Kirchbergerin veröffentlicht Kinderbuch

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Margot Büchele hat das Buch ihres Vaters veröffentlicht. Eugen Büchele zeichnete nicht nur die Lausbubengeschichte, sondern auch
Margot Büchele hat das Buch ihres Vaters veröffentlicht. Eugen Büchele zeichnete nicht nur die Lausbubengeschichte, sondern auch Stillleben wie jenes, das in Margot Bücheles Esszimmer hängt. (Foto: SZ- Daniel Häfele)
Schwäbische Zeitung

Sie spielen den Dorffrauen, dem Straßenkehrer und der Bäuerin böse Streiche: Die zwei Brüder Franz und Frieder sind Lausbuben wie sie im wahrsten Sinne des Wortes im Buche stehen.

Die Kirchbergerin Margot Büchele hat das Kinderbuch „Die zwei Brüder Franz und Frieder“ herausgegeben. Ihr verstorbener Vater, Eugen Büchele, schrieb und zeichnete die Geschichte in den 1980er-Jahren. Doch erst jetzt fand die 56-Jährige einen Verlag.

Wie viele Stunden Eugen Büchele an seiner Geschichte gearbeitet hat, weiß Tochter Margot Büchele nicht genau. Es müssen viele gewesen sein, sagt sie. Liebevoll zeichnete er die zwei Lausbuben Franz und Frieder sowie ihre Streiche. Die bunten Bilder sind das Herzstück des 66-seitigen Buchs. „Die Malerei war sein größtes Hobby“, erinnert sie sich.

Neben den Lausbuben malte er Stillleben und Landschaften, eines seiner Werke hat Margot Büchele in ihrem Esszimmer hängen. „Für ihn war es wichtig, alles ganz genau zu malen. Oft hat er von vorne angefangen“, erzählt sie. Beruflich hatte Eugen Büchele, der im Jahr 1928 als Sohn eines Fabrikanten und einer Hausfrau in Kirchberg geboren wurde, nichts mit der Malerei zu tun.

Im Jahr 1959 übernahm er nach dem Tod seines Vaters die Lederwarenfabrik „A. Büchele und Söhne“. Bis 1989 leitete Eugen Büchele die Fabrik, die in der Fabrikstraße in Kirchberg beheimatet war, gemeinsam mit seinem Cousin. Eugen Büchele starb 2007 in seinem Geburts- und Wohnort Kirchberg. Bereits zu Lebzeiten hatte er versucht, für sein Werk einen Verlag zu finden. „Er schrieb unter anderem an Ravensburger, Arena und den Franz-Schneider-Verlag. Allerdings bekam er immer Absagen“, sagt Margot Büchele. Umso eine größere Herzensangelegenheit war es ihr, das Buch nach dem Tod ihres Vaters auf den Markt zu bringen. Mit dem Paramon-Verlag fand sie im Jahr 2014 einen Partner. Bis das Buch erschien, sollte es aber noch zwei Jahre dauern. „Als ich nach langem Suchen und vielen Absagen endlich einen Verlag gefunden hatte, scheitere es am Finanziellen“, erläutert die Kirchbergerin. Denn für Druck und Vertrieb musste sie knapp 8000 Euro aufbringen, was ihr erst in 2016 gelang. „Dass es jetzt geklappt hat, macht mich sehr glücklich“, sagt sie.

Wie schwierig für Autoren das Finden eines Verlags ist, weiß auch Patricia Götz, Inhaberin der Ochsenhauser Buchhandlung Lesebar: „Verlage erhalten Tausende Texte. Da herauszustechen und die Lektoren zu überzeugen, ist nicht leicht.“ Die Buchhändlerin empfiehlt, möglichst alle Verlage abzuklappern. „Sie unterstützen Autoren und Herausgeber bei der Vermarktung des Buchs. Das ist im Buchgeschäft äußerst wichtig, weil jedes Jahr unzählige Bücher auf den Markt kommen.“

Trotz Digitalisierung gebe es weiterhin einen großen Bedarf an Kinderbüchern. „Etwa 25 Prozent unseres Umsatzes macht der Verkauf an Kinderbüchern aus“, sagt Götz. Vor allem technikaffine Eltern würden großen Wert darauf legen, dass ihr Nachwuchs die Haptik eines gedruckten Buchs erlebten. „Bei uns im Süden ist das abendliche Vorlesen noch weit verbreitet“, sagt sie. In Großstädten sehe das anders aus. Vor allem jetzt, wenn es auf Weihnachten zugehe, würden wieder viele Eltern und Großeltern Bücher für die Kleinen kaufen.

Margot Büchele hofft, dass auch ihr herausgegebenes Buch unter manchem Weihnachtsbaum liegen wird: „Es wäre natürlich schön, wenn ich etwas Gewinn machen könnte.“ Wie das Buch ankommt, wird sich im Frühjahr zeigen. Denn wie die Kirchbergerin erläutert, würden im März die Verkaufszahlen festgestellt.

Das Buch „Die zwei Brüder Franz und Frieder“ ist im Paramon-Verlag erschienen. Es kostet 14,80 Euro und hat die ISBN-Nummer 978-3-03830-296-4.

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