Laupheimer Soldat stirbt bei Absturz eines Ultraleichtflugzeugs

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Laupheimer Soldat stirbt bei Absturz eines Ultraleichtflugzeugs
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Redaktionsleiter
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Schwäbische Zeitung

Ein Toter, ein lebensgefährlich Verletzter - das ist die Bilanz des Absturzes eines Ultraleichtflugzeugs am Samstag bei Sinningen. Kurz nach 12 Uhr war die Maschine mit den beiden Männern im Alter von 23 und 27 Jahren aus bislang ungeklärter Ursache vor den Augen vieler Badegäste in den dortigen See gestürzt.

Während der 23-jährige Pilot das Unglück mit schweren Verletzungen überlebte, starb sein 27-jähriger Begleiter am Samstagabend im Ulmer Bundeswehrkrankenhaus. Bei den Männern handelt es sich Soldaten des Laupheimer Heeresfliegerregiments, die beide in Ochsenhausen wohnhaft waren. Dies bestätigte am Samstagabend Kommandeur Hans-Christoph Specht gegenüber der Schwäbischen Zeitung.

Das Flugzeug mit den beiden Männern war kurz vor 12 Uhr vom Flugplatz in Tannheim gestartet. Flugziel sollte Landshut sein. Bereits nach wenigen Flugkilometern stürzte die Maschine um kurz nach 12 Uhr in den Badesee bei Sinningen. Zufällig anwesende Taucher, die unter den Badegästen waren, retteten die Insassen, die zu diesem Zeitpunkt beide noch am Leben waren. Nach der Erstversorgung durch die Rettungskräftewurden sie mit zwei Rettungshubschraubern in Ulmer Kliniken gebracht. Die Badegäste am und im See kamen mit dem Schrecken davon.

Der 23-jährige Pilot, der aus Landshut stammt, war erst seit kurzer Zeit als Leutnant und Hubschrauberpilot beim Laupheimer Regiment. Sein mittlerweile verstorbener 27-jähriger Kamerad stammt aus der Nähe von Günzburg, war bereits seit längerem als Hauptfeldwebel beim Laupheimer Regiment und dort als Bordmechaniker tätig. In der Laupheimer Kaserne gibt es am Montag um 8 Uhr einen Regimentsappell mit einer Gedenkminute.

Die Absturzstelle lag etwa 50 Meter vom Ufer entfernt, die Maschine hing mit der Front im Wasser, nur die Heckpartie war noch zu erkennen. Der Badebetrieb wurde sofort eingestellt. An der Bergung der Opfer und dem weiteren Rettungseinsatz waren Großaufgebote an Feuerwehr, darunter Experten mit Wasserrettungsausrüstung, Rettungsdienst und Wasserwacht mit Tauchern im Einsatz. Die Polizei war mit Einsatzkräften aus Ochsenhausen und Biberach vor Ort; weitere Unterstützung kam von einem Polizeihubschrauber aus Stuttgart. „Die Zusammenarbeit der vielen verschiedenen Organisationen hat hervorragend funktioniert“, sagte Wolfgang Krems, organisatorischer Leiter des Rettungsdienstes vom ASB Orsenhausen.

Die abgestürzte Maschine konnte kurz nach 15 Uhr geborgen werden. Sie wurde von Polizei und Staatsanwaltschaft sichergestellt. Die Unglücksursache ist derzeit noch unbekannt. Neben Experten der Kriminalpolizei wurden auch Sachverständige der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in die weiteren Untersuchungen einbezogen. Der Badesee ist von der zuständigen Ortspolizeibehörde gesperrt worden. Zur Beurteilung einer möglichen Wasserbeeinträchtigung wurden Experten des Landratsamtes angefordert. Am Montag soll eine weitere Wasserprobe genommen werden. „Dann werden wir kurzfristig über die Freigabe des Sees entscheiden“, sagte der Sinninger Ortsvorsteher Friedrich Wohlhüter der SZ.

Auch am Sonntag gab es noch keine Erkenntnisse zur Absturzursache. Auch beim Start in Tannheim habe nichts auf Probleme hingedeutet, wie ein Sprecher des privat betriebenen und bei Sportfliegern sehr beliebten Flugplatzes sagte. Funkkontakt zu der Maschine habe zum Zeitpunkt des Unglücks nicht mehr bestanden, was nicht ungewöhnlich sei, so der Sprecher: „Es ist üblicherweise so, dass sich die Maschinen nach dem Start per Funk bei uns abmelden und unsere Frequenz verlassen.“

Der Absturz vom Samstag war bereits der dritte eines in Tannheim gestarteten Ultraleichtflugzeugs in diesem Jahr. Am 29. Mai verunglückte ein 66-Jähriger beim Landeanflug tödlich, am 4. Juli verunglückten ein 21-jähriger Flugschüler und sein 56-jähriger Lehrer bei Berkheim während eines Prüfungsflugs. Beide wurden schwer verletzt.

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