Hochdorf will 6,3 Millionen Euro investieren

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 Der Umbau der Gemeindehalle in Hochdorf ist das größte Projekt dieses Jahr.
Der Umbau der Gemeindehalle in Hochdorf ist das größte Projekt dieses Jahr. (Foto: Katrin Bölstler)

Der Hochdorfer Gemeinderat hat am Dienstagabend den Haushaltsplan für das laufende Jahr verabschiedet. Während der Vorberatungen im Januar hatte es große Unstimmigkeiten darüber gegeben, wie hoch das Budget für die Feuerwehren und den Bauhof ausfallen soll. Nun ist klar: Die drei Feuerwehren werden insgesamt 25 500 Euro zur Verfügung haben – und nicht, wie von ihnen gewünscht, 59 000 Euro.

Sachverhalt geklärt

Die Annahme von Patrick Christ, Kommandant der Gesamtfeuerwehr und Gemeinderat, die Gemeinde sei verpflichtet, der Wehr Ausgehuniformen zu bezahlen, stellte sich als falsch heraus. Der Sachverhalt wurde sowohl mit dem zuständigen Sachbearbeiter beim Landratsamt als auch mit einem Referenten des Gemeindetags abgeklärt. Die Feuerwehr kann nun selbst entscheiden, ob und wann sie die Ausgehuniformen anschafft.

Neubau Feuerwehrgerätehaus

Unabhängig davon enthält der Haushaltsplan eine erste Investitionsrate für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Unteressendorf. Diese beläuft sich auf 450 000 Euro. Dem stehen Einnahmen in Höhe von rund 322 000 Euro gegenüber. Die Gemeinde wird zusätzlich für das Projekt einen Ausgleichsstockantrag stellen. Insgesamt soll der Neubau 880 000 Euro kosten. Bonelli wies zudem darauf hin, dass ab dem Jahr 2020 auch das neue Feuerwehrfahrzeug zu finanzieren ist. Kostenpunkt: rund 240 000 Euro.

Bonelli hatte sich im Vorfeld der Sitzung zudem mit dem Leiter des Bauhofs darauf geeinigt, dessen Budget auf 20 000 Euro festzusetzen, die Leasingrate für das neue Fahrzeug jedoch anderweitig zu verbuchen. Diese Rate hatte das Budget des Bauhofs bisher erheblich belastet. Weiterhin gilt, dass Bauhof und Feuerwehren eigenverantwortlich entscheiden sollen, wofür sie dieses Geld ausgeben, und inwieweit es sinnvoll, für größere Anschaffungen vorausschauend zu sparen.

2018 lief besser als erwartet

Klaus Bonelli stellte in der Gemeinderatssitzung die wichtigsten Zahlen im Haushalt 2019 vor. Mittlerweile ist klar, dass 2018 deutlich weniger aus den Rücklagen entnommen werden musste als geplant. Zum Jahresende beliefen sich die Rücklagen daher auf 820 000 Euro.

Wichtige Einnahmen

Der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer bleibt die größte und wichtigste Einnahmequelle. Nach den Steuerdaten vom Oktober steigt sie gegenüber der Planzahl der Vorjahres und beläuft sich voraussichtlich auf 1,5 Millionen Euro. Die Gewerbesteuer wird mit 600 000 Euro veranschlagt. Nach Erschließung des neuen Gewerbegebiets rechnet die Gemeinde mit deutlich höheren Einnahmen. Eine weitere wichtige Einnahmekomponente bleiben die Schlüsselzuweisungen, die dieses Jahr wieder höher ausfallen: 1,1 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen Personalausgaben in Höhe von 2 Millionen Euro. Die Personalausgaben machen ein Viertel der Ausgaben des Verwaltungshaushalts aus.

Wo investiert wird

Zusätzlich zu den bereits genannten Investitionen fallen dieses Jahr noch Restkosten für die Grundschulerweiterung an, weil die Maßnahme 2018 nicht vollständig abgerechnet werden konnte. Kostenpunkt: 245 000 Euro. Die Gemeinde Hochdorf ist an der Wiedervernässung des Ummendorfer Rieds beteiligt. Eine erste Kostenrate beläuft sich auf 50 000 Euro.

Kita-Sanierung

Die Gemeinde hat mit der Sanierung des Kindergartens in Unteressendorf begonnen. Das Projekt wird voraussichtlich rund 540 000 Euro kosten. Aufgrund des Baufortschritts konnte der Planansatz 2018 nicht komplett in Anspruch genommen werden; die restlichen Baukosten in Höhe von 450 000 Euro werden 2019 neu eingeplant.

Sanierung Mozartstraße

Die Sanierung der Mozartstraße ist abgeschlossen. Doch auch hier lag die Schlussrechnung zum Jahresende noch nicht vor, sodass Restkosten von 75 000 Euro einzuplanen sind. Die Gemeinde plant die Umsetzung weiterer Starkregenschutzmaßnahmen: 50 000 Euro.

Umbau Gemeindehalle

Größtes Projekt ist und bleibt der Umbau der Gemeindehalle. Die Sanierungsarbeiten erstrecken sich über das ganze Jahr 2019. Mit rund 2,2 Millionen Euro wird der Löwenanteil der anfallenden Baukosten eingeplant. Demgegenüber stehen Zuschüsse in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Die Restkosten in Höhe von 400 000 Euro sind für das Jahr 2020 vorgesehen.

Breitbandausbau

Nachdem der Gemeinderat im vergangenen Jahr die Priorisierung des Breitbandausbaus beschlossen hat, soll 2019 mit den Planungen begonnen werden. Daher wurde eine erste Planungsrate mit 10 000 Euro eingestellt. Dieses Thema wird die Gemeinde in den nächsten Jahren verstärkt beschäftigen.

Insgesamt ergibt sich so für das Jahr 2019 ein Investitionsvolumen von 6,3 Millionen Euro. Dieses wird durch die Zuführungsrate in Höhe von rund einer Million Euro, einer Rücklagenentnahme von 820 000 Euro und einer Kreditaufnahme finanziert. Sollte alles wie geplant verlaufen, bleibt am Ende des Jahres allerdings nur noch die Mindestrücklage übrig.

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