Streichelzoo wird kein Wohngebiet

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 Auf dem Gelände des ehemaligen Streichelzoos in Sinningen wird es keine Wohnbebauung geben.
Auf dem Gelände des ehemaligen Streichelzoos in Sinningen wird es keine Wohnbebauung geben. (Foto: dpa)

Der Streichelzoo in Sinningen ist seit Herbst 2015 geschlossen. Bei der Kirchberger Gemeindeverwaltung sind nun Anträge zweier Grundstückseigentümer eingegangenen, die dort 24 Bauplätze für Einzelwohnhäuser ausweisen wollen. Der Sinninger Ortschaftsrat und der Kirchberger Gemeinderat lehnten dieses Ansinnen am Dienstagabend jeweils einstimmig ab. Tenor: Der Fokus in Sinningen soll weiter auf die innerörtliche Entwicklung gelegt werden.

Bürgermeister Jochen Stuber rekapitulierte kurz, was auf dem Gelände des einstigen Streichelzoos („Zwergenfarm“) in den vergangenen Jahren passiert ist. Seit März 2015 gebe es den aktuell gültigen Bebauungsplan „Streichelzoo“. Der öffentliche Betrieb wurde dann im Herbst 2015 eingestellt. Im Jahr darauf wurden Flurstücke innerhalb des Bebaungsplans verkauft, im Herbst 2016 stimmte der Gemeinderat der Nutzungsänderung des vorhandenen Gebäudes zur Lagerhaltung und Kommissionierung zu. Zuletzt habe es immer wieder „diverse Umnutzungsanfragen“ gegeben, sagte Stuber, die aber allesamt abgelehnt worden seien. Ortschafts- und Gemeinderat würden vielmehr eine dauerhafte Lösung anstreben, insbesondere in Richtung der ursprünglichen landwirtschaftlichen Nutzung.

Die Entwicklung von Wohnbauland an dieser Stelle schloss Jochen Stuber praktisch aus. „Aus Sicht der Verwaltung gibt es keine Veranlassung, vom jetzigen Konzept abzuweichen, und das sieht Innenentwicklung vor“, so der Bürgermeister und verwies auf das geplante Baugebiet Reute II. Kritisch seien im Bereich des ehemaligen Streichelzoos unter anderem auch die Punkte Immissionen von Landwirtschaft, Gewerbe und Landstraße sowie Altlasten und das Gewässer im südlichen Bereich. Stuber stellte ergänzend klar, dass die Antragssteller rechtlich auch keinen Anspruch auf eine Änderung des Bebauungsplans hätten.

Sinningens Ortsvorsteher Fritz Wohlhüter erinnerte daran, dass man sich im Zuge des Gemeindeentwicklungskonzepts intensiv Gedanken über die langfristige Dorfentwicklung gemacht habe. Eine Wohnbauentwicklung sei demzufolge im westlichen Bereich vorgesehen. Das Ex-Streichelzoo-Gebiet sei hingegen auch noch nie in der Bauleitplanung berücksichtigt worden. „Das Hauptaugenmerk sollte für Sinningen nach wie vor auf der innerörtlichen Entwicklung liegen“, so Wohlhüter. Bis zu 20 Grundstücke könnten zeitnah bebaut werden, dieses Potenzial müsse zwingend genutzt werden. Gemeinderat Matthias Bökeler räumte zwar ein, dass es nicht schlecht wäre, wenn es auf dem Grundstück eine Veränderung gäbe. Die Entwicklung von Wohnflächen sollte aber in den Händen der Gemeinde bleiben.

Sowohl Ortschaftsrat als auch Gemeinderat folgten sodann einstimmig dem Beschlussvorschlag der Verwaltung: Es gibt keine Umnutzung des ehemaligen Streichelzoos zum Wohngebiet.

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