Breitbandausbau: Hochdorf investiert

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 In Zukunft sollen bei allen Tiefbauarbeiten in der Gemeinde Hochdorf Glasfaserkabel bis zum Gebäude mit verlegt werden.
In Zukunft sollen bei allen Tiefbauarbeiten in der Gemeinde Hochdorf Glasfaserkabel bis zum Gebäude mit verlegt werden. (Foto: Sebastian Willnow/dpa)
Josef Aßfalg

Wie soll es weitergehen mit dem Breitbandausbau? Wie kann es gelingen, dass wirklich alle Haushalte im Landkreis Biberach künftig Zugang zu schnellem Internet haben? Mit diesen Fragen beschäftigen sich zurzeit fast alle Gemeinderäte im Landkreis Biberach. Auch im Gemeinderat Hochdorf wurde diese Woche darüber beraten, wie viel Geld die Gemeinde in den kommenden Jahren in die Hand nehmen will und wie die bisher nicht so gut versorgten Ortsteile angebunden werden könnten.

Hintergrund für die Diskussion ist der vom Landkreis Biberach beschlossene Backbone-Ausbau. Wie mehrfach berichtet, plant der Landkreis, eine flächendeckende Datenautobahn zu bauen. Für die Herstellung der Ortsnetze, inklusive Kabel und Verteileinrichtungen, sind die Kommunen aber weiterhin selbst verantwortlich. Mit dem Start des Backbone-Ausbaus muss nun auch die entsprechende Ausschreibung für den späteren Netzbetrieb erfolgen, um frühzeitig einen geeigneten Netzbetreiber zu finden. Die Städte und Gemeinden sollen daher jetzt festlegen, wann welcher Teil des Gemeindegebiets ausgebaut werden soll.

In der Gemeinderatssitzung anwesend war Patrick Burger von der Firma Geo Data. Er stellte die Planungen für einen möglichen innerörtlichen Ausbau für die Gesamtgemeinde Hochdorf vor. Eine wichtige Information für die Gemeinderäte: Zuschüsse für einen weiteren Ausbau gibt es nur für jene Ortsteile, in denen das Internet langsamer als 30 Mbit/Sekunde ist. Denn nur jene Haushalte und Gewerbebetriebe, die unter diese Schwelle liegen, gelten als unterversorgt.

Nach derzeitiger Kostenschätzung muss die Gemeinde abzüglich erwartender Zuschüsse von etwa 600 000 Euro rund 4,2 Millionen Euro in die Hand nehmen. Ein weiterer Ausbau in Hochdorf und Unteressendorf ist nicht förderfähig. Laut Burger kann die Gemeinde Hochdorf jedoch Fördergelder für einen weiteren Breitbandausbau in den Teilorten Appendorf und Schweinhausen beantragen. Anders sieht die Situation in Unteressendorf aus. Dort hat die Telekom mittlerweile ihre Verteilerkästen mit Glasfaser aufgerüstet. Somit ist eine Breitbandversorgung mit bis zu 100 Mbit/s möglich und überschreitet damit die Kapazitätsgrenze. Wann immer die Gemeinde in Zukunft selbst Tiefbaumaßnahmen vornimmt, wird sie in Zukunft das FTTB-Netz (Glasfaseranschluss bis ans Gebäude) weiter ausbauen. Auch dieser Schritt wird jedoch nicht finanziell gefördert.

Laut den Berechnungen der Firma Geo Data wird es 259 420 Euro brutto kosten, um in Appendorf Glasfaserkabel bis an jedes Gebäude zu verlegen. Abzüglich der Förderung von 76 857 Euro verbleiben 182 562 Euro, die die Gemeinde tragen muss. Die Kostenanteile der Grundstückseigentümer, deren Höhe der Gemeinderat noch zu beschließen habe, können abgezogen werden.

Für Schweinhausen Nord ist bei einer gesamten Trassenlänge von 2320 Metern mit Kosten von brutto 702 107 Euro und einer voraussichtlichen Förderung von 194 078 Euro zu rechnen. Der südliche Teil von Schweinhausen mit 3536 laufenden Metern Trassenlänge schlägt mit 1,067 Millionen Euro zu Buche. Abzüglich der Förderung verbleiben 740 257 Euro.

Wenn Unteressendorf und umliegende Weiler mittel- bis langfristig dazukommen, ist mit 2,724 Millionen Euro ohne Förderung zu rechnen. Nach heutigem Stand belaufen sich die Kosten für die Ausbaukonzeption brutto auf insgesamt 4,752 Millionen Euro und die zu erwartenden Zuschüsse auf 597 640 Euro. Als Erfahrungswert seien Baunebenkosten mit 19 Prozent auf die Trassenlänge und ein Sicherheitszuschlag von 5 Prozent einkalkuliert, so Burger. Und: Die angenommene Förderung betreffe die derzeitige Förderrichtlinie. Der Sachstandsbericht wurde vom Gemeinderat zustimmend zur Kenntnis genommen. Die notwendigen Mittel werden entsprechend der Ausbauplanung in den Haushalten eingestellt. Der geplante Ausbau nach der Prioritätenliste steht unter dem Vorbehalt der Gewährung der Zuschüsse.

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