Gemeinde Kirchberg investiert in die Zukunft

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„Wir investieren sehr viel in die Zukunft.“ Diese Worte wählte Kirchbergs Kämmerer Patrik Matzner diese Woche in der Sitzung des Gemeinde- und Ortschaftsrats bei der Beratung und Verabschiedung des Haushaltsplans – dem ersten doppischen. Matzner zielte damit vor allem auf die Kinderbetreuung ab. Bekanntermaßen wird der Kindergarten erweitert und zieht in die freiwerdenden Räume der ehemaligen Werkrealschule. Dafür gibt die Gemeinde Kirchberg in zwei Jahren 2,2 Millionen Euro aus. Eine für die Verhältnisse der Illertalgemeinde stattliche Summe, wie auch Bürgermeister Jochen Stuber einordnete. Außerdem wirft der Neubau des Feuerwehrgerätehauses seine Schatten voraus.

Im Ergebnisplan, mit dem bisherigen Verwaltungshaushalt vergleichbar, geht Kirchberg von rund 4,2 Millionen Euro Einnahmen aus. Die Zuweisungen machen mit 2,4 Millionen Euro davon mehr als die Hälfte aus. 840 000 Euro kommen an Gebühren rein, die Gewerbesteuer wird mit 500 000 Euro kalkuliert. Bei den Ausgaben wird mit rund 3,55 Millionen Euro geplant. Mit rund 1,18 Millionen Euro ist das Personal hier der größte Posten, gefolgt von Sach- und Dienstleistungen (774 000 Euro) und diversen Umlagen. Beispielsweise der Kreisumlage mit 652 000 Euro. Macht unterm Strich ein Gesamtergebnis von plus 684 000 Euro.

Auf Zuschüsse angewiesen

Die Investitionssumme von rund zwei Millionen Euro in diesem Jahr bezeichnete Stuber als „recht sportlich für uns“. 900 000 Euro entfallen davon auf die Erweiterung des Kindergartens, die restlichen 1,3 Millionen Euro für das Großprojekt sind 2020 eingeplant. Stuber verdeutlichte nochmals, dass sich die Gemeinde das Vorhaben nur aufgrund der guten Ertragslage und durch umfangreiche Zuschüsse des Landes leisten kann. Die bereits feststehenden 500 000 Euro aus dem Entwicklungsprogramm Ländlichen Raum seien wichtig für die Planungssicherheit. Weitere Mittel erhofft sich die Gemeinde von der Fachförderung und dem Ausgleichstock. Das Baugesuch wird laut Stuber eventuell im April eingereicht.

Weitere Vorhaben in diesem Jahr sind die Schulsanierung (75 000 Euro), der Anbau eines Gehwegs am Milanweg und der Goethestraße (75 000 Euro), die Innensanierung des Kiosks am Badesee (70 000 Euro), die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED (80 000 Euro), der Hochwasserschutz in Sinningen (60 000 Euro), der Bau des Spielplatzes Häldele (100 000 Euro) und die Sanierung von Gemeindestraßen, des Wasserleitungs- und des Abwasserleitungsnetzes (150 000 Euro).

In der mittelfristigen Finanzplanung taucht zudem der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses auf. Dieser wird voraussichtlich 1,5 Millionen Euro kosten, die erste Rate ist 2021 vorgesehen. Kirchberg geht damit in den kommenden Jahren zwei „Mammutaufgaben“ an, wie es im Haushaltsplan heißt: „Diese beiden Projekte allein binden eigentlich schon mehr Mittel als Kirchberg aufbringen kann, sodass man stark von Zuschüssen und Fachförderung abhängig ist.“

Bürgermeister Stuber wies jedoch darauf hin, dass man die anderen Aufgaben nicht aus den Augen verlieren dürfe.

Während in diesem Jahr noch 130 000 Euro an Krediten getilgt werden sollen, wird 2020 eine Kreditaufnahme von mehr als einer halben Million nötig sein, damit das Projekt Kindergarten realisiert werden kann. Die Pro-Kopf-Verschuldung in Kirchberg soll zum Ende dieses Jahres bei 706 Euro liegen. Sowohl Gemeinderat als auch Ortschaftsrat verabschiedeten die Haushaltssatzung einstimmig.

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