin Anna Katrin Fritz – beide Diplom-Forst-Ingenieurinnen FH und in der Waldpädagogik geschult – die mit den Kindern im Wald unterwegs waren. Für die Preise, die die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald gestiftet hatte, hatte man sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. So erhielt jedes Kind ein Natur-Bestimmungsbuch, um bei Unternehmungen im Wald Pflanzen und Tiere richtig zuordnen zu können. Als Klassenpreis gab es jeweils ein Ei von einem Schmetterling oder von einem Marienkäfer, was sich die Kinder selbst aussuchen durften. Dieses Ei soll dann im Klassenzimmer wohlbehütet in einem Glas mit Erde zur Puppe heranreifen, bis dann im Frühling der spannende Moment herannaht, in dem die Puppe aufbricht, sich aus der Umhüllung löst und entweder ein Schmetterling oder ein Marienkäfer „geboren“ wird. Lebensnahe Natur lautet also das Thema, an das man die Kinder heranführen will, wobei Försterin Barbara Kneer betont: „Dieses echte Erleben, mit den Kindern auch mal abseits der Wege zu gehen und den Wald nicht nur in der Theorie am Bildschirm zu erleben, das ist unser Anliegen!“

Drei Waldschulen dieser Art gebe es im Landkreis, erläutert Georg Jehle, wobei sich noch eine Institution in Ochsenhausen und eine in Biberach befinde und alle in der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald kooperieren. Positiv sei, so der Leiter des Kreisforstamts Biberach, dass das Thema nun auf politischer Ebene angekommen sei, mit dem Ziel, immer mehr Kinder zu erreichen: „Im günstigsten Fall gehört der Waldausflug zum Lehrplan!“ Aber nicht nur Kinder dürfen das malerische Holzhaus in der idyllischen Lichtung im Heiligkreuztaler Wald besuchen, sondern auch andere Gruppen – beispielsweise Seniorengruppen – die sich für die Natur begeistern. Dass diese Begeisterung bei den Kindern vorhanden ist, ist an diesem Novembernachmittag deutlich spürbar. So kann man nach der Erklärung der Hauptpreise durch Georg Jehle unter den Kindern ein aufgeregtes Tuscheln vernehmen: „Welches Ei sollen wir nehmen, den Marienkäfer oder den Schmetterling?“

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