Land zeichnet Musikverein Kirchberg aus

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 Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch verleiht an Kirchbergs Bürgermeister Jochen Stuber, Dirigent Bernd Weiss und Vorstand M
Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch verleiht an Kirchbergs Bürgermeister Jochen Stuber, Dirigent Bernd Weiss und Vorstand Martin Büchele (von links) die Conradin-Kreutzer-Tafel. An der Verleihung beteiligt ist Hubert Kempter, der Vizepräsident des Landesmusikverbandes (ganz rechts). (Foto: lukas breusch photography)
Luca Mader

Der Kirchberger Musikverein hat eine bedeutende Auszeichnung erhalten. Zusammen mit 17 anderen Musikvereinen wurde den Kirchbergern am vergangenen Wochenende in Schorndorf die Conradin-Kreutzer-Tafel verliehen. Dieser Preis geht nur an Musikvereine, die seit mindestens 150 Jahren bestehen. Da der Musikverein Kirchberg dieses Jahr schon sein 175-jähriges Bestehen feiert, arbeitete die Vorstandschaft eine Bewerbung für die Conradin-Kreutzer-Tafel aus und reichte sie beim Landesmusikverband Baden-Württemberg ein.

Verein 1844 gegründet

Die Tafel ist eine Auszeichnung des Landes Baden-Württemberg und wird seit 1998 jährlich verliehen. Der Preis ist nach dem Komponisten Conradin Kreutzer benannt. Der Musiker, Komponist und Dirigent wurde 1780 in Meßkirch geboren und ist als Vertreter der Frühromantik und des musikalischen Biedermeier bekannt. Neben dem mindestens 150-jährigen Bestehen eines Amateurmusikvereins muss die Vereinigung außerdem die Pro-Musica-Plakette besitzen, um für die Auszeichnung in Frage zu kommen. Die Pro-Musica-Plakette wird wiederum verliehen, wenn ein Verein seit mindestens 100 Jahren besteht. Alle diese Voraussetzungen erfüllt der 1844 gegründete Musikverein Kirchberg. Um die Auszeichnung entgegenzunehmen, reiste eine 30-köpfige Abordnung des Vereins in das rund 120 Kilometer entfernte Schorndorf.

Der Verleihungsfestakt begann um 11 Uhr in der Barbara-Künkelin-Halle. Verliehen wurde die Tafel von der Staatssekretärin im Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch. Sie vertrat den Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. „Nirgendwo in Deutschland ist die Tradition des bürgerlichen Laienmusizierens älter als in Baden-Württemberg. Daher ist es auch ihrem Einsatz zu verdanken, dass Baden-Württemberg nicht nur ein starkes Kulturland ist, sondern auch ein Land, in dem Bürgerengagement einen hohen Stellenwert genießt. Davon profitieren wir alle“ sagte Gurr-Hirsch und lobte die Musikvereinigungen für ihren Einsatz.

Der Erste Vorstand des Vereins Martin Büchele zeigte sich nach der Verleihung erfreut: „Wir sind stolz auf eine so lange Vereinsgeschichte zurückblicken zu können.“

In vielen Ortschaften im Land gibt es örtliche Musikvereine. „Musische und kulturelle Bildung trägt ganz wesentlich zur Persönlichkeitsentwicklung bei, vermittelt Werte, fördert die Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeit“, sagt die Staatssekretärin in einer Pressemitteilung. In ländlichen Gebieten seien Chöre und Musikvereine wichtige Säulen einer qualifizierten, musikalischen Ausbildung. Aktuell sind in Baden-Württemberg rund 400 000 Leute aktiv musizierend in einem Musik- oder Gesangsverein. Davon sind über 100 000 jünger als 18 Jahre.

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