Seelsorgeeinheit erinnert an großes Vorbild

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 Bischof Gebhard Fürst hat in der Kirche Mariä Himmelfahrt den Gedenkgottesdienst zum Todestag von Bischof Joannes Baptista Spro
Bischof Gebhard Fürst hat in der Kirche Mariä Himmelfahrt den Gedenkgottesdienst zum Todestag von Bischof Joannes Baptista Sproll zelebriert. (Foto: Gerhard Rundel)
Gerhard Rundel

Mit einem Pontifikalamt hat die Kirchengemeinde Schweinhausen am Sonntag an den 70. Todestag von Bischof Joannes Baptista Sproll erinnert. Beim Festgottesdienst mit Bischof Gebhard Fürst gedachte die Seelsorgeeinheit „Heimat Bischof Sproll“ ihres Namensgebers. Am Ende des Gottesdienstes zündete Bischof Fürst in dem vor drei Jahren eingeweihten Gedenkort in der Kirche eine dafür gefertigte Kerze an.

In seiner Predigt erinnerte Bischof Fürst an den in Schweinhausen geborenen Glaubenszeugen und Bekennerbischof Joannes Baptista Sproll. Fürst stellte einen Bezug zur Lesung aus den Briefen des Apostels Paulus her. Wie kein anderer habe Sproll zu dem gestanden, was Paulus in der Lesung schreibe, sagte der Bischof: „Er stand für das gläubige, das feste und innige Bekenntnis zu Gott. Neben Kardinal Clemens August von Galen war Sproll der einzige deutsche Bischof, der den nationalsozialistischen Machthabern öffentlich, eindeutig und entschieden die Stirn geboten hat“, predigte Fürst. „Er prangerte deren Ideologie, die Euthanasieprogramme, den Rassenwahn und die Religionsfeindlichkeit des Regimes an und war der einzige Bischof, der in dieser Zeit ins Exil gehen musste.“ Fortiter in fide – „Tapfer im Glauben“ sei sein bischöflicher Wahlspruch gewesen. Den Gläubigen in Schweinhausen dankte Bischof Gebhard, dass sie nicht müde werden, das Gedächtnis an ihren Bischof hochzuhalten und ihm sogar einen Erinnerungsort geschaffen haben. Solche Orte seien wichtig, damit das Geschehene nicht in Vergessenheit gerät.

Der Gottesdienst wurde von einem Projektchor, gebildet aus dem Kirchenchor Schweinhausen und Sängern aus den Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit, umrahmt. Die Leitung hatte Blanka Wiedergrün, an der Orgel spielte Simon Föhr.

Nach der Messe begleitete die Musikkapelle Schweinhausen den Bischof samt einer großen Schar an Gläubigen, bei Regen und Sturm, in die nahegelegene Gemeindehalle zum Stehempfang. Hier konnte jeder mit Bischof Gebhard Fürst ins Gespräch kommen.

„Nur noch wenige Bürger von Schweinhausen können sich an persönliche Begegnungen mit Bischof Sproll erinnern“, sagte die zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats Elisabeth Schühle. „Mit dieser Gedenkfeier sowie unserer Gedenkstätte wollen wir, dass sich auch nachfolgende Generationen ein Bild vom Wirken unseres Bekennerbischofs und seinem eindeutigen Protest gegen das NS-Regime machen können.“

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