Kindergarten soll in Werkrealschul-Räume ziehen

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Die Gemeinde Kirchberg beschäftigt schon länger die Frage, wie die Räume der Werkrealschule künftig genutzt werden können. In wenigen Wochen machen die letzten Neuntklässler ihren Abschluss, dann ist die Werkrealschule Geschichte. Der Gemeinderat hat diese Woche nun einen Grundsatzbeschluss gefasst: Der Kirchberger Kindergarten soll hier seine neue Heimat finden. Dafür muss um- und angebaut werden. Die aktuelle Kostenschätzung geht von rund 2,14 Millionen Euro aus.

Bürgermeister Jochen Stuber skizzierte in der Gemeinderatssitzung nochmals die Entwicklung der vergangenen Jahre. Die einzügige Werkrealschule, die in Kooperation mit der Gemeinde Dettingen betrieben wurde, hatte 2014 erstmals zu wenig Anmeldungen für die fünfte Klasse. Nachdem im April 2015 erneut keine fünfte Klasse zustande kam, war klar, dass die Schule geschlossen wird. Seither macht sich die Gemeinde Gedanken, wie die frei werdenden Klassenzimmer und Fachräume bestmöglich genutzt werden können. Stuber betonte, dass die Grundschule von all dem nicht betroffen sei.

Kindergarten braucht mehr Platz

Was sich ebenfalls bereits vor geraumer Zeit abzeichnete: Der Kirchberger Kindergarten – Grundstück und ursprüngliches Hauptgebäude gehören der katholischen Kirchengemeinde – stößt an seine Grenzen und hat keine räumlichen Entwicklungsmöglichkeiten. Ein erstes Konzept kam zu dem Schluss, dass im Vergleich zu einem Neubau oder einem Um- und Anbau am bisherigen Standort vieles für einen neuen Standort in der Werkrealschule spricht. Nicht nur finanziell. Ein Neubau auf der grünen Wiese würde „2,5 Millionen Euro aufwärts kosten“, sagte Stuber. Und man hätte dann die leerstehende Räume der ehemaligen Werkrealschule. „Außerdem erhoffen wir uns bei der Nutzung der ehemaligen Werkrealschul-Räume Synergieeffekte, wir können das Bildungs- und Betreuungsangebot zentralisieren“, erklärte Stuber. Was darüber hinaus wichtig ist: Am neuen Standort sei auch eine Kinderkrippe eingeplant, so der Bürgermeister.

Wie die Planung konkret aussieht, stellte Dirk Hübner vom Architekturbüro Bauke + Hübner vor. Der Entwurf sehe neben der Nutzung der bisherigen Werkrealschul-Räume einen „schönen, großen Außenbereich“ vor, dafür müsste aber die Feuerwehrzufahrt verlegt werden. Für den Mal- und Werkbereich, dessen jetzige Fläche für den Kindergarten gebraucht wird, soll die Schule einen Anbau bekommen. In einem weiteren Anbau sollen zwei Kindergartengruppen und ein Nebenraum untergebracht werden. Von den zwei benachbarten Wohngebäuden, die von ehemaligen Obdachlosen und Flüchtlingen bewohnt werden, soll eines („Asylhaus“) abgerissen werden, beim anderen ist die weitere Nutzung noch unklar. Hübner schlug außerdem vor, einen Gehweg rund um das Gelände entlang der Goethestraße anzulegen.

Bürgermeister Stuber merkte an, dass es sowohl für Schule als auch Kindergarten Entwicklungs- beziehungsweise Ausweichmöglichkeiten gebe, beispielsweise Lernbüros und Bewegungsraum. Eine bauliche Erweiterung sei beim aktuellen Entwurf aber „so gut wie ausgeschlossen“, ergänzte Dirk Hübner. Dies würde zu Lasten des Gartens gehen. Trotz des ersten Entwurfs gebe es noch viele offene Fragen, sagte Stuber. Im nächsten Schritt werde der Plan dem Kindergartenteam vorgestellt. Aus dem Gemeinderat wurde angeregt, alle Fördermöglichkeiten abgeklopft. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig für den Entwurf aus – unter „Finanzierungsvorbehalt“, wie Stuber anmerkte. Sollte das Projekt so umgesetzt werden wie geplant, habe Kirchberg an einem Standort eine „tolle Grundschule und einen tollen Kindergarten“, sagte Stuber. „Das ist ganz wichtig für die Zukunft.“

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