Männerwallfahrt mit jahrhundertelanger Tradition

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 Die Kirchberger Wallfahrer machten sich auf den Weg ins rund 30 Kilometer entfernte Maria Steinbach.
Die Kirchberger Wallfahrer machten sich auf den Weg ins rund 30 Kilometer entfernte Maria Steinbach. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Pünktlich um 7 Uhr hat Pfarrer Benedykt Roj die Kirchberger Wallfahrer am Ortsausgang Richtung Erolzheim mit Gebeten und dem Wallfahrtssegen verabschiedet. Die Männerwallfahrt, die jedes Jahr am Samstag nach Allerheiligen/Allerseelen in das rund 30 Kilometer entfernte Maria Steinbach zur schmerzhaften Mutter Gottes führt, hat in Kirchberg eine uralte Tradition. Schon um 1730 wurden die ersten Wallfahrten, nach überstandener Pest, registriert.

Petrus bescherte den mehr als 40 Fußwallfahrern einen schönen Herbsttag. Auf dem Weg über Erolzheim, Berkheim und Tannheim nach Aitrach schlossen sich Pfarrer Walkler Caxilé und einige Pilger aus den Gemeinden der Seelsorgeeinheit Illertal dem Wallfahrtszug aus Kirchberg an. Mit Gebeten und Gesängen entlang des Wegs war der anstrengende Marsch doch ziemlich kurzweilig und jeder konnte seine Anliegen und Bitten vor Gott bringen.

Nach einer kurzen Rast bei Lachers in Illerbachen und der Mittagspause im Löwen in Aitrach ging die Gruppe gestärkt auf dem Pilgerweg bei Ferthofen entlang der Iller und dem anschließenden Stausee über Kardorf bis nach Illerbeuren. Ein letzter steiler Anstieg an der Illerschleife hinauf nach Maria Steinbach verlangte nochmals alles ab, und alle waren erleichtert, als die Wallfahrtskirche in Sicht kam und die Wallfahrer anschließend feierlich einzogen. Bald trafen auch die Wallfahrer aus Baltringen ein. Inzwischen war auch der Pilgerbus aus Kirchberg da.

Auf alle wartete der Höhepunkt der Wallfahrt, der Festgottesdienst. Zelebriert wurde die Messe von Pfarrer Caxilé von der Seelsorgeeinheit Illertal, Dekan Otto Mack aus Baltringen und Pater Johnson aus Mietingen. Eine große Zahl von Ministranten aus Kirchberg und Baltringen hatte Freude bei ihrem Dienst am Altar.

Herrliche Klänge erlebten die Gottesdienstbesucher von der hoch über den Gläubigen thronenden Chorempore. Der Kirchberger Kirchenchor unter der Dirigentschaft von Chorleiter und Organist Daniel Gräser sorgte für eine wunderbare Stimmung,

Nach dem Wallfahrtssegen und dem gemeinsamen Auszug aus der Kirche waren sich alle einig: Von so einem Erlebnis kann man lange zehren. Anschließend erging an alle die Einladung zu einem gemeinsamen Abendessen im Pfarrsaal und einem Plausch beim gemütlichen Beisammensein.

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