Gesucht: Mentoren für Ingoldinger Neubürger

Lesedauer: 4 Min

In Ingoldingen werden im Moment mehrere neue Baugebiete erschlossen. Die Folge: Es werden in den nächsten Jahren viele Menschen neu nach Ingoldingen und in die Teilorte ziehen. Damit die Neubürger sich schnell in ihrer neuen Heimat wohlfühlen, startet die Gemeinde ein Mentorenprogramm, für das nun Freiwillige gesucht werden.

Mitmachen kann eigentlich jeder, der sich in Ingoldingen, Muttensweiler, Winterstettenstadt oder -dorf gut auskennt. „Die Mentoren sollen den Neubürgern den Weg in die Gemeinschaft erleichtern, ihnen erklären, wo sie am besten einkaufen können und woher sie ihre gelben Säcke bekommen“, erklärt Hanno Wolfram, der die Idee für das Projekt hatte. Wolfram wohnt selbst erst seit fünf Jahren in Muttensweiler und erinnert sich noch gut daran, wie schwierig es war, sich am Anfang zurechtzufinden. Seine These: „Wer in ein Dorf zieht, will in der Regel Teil der Gemeinschaft sein, doch wer keine kleinen Kinder hat, tut sich meist etwas schwer, direkt Anschluss zu finden.“

Das soll das Mentorenprogramm ändern. Die Idee: Wer in Zukunft nach Ingoldingen zieht, bekommt bei der Anmeldung im Rathaus eine Visitenkarte überreicht. Auf der stehen dann Name und Adresse des Mentors, an den sich der Neubürger jederzeit wenden kann. „Klar gibt es auch einen Ortsvorsteher oder die Mitarbeiter im Rathaus, die man all das fragen könnte, aber wir denken, dass die Hemmschwelle bei einem Mentor deutlich niedriger ist“, sagt Wolfram. Im Prinzip ist es eine Art Nachbarschaftshilfe – man fragt den Menschen nebenan nach alltäglichen Dingen und lernt sich so besser kennen.

Kaum Vorkenntnisse nötig

„Es braucht keine großen Vorkenntnisse, da jeder Mentor eine Schulung erhält“, erklärt Bürgermeister Jürgen Schell, der das Projekt unterstützt. Gemeinsam mit dem Gemeinderat hat Hanno Wolfram hierfür ein Konzept entwickelt. Voraussichtlich an drei Abenden wird es jeweils zwei, drei Stunden darum gehen, wie etwa das Rathaus funktioniert und wo sich gut im Ort einkaufen lässt. Die Mentoren erhalten einen Überblick über das Ärzteangebot, lernen die wichtigsten geschichtlichen Daten über ihre Heimat und erfahren, welche kulturellen Angebote es wo gibt. „Jeder, der Lust hat, etwas mehr über seine Heimat zu erfahren und dieses Wissen dann später an unsere Neubürger weiterzugeben, ist willkommen mitzumachen“, sagt Wolfram. Toll wäre es, wenn es in jedem Teilort drei, vier Mentoren geben werde. Geplant ist, die Schulungen noch vor den Sommerferien zu machen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen