Hochdorfer Firma will Nummer eins in der Nische werden

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Die Hochdorfer Firma medica Medizintechnik will mit einer französischen Vertriebstochter den Export stärken: (von links) Philipp
Die Hochdorfer Firma medica Medizintechnik will mit einer französischen Vertriebstochter den Export stärken: (von links) Philippe Boillon, Jacqueline Hörnle (Unternehmensentwicklung medica), Joseph Hodgkinson und Peter Kopf. (Foto: medica medizintechnik gmbh)
Schwäbische Zeitung

Das nennt man wohl einen versteckten Weltmeister unter den baden-württembergischen Mittelständlern: Die Hochdorfer Firma medica Medizintechnik entwickelt, produziert und vertreibt mit mehr als 120 Mitarbeitern Therapiegeräte für Menschen, die ihre Beine nicht richtig bewegen können. Jetzt hat die Firma eine französische Vertriebstochter gegründet und der medica-Geschäftsführer Peter Kopf sagt selbstbewusst: „Damit wollen wir unserer Vision, weltweit die Nummer eins in der neurologischen und geriatrischen Rehabilitation zu sein, ein wesentliches Stück näherkommen.“

Vertrieb in eigener Hand

Schon bisher liefern die Oberschwaben unter dem Markennamen Thera-Trainer Geräte in mehr als 70 Länder, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt. Im Ausland arbeitet die Firma in der Regel mit Vertriebspartnern zusammen. Frankreich sei für medica einer der wichtigsten europäischen Märkte und deshalb haben die Hochdorfer gerade dort ihre erste eigene internationale Vertriebsgesellschaft gegründet. „Diese vertreibt dort nur unsere Produkte“, sagte eine Unternehmenssprecherin der „Schwäbischen Zeitung“. Da die medica Medizintechnik GmbH zugleich der Hauptanteilseigner der Gesellschaft mit Sitz im nordfranzösischen Verton ist, versprechen sich die Verantwortlichen davon eine stärkere Markenpräsenz und mehr Einfluss auf den Vertrieb.

Gehen die Pläne auf, wäre das sicher nicht zum Nachteil des Hauptstandorts Hochdorf. Konkret beziffern lässt sich das zum jetzigen Zeitpunkt nicht, aber die Sprecherin sagte: „Wenn die Vertriebszahlen nach oben gehen, wirkt sich das natürlich auf die Produktion aus.“ Da Entwicklung und Montage in Hochdorf konzentriert sind, könnten perspektivisch durchaus hiesige Arbeitsplätze gesichert oder sogar neue geschaffen werden.

Ganze Produktpalette im Blick

Bisher wurden in Frankreich ausschließlich Cycling-Geräte vertrieben. Die Gründung der eigenen Vertriebstochter „wird die internationale Vermarktung unserer gesamten Produktpalette sowie der Gesamtlösung für die neurologische Rehabilitation forcieren“, zeigt sich medica-Geschäftsführer Kopf überzeugt. Er unterzeichnete die Verträge mit den Leitern der Niederlassung in Frankreich, Joseph Hodgkinson und Philippe Boillon. Hodgkinson ist den Hochdorfern schon lange verbunden, war er doch mit seinem Unternehmen bisher autorisierter Importeur von Geräten der oberschwäbischen Medizintechnikfirma. Der Vertriebsleiter Boillon war zuvor für ein großes französisches Handelsunternehmen für Rehabilitation tätig und bringe ein umfangreiches Netzwerk innerhalb der Branche mit.

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