Kein Teilort ist wichtiger als der andere

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2019 werden die Gemeinderäte neu gewählt.
2019 werden die Gemeinderäte neu gewählt. (Foto: Bodo Schackow/dpa)

Obwohl deutlich mehr Menschen in Schweinhausen als in Unteressendorf leben, werden beide Hochdorfer Teilorte momentan von jeweils vier Gemeinderäte vertreten. Und so soll es auch bleiben – das hat der Gemeinderat am Montagabend entschieden. Hochdorf selbst wird weiterhin von fünf Gemeinderäten vertreten. Hintergrund für die Diskussion ist die nächstes Jahr anstehende Kommunalwahl.

Immer wieder beraten Gemeinden im ländlichen Raum darüber, in welchem Verhältnis die einzelnen Teilorte im Gemeinderat einer Gesamtgemeinde repräsentiert sein sollten. In manchen Gemeinderäten sind die Sitze prozentual entsprechend der Einwohnerzahl vergeben. Andere Kommunen haben die sogenannte unechte Teilortswahl inzwischen abgeschafft und die Sitze werden ausschließlich nach den Wählerstimmen verteilt – was dazu führen kann, dass der Hauptort stärker als die Teilorte repräsentiert ist.

In Hochdorf stand die Abschaffung der unechten Teilortswahl am Montag nicht zur Diskussion. Hauptamtsleiterin Beate Fritz wies jedoch darauf hin, dass die Gemeindeordnung für eine Gemeinde wie Hochdorf eigentlich zwölf und nicht 13 Sitze vorsieht. Um zu berechnen, wie die Sitze theoretisch verteilt werden sollten, ist in diesem Fall die Einwohnerzahl des 30. Septembers 2017 maßgebend. In Hochdorf lebten am Monatsanfang 976, in Schweinhausen 783 und in Unteressendorf 563 Personen.

Ausgehend von diesen Zahlen, ergeben sich hieraus für die Kommunalwahl 2019 für Hochdorf 5,5, für Schweinhausen 4,4 und für Unteressendorf 3,2 Sitze. Rein rechnerisch wäre es daher sinnvoll gewesen, den Gemeinderat auf zwölf Personen zu verkleinern, Unteressendorf künftig mit nur noch drei, Schweinhausen mit vier und Hochdorf mit sechs Gemeinderäten zu vertreten. Diese Rechnung fand jedoch keine Befürworter.

Gemeinderätin Margit Geiger stellte den Antrag, die bisherige Sitzordnung beizubehalten. Die momentane Zusammenarbeit funktioniere sehr gut und kein Teilort solle weniger repräsentiert werden als andere, so ihr Argument. Der Antrag wurde mit zwei Enthaltungen angenommen, wie Hauptamtsleiterin Beate Fritz der Schwäbischen Zeitung auf Anfrage bestätigte.

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