Ab jetzt rollen wieder Autos über die Gießenbrücke

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Sie freuen sich über die Eröffnung der neuen Brücke über die Gießen: Reinhold Funk (von links), Bürgermeister Jochen Stuber, Pfa
Sie freuen sich über die Eröffnung der neuen Brücke über die Gießen: Reinhold Funk (von links), Bürgermeister Jochen Stuber, Pfarrer Luka Ilic, Ortsvorsteher Fritz Wohlhüter, Frank Bauhofer (Planungsbüro Funk) und Helmut Meisterhans (Firma Hämmerle). (Foto: Johann Willburger)
Johann Willburger

Es ist geschafft: Nach neun Monaten Bauzeit ist die Brücke über den Gießenbach in Sinnigen fertig. Die Verantwortlichen haben sie mit einem Festakt am Sonntag offiziell für den Verkehr freigegeben. Für den kirchlichen Segen sorgte Pfarrer Luka Ilic. „Morgens wurden wir vom Lärm der Baumaschinen immer geweckt. Das ist jetzt vorbei – jetzt müssen wir wieder den Wecker stellen“, sagte Sieglinde Bopp, die direkt an der Brücke wohnt.

Es sei die bisher größte Investition in Sinningen gewesen, sagte Ortsvorsteher Fritz Wohlhüter. Viele Gäste kamen zum Festakt, der mit einem Weißwurstfrühschoppen am Kapellenplatz begann. Wohlhüter dankte den am Bau beteiligten Firmen und vor allem den Anwohnern, die neun Monate lang den Baustellenbetrieb erdulden mussten.

Schwierige Baustelle

Bürgermeister Jochen Stuber erwähnte bei seiner Ansprache, dass schon bei seinem Amtsantritt 2010 ein Gutachten auf seinem Schreibtisch lag und es unumgänglich war, eine neue Brücke zu bauen. Dies sei nun vollendet. Die neu erbaute Brücke passe gut in das Drumherum und werde die alle hier Anwesenden überdauern. Reinhold Funk von gleichnamigen Planungsbüro erläuterte die technischen Einzelheiten und den baulichen Ablauf des Bauwerks. Schwierig sei es gewesen, die beiden Stahlrohre für die temporäre Wasserumleitung im Brückenbereich einzubauen, um den Arbeitsbereich trocken zu legen. Dafür standen nur sieben Tage zur Verfügung, in denen die Wassermenge des Gießenbachs auf ein Drittel reduziert wurde.

Nach dem Abbruch der alten Brücke erfolgte die erforderliche Betonpfahlgründung für das neue Bauwerk. Insgesamt 46 Stahlbetonpfähle mit einem Durchmesser von 75 Zentimetern und acht Metern Länge wurden erschütterungsfrei in den Untergrund eingebracht. Darauf wurde die neue Stahlbetonkonstruktion der neuen Brücke aufgebaut.

Die neue Brücke ist aufgrund der Hochwassergefahrenkarte 60 Zentimeter höher. Dies erforderte erhebliche Eingriffe und Angleichungen für Straßen, Gehwege, Höfe und angrenzendes Freigelände. Statt des obligatorischen Schlüssels spendete Reinhold Funk eine Sitzbank für den Garten vor der Kapelle. Nach der Winterpause auf der Baustelle wurden die Restarbeiten Ende Mai dieses Jahres abgeschlossen. Die geplanten Baukosten von 593 000 Euro könnten aller Voraussicht eingehalten werden, sagte Funk. Zudem werde das Projekt mit 120 000 Euro aus dem kommunalen Ausgleichsstock gefördert.

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