Bayern-Star Lewandowski besucht Illertal-Fanclub

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Nicht nur als Gesprächspartner, sondern auch als Wettkämpfer war Robert Lewandowski bei seinem Besuch in Kirchberg gefragt. Das
Nicht nur als Gesprächspartner, sondern auch als Wettkämpfer war Robert Lewandowski bei seinem Besuch in Kirchberg gefragt. Das (Foto: Matthias Rehm)
Schwäbische Zeitung
Matthias Rehm

Der polnische Weltklasse-Stürmer Robert Lewandowski hat der Neujahrsfeier der beiden Fanclubs des Bundesligisten FC Bayern München, BFC Kirchberg und Red Sin Illertal, im Rittersaal zu Kirchberg einen Besuch abgestattet.

Rund zwei Stunden nahm sich der Fußballprofi Zeit, um für die rund 150 Mitglieder der beiden Fanclubs Autogramme zu schreiben und sich beim „Gaststätten-Triathlon“ den Fans zu stellen. Für seine sympathische Fannähe ist er offiziell zum „Ritter zu Kirchberg“ geschlagen worden.

Schon vor der Ankunft des Fußballprofis lag eine aufgeregte Spannung in der Luft des Rittersaals. Die Kleinsten der anwesenden FCB-Fans rannten aufgeregt durch die Gänge, die etwas Größeren standen schon mit gezücktem Fotoapparat oder wahlweise ihrem Smartphone bereit, um sofort das erste Bild ihres Idols zu schießen. Als sich nach langem Warten endlich die Saaltür öffnete und Robert Lewandowski zu mittelalterlichen Klängen Richtung Bühne schritt, kannte die Begeisterung der Fanclubmitglieder keine Grenzen mehr. „Wir haben uns schon seit fünf Jahren um den Besuch eines Spielers beworben. Jetzt hat es tatsächlich geklappt. Das ist ein absolutes Highlight. Für unsere beiden Fanclubs ist damit ein großer Traum in Erfüllung gegangen“, beschrieb der Vorsitzende des BFC Kirchberg, Patrick Henle, die Gefühlslage der Anwesenden.

Auch Kirchbergs Bürgermeister Jochen Stuber ließ es sich an diesem für seine Gemeinde so wichtigen Tag nicht nehmen, den weltbekannten Gast persönlich zu begrüßen, und so durfte sich Robert Lewandowski in das Goldene Buch der Illertalgemeinde eintragen. Dass mangels prominenter Besucher bis zum heutigen Tag noch gar kein solches Buch existiert, störte an diesem Nachmittag aber niemand. Bis zur Anschaffung eines Exemplars wartet die Unterschrift des Polen nun provisorisch und sicher auf einem Blatt Papier auf ihre würdige Übertragung.

Und dass der sympathische Münchner Fußballprofi die Ehre des ersten Eintrags in das Buch auch verdient hat, zeigte er während seines gesamten Besuchs. Ohne jegliche Allüren ließ er sich meist mit einem Lächeln auf den Lippen auf das prall gefüllte Programm seiner Gastgeber ein. Beim „Gaststätten-Triathlon“ duellierte er sich mit ausgelosten Fanvertretern im Tischkickern, dem klassischen Kneipenspiel „Nageln“ und zu guter Letzt an der Dartscheibe. Seine Niederlage im Dart lächelte er angesichts der Siege in den anderen beiden Disziplinen einfach weg. Seine Gegner und Mitspieler waren von ihrem Fußballidol auf jeden Fall begeistert. „Es ist für uns ja schon eine große Ehre, dass er überhaupt hier ist. Und wenn man dann noch mit ihm am Tischkicker spielen darf, ist das natürlich etwas Besonderes. Das hat man nicht jeden Tag“, sagte FCB-Fan Stefan Kraffczyk nach dem gemeinsamen Sieg.

Doch der wichtigste Programmpunkt stand noch aus. In einer feierlichen Zeremonie wurde der polnische Fußballprofi von Wirt und Ritter Miche offiziell zum „Ritter zu Kirchberg“ geschlagen. In seinem, für ihn vorbereiteten, Gelöbnis versprach Lewandowski allen Anwesenden, dem FC Bayern mit ganzem Herzblut zu dienen und in der Rückrunde der Fußball-Bundesliga noch mindestens zehn Tore zu schießen. Den größten Beifall bekam er aber für das Versprechen, bei der Weltfußballerwahl im kommenden Jahr nicht noch einmal für Cristiano Ronaldo, sondern ausschließlich für seine Mannschaftskameraden Manuel Neuer, Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller zu stimmen. Nachdem er statt des üblichen Eimers Bier in wahrer Sportlermanier einen Schluck aus dem Wassereimer genommen hatte, posierte er, den kritischen Blicken seines Sicherheitsteams zum Trotz, mit Schwert und Blecheimer als Helmersatz für ein zugegebenermaßen doch eher kurioses Erinnerungsbild.

Noch sehnlicher als den Ritterschlag erwarteten die Mitglieder der beiden Fanclubs aber die angekündigte Autogrammstunde. Mit viel Ausdauer ließ der prominente Besuch sich mit den Fans ablichten und signierte geduldig alles, was ihm vor die Nase gehalten wurde – vom Trikot über den Fanschal bis hin zur Rückseite des Smartphones. Aber nicht nur dadurch eroberte Robert Lewandowski die Herzen seiner Fans im Sturm. „Er war wirklich sehr sehr nett. Nachdem ich ihn jetzt getroffen habe, bin ich noch mehr Bayern-Fan als schon zuvor“, freute sich der sechsjährige Simon Bauer mit einem signierten Trikot in der Hand.

Nach zwei Stunden war die Besuchszeit von Robert Lewandowski zum Bedauern der Fans aber auch schon wieder vorbei. Nach einer herzlichen Verabschiedung von den Vorsitzenden der beiden Fanclubs verließ er den Kirchberger Rittersaal unter tosendem Applaus. Den Besuch ihres Idols werden die Anwesenden auf jeden Fall nicht so schnell vergessen. „Das war ein absolut einmaliges Erlebnis für uns. Gerade deshalb werden wir den FC Bayern auf jeden Fall weiterhin unterstützen, egal ob bei Heim- oder Auswärtsspielen“, stimmte der zufriedene BFC-Vorsitzende Patrick Henle seine Vereinskameraden schon mal auf die nahende Rückrunde ein.

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