Badisches Flair auf der Schwäbischen Alb

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Schwäbische Zeitung

Die Trachtenkapelle Egelfingen-Emerfeld hatte in den Obst-und Biergarten nach Egelfingen eingeladen. Bei herrlichem Sommerwetter am Sonntagmorgen strömten die Besucher in großer Zahl auf die Schwäbische Alb, um sich in der typischen Gartenwirtschaft unter schattenspendenden Bäumen und Sonnenschirmen die kulinarischen Angebote aus der heimischen Küche munden zu lassen.

So auch die befreundete Musikkapelle aus dem badischen Fautenbach bei Achern, die zum Frühschoppen und Mittagstisch aufspielte. Bereits bei den ersten Stücken erkannten die Besucher die Qualität dieser Kapelle, die über vier Stunden beste Blasmusik präsentierte. Dass sie stolz auf ihre Wurzeln sind, zeigte sich, als das „Badner Lied“ mit Gesang unterlegt, intoniert wurde und sie badisches Flair auf die Alb brachten. Auch optisch war die Herkunft zu erkennen, ganz selbstbewusst wurde die „badische Fahne“ am Bühnengeländer befestigt. Ihr rühriger Vorsitzender stellte seine 2500 Einwohner-Gemeinde vor. „Wir liegen an der Linie von St. Petersburg nach Paris, direkt an der französischen Grenze“, erklärte er.

Viele Gäste kommen aus dem weiten Umland nach Egelfingen, manche bereits seit über 30 Jahren. Marianne Sammet aus Jungnau las in der Schwäbischen Zeitung vom Auftritt der Fautenbacher. Für sie stand fest, dass sie mit ihrem Mann Oliver nach Egelfingen musste, denn sie stammt aus Fautenbach und ist seit 17 Jahren in Jungnau verheiratet. Mit dem Rad war es für sie kein Problem nach Egelfingen zu kommen. Auf der Bühne gab es ein großes Hallo, als sie unter den Musikern ihre ehemalige Nachbarin und frühere Bekannte begrüßen konnte. Auch Vroni und Alfred Haas aus Laucherthal lobten die selbstgebackenen Kuchen, wegen denen sie mit dem Rad hoch gestrampelt sind. Als dann gegen Abend Frank Metzger mit den Jungen Böhmischen den musikalischen Part übernahm, war der Garten voll besetzt. Seine Blasmusik ist seit Jahren Garant für großen Besucherandrang.

Der organisatorische Aufwand zur Ausrichtung eines solchen Festes für die kleine Albgemeinde mit ihren 140 Einwohnern ist enorm. „Aber gemeinsam und mit vielen freiwilligen Helfern aus dem Ort und Bekanntenkreis stemmen wir es jedes Jahr wieder“, sagte Maik Schweizer vom Vorstandsteam. Auch die Kleinsten helfen mit und übernehmen eifrig den Leerguttransport auf dem alten „Molkewägele“. Zwar angekündigt, aber doch schneller als erwartet, zogen gegen Abend dunkle Wolken auf und ein erster Platzregen ging hernieder. Bei späteren Windböen und Regen verzogen sich die Besucher in das nahe Zelt und in die Festhalle. Die Musiker mussten ihr Spiel bei diesen Wetterkapriolen abbrechen, was viele bedauerten.

Dass die Egelfinger spontan sind, zeigte sich dann, als Vorstand Claus Fritz ankündigte: „Kommt morgen alle wieder, wir stellen am Montag ein zweites Zelt im Garten auf, das schaffen wir schon.“ Erst am Freitag in München bestellt, traf es dann mit Verspätung am Mittag ein. Mit vereinten Kräften wurde es aufgestellt, so dass das Fest ohne Probleme weitergeführt werden konnte. Trotz des schlechten Wetters kamen viele treuen Gäste nach Egelfingen und feierten zuerst mit der Trachtenkapelle und dann bis spät in die Nacht mit den Köhler-Musikanten aus Kohlstetten.

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