Gute Auftragslage zögert Bauarbeiten hinaus

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Vollsperrung auf der L284. Diese führt hier die B30 über.
Vollsperrung auf der L284. Diese führt hier die B30 über. (Foto: BWO)
Crossmedia-Volontärin

Seit Mitte Mai ruht der Verkehr auf der L284 bei Schweinhausen an der Überführung über die B30. Statt planmäßig bis zum 18. September könnte die Vollsperrung nun bis Ende Oktober andauern. Schuld daran hat nicht die beauftragte Baufirma. Nachunternehmer kommen aufgrund voller Auftragsbücher mit den Arbeiten nicht hinterher.

Bernd Kruss aus Hochdorf fährt fast täglich an der Baustelle vorbei. Fährt er für Erledigungen nach Biberach, kann er auf dem Hinweg einfach die B30 nutzen. Auf dem Rückweg muss er einen Umweg über Ummendorf in Kauf nehmen. „Darunter leide ich jetzt nicht wirklich. Aber da sieht man kaum Leute, die Baustelle dümpelt so vor sich hin“, berichtet der SZ-Leser.

Bauarbeiten im Hintergrund

Tatsächlich sei der Betrieb auf der Baustelle nicht immer sichtbar, erklärt Dirk Abel, Pressesprecher des Regierungspräsidiums (RP) in Tübingen, auf Nachfrage. „Zuletzt wurde eine Schicht Epoxidharz aufgetragen. Das ist eine Schicht zur Abdichtung und die trocknet aktuell aus.“

Zudem liefen einige der Arbeiten im Hintergrund ab, ergänzt Bernd Weimer. Er leitet die Bauwerksinstandsetzung der Firma Storz Verkehrswegebau aus Tuttlingen, die mit den Bauarbeiten beauftragt wurde. „Für Außenstehende ist es einfach zu sagen, dass sich nichts tut. Ständig finden Messungsarbeiten statt, die in der Planung wieder berücksichtigt werden müssen. Das sieht kein Mensch.“ Auch das Gerüstnetz schränke die Sicht auf das Treiben auf der Baustelle ein, sagt Weimer. „Die Baustelle ist immer besetzt. Unser eigenes Personal ist ständig draußen.“ Das bedeute jedoch nicht, dass immer eine ganze Brigade an Handwerkern anwesend sei. „Bis zu 17 Gewerke sind hier tätig. Wir efüllen drei davon“, sagt Weimer. So kümmerten sich die Storz-Mitarbeiter um den Straßen- und Betonbau sowie die Entwässerung. Den Rest erledigen Nachunternehmer. Die rückten auch nur aus, wenn ihre Leistung gefordert sei.

Genau hier liegt der Knackpunkt. Bis dato sei alles nach Plan gelaufen, erklären RP und die Baufirma. Dennoch müssten sich Autofahrer noch ein paar Wochen gedulden. „Wenn uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, müsste die Strecke Ende Oktober wieder freigegeben sein“, sagt Bernd Weimer.

Die Bauarbeiten gerieten in Verzug, da die Nachunternehmer „bis zur Halskrause“ voll mit Aufträgen seien. „Da kann nicht immer alles nach Termin laufen. Das ist wie ein Zahnrad, alles ergänzt sich“, sagt Weimer. Die Situation sei bedauerlich, eine termingerechte Erfüllung stets im Interesse der Baufirma. „Ganz allgemein gesagt: Die Bauwirtschaft kann gar nicht mehr alle Bauaufgaben, die anstehen, bedienen.“ So brauche es Zeit. An den Kosten von rund 850000 Euro ändere das aber nichts.

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