Kosten für neues Feuerwehrgerätehaus steigen

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Der Hochdorfer Gemeinderat hat sich am Dienstag erneut mit dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Unteressendorf befasst. Dabei ging es primär um die Ergebnisse der Baugrunduntersuchung.

Der Neubau soll auf einer Fläche neben dem Bolzplatz entstehen, die der Gemeinde gehört. Einziges Manko: An dieser Stelle befand sich einst eine Kiesgrube, die in späteren Jahren mit unterschiedlichen Materialien wieder aufgefüllt worden ist. Die Untersuchung kommt nun zu dem Ergebnis, dass der Baugrund verbessert werden muss. Entweder, indem man einen Gründungskörper aus Kies einbaut. Oder indem eine Gründung auf Brunnenringen erfolgt. Beide Varianten sind laut Architekt Uwe Fischbach etwa gleich teuer, rund 30 000 Euro. Dadurch erhöht sich die bisherige Kostenschätzung auf nun insgesamt rund 870 000 Euro. Architekt Fischbach sprach sich eindeutig für die Variante mit den Brunnenringen aus. Dabei sei garantiert, dass es später zu keinem Absacken des Untergrunds komme.

Kosten deutlich erhöht

Dass die Kosten sich damit nun deutlich erhöhen, sorgte für Unmut im Gemeinderat. Eine knappe Stunde lang diskutierte der Rat, ob dieser Bereich wirklich der ideale Platz für den Neubau sei, ob es keine besseren Alternativen im Ort gebe und ob es Sinn mache, für eine „bessere Garage für zwei Feuerwehrfahrzeuge“ so viel Geld auszugeben. Vor allem mit dem Hintergrund, dass dann wahrscheinlich in ein paar Jahren das gleiche in Schweinhausen bevorsteht. Nicht nur Gemeinderat Thomas Booch beurteilte die Kosten als „unverhältnismäßig hoch“. Mehrere Gemeinderäte hinterfragten die gestiegenen Kosten und ob es denn nicht möglich sei, die Halle kleiner zu bauen. Fischbach sagte, das sei nicht möglich. Er sehe kein wesentliches Einsparpotenzial

Claus Rief plädierte dafür, sich doch noch einmal auf die Suche nach einem geeigneteren Platz zu machen. Dieser Vorschlag fand jedoch keine Mehrheit. Bürgermeister Klaus Bonelli erinnerte daran, dass der Gemeinderat sich ganz klar dafür ausgesprochen habe, dass es auch in Zukunft drei Feuerwehren in Hochdorf geben soll. Die Konsequenz sei, dass dann eben auch drei Feuerwehren ausgestattet und finanziert werden müssten. „Und ein anderer Standort wird voraussichtlich auch nicht billiger“, so Bonelli. Fischbach erinnerte daran, dass am jetzigen Standort alle Optionen geprüft wurden, ein Anbau jedoch nicht möglich sei.

Gemeinderat und Feuerwehrkommandant Patrick Christ bot einen Kompromiss an: Falls der Kies aus der gemeindeeigenen Kiesgrube sich zum Verfüllen eigne, seien die Feuerwehrkameraden bereit, diese Arbeit zu übernehmen. Dadurch könnten die Kosten reduziert werden. Die Gründung mit Brunnenringen kann hingegen nur von einer Spezial-Tiefbaufirma übernommen werden.

Der Gemeinderat stimmte dafür, die Variante mit dem gemeindeeigenen Kies zu prüfen und sprach sich mit zehn Ja-, zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen erneut für den bereits beschlossenen Standort aus. Sollte diese Variante nicht möglich sein, wird die Gründung mit Brunnenringen erfolgen.

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