Träumen von einer besseren Welt

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 Mary Poppins, dargestellt von Julia Zwiesler (links), setzt bei der Erziehung ihrer Pflegekinder Jane und Mia ( Hanna Schoch un
Mary Poppins, dargestellt von Julia Zwiesler (links), setzt bei der Erziehung ihrer Pflegekinder Jane und Mia ( Hanna Schoch und Annika Kusterer ) auch mal einen Teelöffel Zucker ein.
Hermann Hummel

Auch beim diesjährigen Herbstkonzert hat der gemischte Chor des Sängerbunds Unteropfingen den begeisterten Zuhörern in der an beiden Abenden übervollen Kirchdorfer Festhalle die gewohnt bunte Mischung aus Klassik, Rock, Pop und Musical geboten.

Für den ersten Programmteil hatte Dirigentin Karin Schoch das Motto „Eroberung des Himmels“ gewählt. Zunächst brachte sie mit ihren Sängern das von Matthias Claudius verfasste innige Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ zu Gehör, anschließend Felix Mendelssohn Bartholdys „Hebe deine Augen auf“. Schwungvoll kam danach Tobias Kürzels „Mann im Mond“ daher, wobei die Solisten Christoph Göppel und Dirk Lunkewitz dem einsamen Wächter am Himmel bescheinigten, dass er manchmal für seinen treuen Dienst auch belohnt werde. Bei „Fly Me to The Moon“, an den 50. Jahrestag der ersten Mondlandung erinnernd, stand dann erneut der Erdtrabant im Blickpunkt menschlicher Träume, ebenso wie bei „Er lebt in dir“ aus dem Musical „König der Löwen“ und in „A Million Dreams“ von Benj Pasek.

Sonderapplaus erntete Kathrin Binder als Ansagerin der drei abschließenden Titel „Don’t Stop Me Now“, „Larger Than Life“ und „This Is Me“; allesamt optimistische Lebensbejahung zum Ausdruck bringend. Geschickt und überaus humorvoll verknüpfte sie ihre Erklärungen zu den Chorsätzen mit der Vorstellung der einzelnen Stimmlagen, und den gewohnt souverän agierenden Instrumentalisten Thomas und Stefan Hörmann (Klavier), Thomas Abler (Bass), Lars Riedel (Schlagzeug) und Julia Bachmor (Flöte). Gleichzeitig nutzte sie auch die Gelegenheit, einmal explizit auf den Alt, die oft unterschätzte Singstimme hinzuweisen und beim Publikum einen Sonderapplaus für dessen Solopart zu erbitten, ein Wunsch, der dann auch prompt erfüllt wurde.

Bunte Gewänder und viel Fantasie

Nach der Pause erwartete die Besucher der seit vielen Jahren gewohnte Augen- und Ohrenschmaus, diesmal mit Auszügen aus dem Musical „Mary Poppins“. Mit bunten Gewändern prächtig ausstaffiert, erzählten die Sängerinnen, Sänger und Instrumentalisten die Geschichte vom Kindermädchen Mary Poppins (Julia Zwiesler), der die Erziehung der Kinder Jane und Mia der Familie Banks (Annika Kusterer, Hanna Schoch) übertragen wurde, weil die Mutter (Tanja Gnann) als Frauenrechtlerin viel unterwegs und der Vater (Martin Bock) ständig in seiner Londoner Bank beschäftigt war.

Mit einem kindgerechten Erziehungsstil und viel Einfühlungsvermögen gelang es ihr, die Herzen der Kinder zu gewinnen und sie in eine bunte Welt voll Fantasie und Spaß zu entführen. Dazu gehörte auch der abenteuerlustige Schornsteinfeger Bert, zu dessen Unterstützung auch ein Sextett von der Tanzgruppe „Chatterboxes Illertal“ mit von der Partie war. So gelang es Mary Poppins, ihre strenge Vorgängerin, dargestellt von Kathrin Binder, überflüssig zu machen, gleichzeitig aber auch den Eltern die Augen für die wahren Werte im Leben zu öffnen, sodass der Chor zusammen mit Solistin Ulrike Kreck am Ende feststellen konnte: „Alles, was wir wollen, kann passieren.“

Eine Feststellung, die auch auf die Dirigentin Karin Schoch und ihr Ensemble zutrifft. Das begeisterte Publikum sah das wohl genauso und belohnte die famose Leistung mit lang anhaltendem Applaus.

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