Hochwasserschutz in Degernau nimmt Gestalt an

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 Der Ingenieur Winfried Eberhard (l.) und Bürgermeister Jürgen Schell informierten die Zuhörer anhand von Karten über die geplan
Der Ingenieur Winfried Eberhard (l.) und Bürgermeister Jürgen Schell informierten die Zuhörer anhand von Karten über die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen in Degernau. 30 Bürger waren der Einladung zum Informationsabend gefolgt. (Foto: Michael Mader)
Michael Mader

Bürgermeister Jürgen Schell und Winfried Eberhard, der leitende Ingenieur beim Biberacher Büro Wasser-Müller, haben am Dienstagabend die interessierte Bevölkerung im Ingoldinger Teilort Degernau über die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen informiert. Rund 30 Einwohner wurden dabei über den aktuellen Stand der insgesamt rund 1,2 Millionen Euro teure Maßnahme aufgeklärt, die in drei Bauanschnitten vorgesehen ist und zu 70 Prozent vom Land bezuschusst werden soll.

Genau diese Zuschüsse sind es auch, die den Beginn der Maßnahme um ein halbes Jahr verzögert haben, wie Bürgermeister Schell betonte. Jetzt seien aber 200 000 Euro für den ersten Schritt bewilligt. Dabei geht es um die Einlaufbauwerke oberhalb von Degernau und die Kanalisation im Ort. Die soll so saniert werden, dass sie wieder voll funktionsfähig ist. „Nach der Sommerpause werden die dafür notwendigen Arbeiten ausgeschrieben“, sagte Schell und entschuldigte sich gleichzeitig für die Verzögerung. „Der Hochwasserschutz ist immer in meinem Kopf. Die Degernauer werden nicht vergessen“, sagte Schell.

Ohne Zuschüsse geht’s nicht

Die Submission soll am 29. September beendet sein. Doch ohne Zuschüsse seien die gesamten Maßnahmen für die Gemeinde überhaupt nicht finanzierbar. Insbesondere die beiden geplanten Rückhaltebecken, die in den Bauabschnitten zwei und drei gebaut werden sollen, würden den Kostenrahmen sprengen. „Die Zuschüsse steigern sich im Lauf der Maßnahme von 40 auf dann 70 Prozent“, erklärt Schell.

Winfried Eberhard wies mehrfach daraufhin, dass die Maßnahme erst als Gesamtprojekt richtig wirken könne, das heißt, dann wenn die zwei Rückhaltebecken gebaut sind. Eine genaue Zeitschiene konnte Eberhard ebenso wie Schell nicht nennen. „Das hängt von der Zuschusslage ab, ob auch Gelder aus anderen Maßnahmen zurückfließen, die nicht gebraucht werden“, machte Eberhard deutlich. Schell erinnerte die Degernauer daran, dass man ganz eng im Austausch sei mit dem zuständigen Regierungspräsidium in Tübingen und bei jeder Gelegenheit darauf dränge, dass es vorangeht.

Bürger treffen Eigenvorsorge

Betroffene Bürger machten darauf aufmerksam, dass ohne bereits getroffene eigenen Maßnahmen die Situation viel ernster wäre. Zudem habe man seit dem letzten Starkregen auch Glück gehabt. Allerdings habe der Regen am 22. Juni doch wieder auch auf der Biberacher Straße und den dahinterliegenden Grundstücken Probleme bereitet. Auch das Ablaufsystem Richtung Riss müsse überdacht werden. „Die Bürger wollen eine ganzheitliche Lösung und die möglichst schnell“, fasste Gemeinderat Paul Schmid zusammen.

Ende Mai kommenden Jahres muss laut Schell die erste Baumaßnahme abgeschlossen sein. „Spätestens zu diesem Datum müssen wir wieder mit heftigen Gewittern und Starkregen rechnen, die unangenehme werden können.“ Dann müsse die erste Maßnahme greifen.

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