Museumsdorf zeigt regionale Braukunst

Lesedauer: 5 Min
Der Biertag erinnert daran, dass früher viele Menschen ihr eigenes Bier brauten.
Der Biertag erinnert daran, dass früher viele Menschen ihr eigenes Bier brauten. (Foto: Museumsdorf Kürnbach)
Schwäbische Zeitung

Ein gutes Stück Heimat im Glas: Am Sonntag, 12. August, können die Besucher beim Oberschwäbischen Biertag im Museumsdorf Kürnbach von 10 bis 18 Uhr die Vielfalt regionalen Bieres entdecken und probieren. Im Fokus stehen dunkle Biere und historisches Bauernbier zum Probieren. Ein Rahmenprogramm bietet Spannendes für die ganze Familie.

Ob filtriert oder naturtrüb, ober- oder untergärig, Pils oder Bock: Oberschwaben bietet eine große Vielfalt an Bierspezialitäten. Beim Oberschwäbischen Biertag präsentieren die vier noch bestehenden Traditionsbrauereien im Landkreis Biberach ihr flüssiges Gold – das Bräuhaus Ummendorf, die Brauerei Blank aus Zwiefaltendorf, die Kronen-Brauerei Laupheim und die Schussenrieder Brauerei. Hinzu stößt auch dieses Jahr wieder die Hausbrauerei des Café Weichhardt aus Biberach und die Schlossbrauerei Aulendorf. Probieren gehört selbstverständlich dazu: Im Eintrittspreis sind Kostproben von Brauereispezialitäten – oder Nichtalkoholischem – inbegriffen. Fassanstich ist um 11 Uhr. Ein besonderes Augenmerk gilt dieses Jahr den dunklen Bieren.

Vor gut 150 Jahren gab es im Gebiet des heutigen Landkreises Biberach mehr als 180 Brauereien, dazu brauten Hunderte daheim ihr eigenes Bier für den Hausgebrauch. Seitdem hat sich nicht nur die Brauereienlandschaft verändert, vielmehr wurde der ganze Brauprozess durch technische Neuerungen revolutioniert: Ohne Kühlungstechnik hätten Pils und Helles ihren Siegeszug nicht antreten können. Auf die Historie des Gerstensafts wird der Präsident des „Vereins zur Förderung der oberschwäbischen Bierkultur“ Hans-Georg Rimmele in zwei Vorträgen (13 und 15 Uhr) mit integrierten Bierverkostungen eingehen. Ebenso informieren Ausstellungseinheiten über die regionale Biergeschichte sowie das Zusammenspiel von Hopfen und Malz.

Musikkapellen in Kürnbach

Ein schattiger Biergarten zwischen den strohgedeckten Bauernhäusern bietet den passenden Rahmen für einen gemütlichen Sonntag. Kulinarisch sorgen der Festbetrieb Rauscher, die Vesperstube samt Biergarten und die Rißtaler Trachtengruppe mit im Bierteig ausgebackenen Spezialitäten für eine ausreichende Grundlage, für zünftige Musik sorgen die Blasmusikkapellen der Musikvereine aus Mühlhausen und Pflummern. Für Regenwetter steht ein Festzelt zur Verfügung.

Wie man Bier selbst herstellt

Die Besucher können mit den Braumeistern fachsimpeln oder sich vom begeisterten Hobby-Brauer Frank Bittner erklären lassen, wie man sein eigenes Bier zu Hause im Keller herstellt – Probieren seiner eigenen Bierkreation inklusive. Bittner braut zudem im Vorfeld zwei Varianten eines historischen Bauernbiers nach einem alten Rezept aus dem Illertal und lädt zum Kosten ein. Einen weiteren Hingucker bildet der Emminger Jürgen Heiß mit seiner mobilen Brauerei, der an diesem Tag auf offenem Feuer im Kessel Bier wie anno dazumal herstellt. Zudem erhellen unterschiedliche Informationseinheiten die Kulturgeschichte von Hopfen, Malz und Gerstensaft.

In den jahrhundertealten Häusern werden darüber hinaus historische Handwerke wieder zum Leben erweckt, dazu sind das historische Backhäusle mit Museumsbäck Reiner Schowald und die Brennerei aus dem 19. Jahrhundert wieder in Betrieb. An diesem Tag dreht auch die Mini-Dampfbahn des Schwäbischen Eisenbahnvereins ihre Runden. Planwagenfahrten und Spiel- und Bastelstationen für die Kleinen runden das Angebot ab.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen