Wo in Hochdorf die größten Schäden drohen

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So sah es Ende Mai 2016 in Hochdorf aus. Das Schutzkonzept zum Stark regenrisikomanagement sieht bauliche und organisatorische M
So sah es Ende Mai 2016 in Hochdorf aus. Das Schutzkonzept zum Stark regenrisikomanagement sieht bauliche und organisatorische Maßnahmen zum Schutz vor. (Foto: Archiv: Gerhard Rundel)

Wenn es um den Schutz vor Starkregen geht, muss die Gemeinde Hochdorf die topografischen Gegebenheiten mit teils steilen Hängen oberhalb der drei Teilorte berücksichtigen. Das Risikomanagement gemäß einem Leitfaden des Landes nimmt besonders die Bereiche mit hohem Schadenspotenzial in den Blick:

Schweinhausen

Bischof-Sproll- und Stauferstraße: Zu ihrem Schutz wurde bereits 2016 ein Absetzbecken sowie beim Ortsbach ein Erdwall errichtet. Die Straße dorthin soll ausgebaut werden, um sie unterhalten zu können. Der Geröllfang vor dem Einlauf in die Verdolung (das eingefasste und überdeckelte Betonbett) soll nach Unteressendorfer Vorbild ausgebaut werden, um einer Verstopfung vorzubeugen, empfiehlt der Ingenieur Max Huchler vom gleichnamigen Schweinhauser Büro.

Ummendorfer Straße: Hier sieht Huchler keine Möglichkeit für ein Becken oder einen Wall. Landwirte sollten zu weniger Erosion beitragen, Privateigentümern wird Eigenvorsorge empfohlen. Zudem gelte es das Bewusstsein zu schärfen, dass die Kreisstraße unpassierbar werden kann.

Westlich der Stauferstraße: Ergreift die Gemeinde oben genannte Maßnahmen, sollte sich auch hier die Situation entspannen. Besonders schützenswert sind das Regenüberlaufbecken und das Abwasserpumpwerk in Appendorf. „Das sollte gerade dann nicht ausfallen, wenn Schlamm ab- und Keller auszupumpen sind“, sagte Huchler.

Hochdorf

„Franzosenloch“ und „Alte Kiesgrube“: Hier drohen bereits bei der niedrigsten von drei Starkregenstufen Überschwemmungen, aber mit begrenztem Schadenspotenzial. Klar sollte sein, dass die Straße Hochdorf - Schweinhausen unpassierbar werden kann und der Fußballplatz in der Senke im Zweifel nicht benutzt werden sollte.

Baugebiete Auwiesen und Kreuzäcker: Sie sind ebenfalls bereits im Szenario „selten“ betroffen. Ob über das bereits errichtete Absetzbecken Teuchelgrube und den Wall hinaus „baulich noch viel machbar ist, ist fraglich“, wegen der Topografie und der Eigentumsverhältnisse wegen. Für die Kreisstraße empfahl er Schutzmaßnahmen.

Zwischen Tulpen-/Öschle- und Angerweg: Hier sind schnelle Abflüsse zu befürchten, von Ost nach West stäreker werdend. Ziel sollte es sein, die Geschwindigkeit zu bremsen und mitgespültes Geröll abzufangen.

Entlang des verdolten Rosenbachs: Entlang der Linie Erlenweg - Bahnhofstraße liegen öffentliche Gebäude wie Kindergarten, Grundschule, Rathaus und Halle und hier wohnen viele Bürger – das Schadenspotenzial ist also hoch. Hier wurden schon kleine Rückhalte hergestellt. Wichtig wäre, den Einlauf des Bachs in die Verdolung zu schützen. Für die öffentlichen Einrichtungen gibt es Risikosteckbriefe, die auch organisatorische Maßnahmen für den Krisenfall vorsehen.

Gewerbegebiet, Bahnlinie und B30: Die Gewerbebetriebe im Gebiet „Steigäcker“ müssten selbst vorsorgen, sagte Huchler. Klar ist, dass der Bahnverkehr schon bei der niedrigsten von drei Starkregenstufen gestört werden kann. Verkehrsteilnehmer sollten im Hinterkopf haben, dass die Bahnunterführung mit Wasser volllaufen kann. Auf der B 30 müsse man Beeinträchtigungen durch Schlamm einkalkulieren.

Unteressendorf

Bei außergewöhnlichen oder extremen Starkregenfällen ist zu erwarten, dass das Wasser nicht mehr dem Verlauf des Grabens unterhalb des Gewann Scharbens folgt und Schlamm und Geröll über die B 30 hinweg in die Biberacher Straße gelangen. Ein weiterer Zustrom erfolgt von Oberessendorf her parallel zur B 30. Rund um den Prozessionsweg sind besonders hohe Einstautiefen bis zu einem Meter zu befürchten. Huchler empfiehlt zu prüfen, ob die B-30-Unterführung dort in Extremfällen zugemacht werden könnte; die B 30 wirkte dann wie als natürlicher Damm und schüfe einen sehr großen Rückhalteraum. Der Zustrom westlich der B 30 gilt als weniger problematisch. Im Extremszenario könnten aber die Siedlung Straßenäcker und Grundstücke westlich der Waldseer Straße betroffen sein, was Eigentümer wissen sollten. Aus Gemeindesicht besonders schützenswert ist das Regenüberlaufbecken.

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