Sommerstetter auf hoher See unterwegs

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Josef Aßfalg

Wind und Wetter können einem echten Narren nichts anhaben, das haben die Teilnehmer der Sommerstetterumzugs und die Besucher am Rosenmontag bewiesen. Denn trotz pfeifendem Wind hüpften und tanzten die Hästräger durch die Straßen.

Die Sommerstetter hatten einen urigen Umzug auf die Beine gestellt, bei dem viele aktuelle Themen närrisch aufgearbeitet wurden. Ein Schild mit der Aufschrift „Wir Sommerstetter treiben’s bunt – auf hoher See und auf dem Meeresgrund“, machte auf das närrische Treiben aufmerksam.

Mit einem aufrollbaren Laufsteg, der auch als Bürgersteig genutzt werden kann, wurde auf die fehlenden Fußgängerwege aufmerksam gemacht. Ein Hingucker war der Wagen mit der „Miss Dampfwalze 2019“. Bildlich war hier die alte Dampfwalze mit drei Schönen im Bikini dargestellt. Die drei abgebildeten Damen begleiteten den Wagen. Ihre Figur passe zwar nicht mehr genau zu diesem Bild, meinte eine, „da ist halt die üppige Weihnachtszeit dazwischen gekommen“, verriet eine andere lachend. Eine als Senioren im Rollstuhl verkleidete Gruppe wies auf den Pflegenotstand hin und ein anderer Wagen machte auf den Klimawandel von 2019 bis 2039 aufmerksam. Die Sommerstetter Cheerleaders tanzten nach den Klängen der Narrenkapelle. Sie versprühten ebenso wie der Kindergarten und die Zigeuner aus Modscha (Muttensweiler) mit einem Zigeunerwagen gute Laune.

Narrenbüttel Christian Harsch verlas nach dem Umzug die Proklamation. Der städtische Magistrat gratuliere dem Teilort Hervetsweiler dazu, dass sich durch die Ansiedlung einer PV-Anlage die bebaute Fläche verdreifacht hat, so Narrenbüttel Harsch. Zu begrüßen sei auch, „dass es dort nun endlich Strom gibt und jedem ein Licht aufgeht“.

Hundehaufen gezählt

Anlässlich der Neuorganisation der Feuerwehr hätten die Sommerstetter in unendlicher Güte, aber schweren Herzens, ihren loddrigen historischen Spritzenanhänger an die Modschener Wehr weiter gegeben. Aufgrund der amtlichen Zählung der Hundehaufen durch den Bauhof, musste in Wattenweiler eine Hundetoilette aufgestellt werden. „Alle freilaufenden Hunde werden angewiesen, ihre Hundehaufen in Wattenweiler zu setzen“, so die Bestimmung des städtischen Magistrats.

In Anerkennung der mehr als 40-jährigen Umzugsteilnahme der Modschener Zigeunergruppe, erhalten die Zigeuner für die kommenden fünf Jahre die Berechtigung, auf dem östlichen Marktplatz in Sommerstetten zu campieren, im Röhrkasten zu baden und die Wäsche zu waschen. Ausgenommen seien das Kreismusikfest, die Markttage und die Herrgetstage (Fronleichnam). Eine weitere Ehrung wurde unter anderem (Ober-)Bürgermeister Jürgen von der Schelle zuteil. Der städtische Magistrat sei hoch entzückt, „das unser OB für seine aktuell laufende Regierungsperiode immer denselben Schal getragen hat“. Für die kommende Legislaturperiode werde ihm ein handgestrickter goldiger Schal fürs Goldinger Rathaus überreicht, „den er für die gesamte weitere Amtszeit gefälligst zu tragen hat“, sagte Christian Harsch.

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