Bebauungsplan legt Lärmbelastung fest

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Die Erschließung des neuen Gewerbegebiets Wasserfall in Hochdorf rückt näher. Der Gemeinderat hat sich diese Woche mit den eingegangenen Stellungnahmen der Behörden aus der frühzeitigen Beteiligung befasst und danach den Entwurf des Bebauungsplans gebilligt. Da es sich um ein klassisches Verfahren handelt, werden nun erneut Stellungnahmen der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange eingeholt. Die Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgt ebenfalls im im üblichen Rahmen. Der Bebauungsplan wird einen Monat lang ausgelegt.

Max Huchler vom Ingenieurbüro Huchler stellte in der Gemeinderatssitzung den Planentwurf vor und ging auf die eingegangenen Stellungnahmen ein. Die Netze BW teilte mit, dass sich in diesem Bereich eine 20-kV-Freileitung und Trafostation befindet. Im Zuge der Erschließung plant die Netze BW, diese Freileitung zu verkabeln. Um die Versorgung des künftigen Gewerbegebiets mit Strom sicherzustellen, benötigt der Energiekonzern nach eigenen Angaben eine neue Umspannstation. Der Standort hierfür könne jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgewiesen werden. Das Stadtplanungsamt Biberach wurde bereits frühzeitig in die Planungen mit eingebunden und erhebt daher auch keine Einwände, weist jedoch darauf hin, dass das Gewerbegebiet in der 4. Änderung des Flächennutzungsplans enthalten ist.

Das Gebiet beinhaltet sowohl einen als reines Gewerbegebiet gekennzeichneten Bereich als auch ein Mischgebiet. Das Landratsamt Biberach weist in seiner Stellungnahme daher darauf hin, dass bei der Bebauung auf ein ausgewogenes Verhältnis geachtet werden muss. Mehr als 50 Prozent Wohnbebauung soll es in dem Mischgebiet nicht geben. Die Flächen, die als Mischgebiet ausgewiesen sind, befinden sich in Privatbesitz und die Gemeinde hat nicht die Absicht, diese zu erwerben. Sie hat damit auch keinen Einfluss darauf, wer die Flächen kauft. Der Grundstückseigentümer sei auf die Rechtslage jedoch hingewiesen worden.

Bezüglich des Naturschutzes teilt die Verwaltung mit, dass mittlerweile ein Umweltbericht mit einer Eingriffs- und Ausgleichsbilanz vorliegt. Geplant ist, den Eingriff in die Natur durch die Beteiligung an der Wiedervernässung des Ummendorfer Rieds auszugleichen. Eine erste Begehung hinsichtlich des Artenschutzes sei erfolgt. Allerdings sei inzwischen klar, dass im Frühjahr eine zusätzliche vogelkundliche Begehung stattfinden muss. Das Gewerbegebiet grenzt, durch die Kreisstraße getrennt, an das Wohngebiet Kreuzäcker. Das Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz im Landratsamt Biberach regte daher an, eine Übergangszone im Gewerbegebiet längs der Kreisstraße festzulegen, in dem sogenannte „nicht wesentlich störende Gewerbebetriebe“ ausgewiesen werden. Wie Max Huchler erläuterte, wurde jedoch eine schalltechnische Untersuchung mit entsprechender Lärmkontingentierung gemacht. Diese zeige, dass es nicht nötig sei, eine solche Zone auszuweisen, auch, weil das Wohngebiet zur Straße hin einen Lärmschutzwall hat.

Archäologische Funde möglich

Das Amt für archäologische Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Tübingen weist darauf hin, dass es nördlich des Bereichs in den 1950er-Jahren archäologische Funde gegeben hat, die auf eine ehemalige römische Hofanlage hinweisen. Es könnte daher sein, dass es bei der Erschließung weitere Funde geben wird. In diesem Fall müssten die Bauarbeiten unterbrochen und die Behörde hinzugezogen werden. Nachdem die Stellungnahmen ausführlich besprochen worden waren, ging Huchler noch auf die örtlichen Bauvorschriften ein. Diese untersagen, dass in dem Gewerbe- und Mischgebiet Bordelle, Veranstaltungs-, Messe- und Eventhallen angesiedelt werden. Diese klare Formulierung ist nötig, da die Gemeinde plant, nur einen Teil der Flächen zu kaufen. Festgelegt ist auch, dass entlang der Kreisstraße ein 15 Meter breiter Streifen von jeglicher Bebauung freizuhalten ist.

Das Gebiet ist in fünf kleinere Flächen aufgeteilt. Dort sind dann jeweils nur solche Betriebe und Anlagen zulässig, deren Geräusche die im Bebauungsplan angegeben Emissionskontingente nicht überschreiten. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Lärmbelastung für die angrenzende Wohnbebauung gering gehalten wird. Ein wichtiges Thema ist der Hochwasserschutz. Wie Huchler ausführte, ist damit zu rechnen, dass bei starkem Regen das Oberflächenwasser aus dem südöstlich angrenzenden Gebiet in das künftige Gewerbegebiet fließen könnte. Aufgrund des Gefälles im Gelände könnte es zudem sein, dass Oberflächenabflüsse verstopft oder überlastet sein werden. Im Bebauungsplan wird daher darauf hingewiesen, dass Eigentümer dies bereits beim Bau berücksichtigen und dementsprechend zum Beispiel durch das Hochziehen von Luftschächten Vorkehrungen treffen sollten.

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