Bürgerschaftliches Engagement soll neu definiert werden

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Wie soll bürgerschaftliches Engagement künftig in Hochdorf gefördert und definiert werden? Vor allem Otto Höbel ist es ein Anliegen, sich mit dieser Frage noch vor der Kommunalwahl auseinanderzusetzen, da er dann sein Amt als Gemeinderat niederlegen wird.

2018 hatte der Gemeinderat Hochdorf die Vereinsförderrichtlinien geändert. Diese sind nun darauf ausgerichtet, dass gezielt nur noch Vereine finanziell gefördert werden. Die Kirchengemeinden, der Kirchenchor, die katholische Bücherei und die Landjugend erhalten jetzt keine finanzielle Unterstützung mehr. Auch die Hallennutzungsordnung wurde geändert. Früher konnten alle Gruppierungen die Halle in Hochdorf einmal im Jahr umsonst nutzen. Jetzt fallen Gebühren an.

Diese Neuregelung sorgte für Unmut, unter anderem bei der Landjugend. „In den neuen Richtlinien steht, dass es der Gemeinde ein großes Anliegen sei, die Jugendarbeit zu fördern“, erklärt Landjugend-Gruppenleiter Lukas Albinger. „Von unseren 50 Mitgliedern sind rund 30 zwischen 14 und 20. Es ist für uns daher nicht nachvollziehbar, warum wir auf einmal nicht mehr gefördert werden, nur weil wir kein Verein sind.“ Bei den Mitgliedern der Landjugend sei das Gefühl entstanden, dass ihr Engagement für die Gemeinde nicht mehr gewürdigt werde. „Wir stellen jedes Jahr den Maibaum auf, haben einen Grillplatz angelegt und uns auch sonst immer wieder eingebracht“, zählt Albinger auf. Es gehe ihnen dabei nicht allein um die finanzielle Anerkennung, sondern ums Prinzip. Er sei froh, dass die Debatte um diese Fragestellung nun erneut aufgegriffen werde.

Die Gemeinderäte Otto Höbel, Margit Geiger, Theo Wiedemann und Claus Rief haben gemeinsam diese Woche den Antrag gestellt, hierzu einen Dialog anzustoßen. Der Gemeinderat befürwortete diesen Vorstoß. „Es war unser Ziel, das Vereinsleben zu stärken und das ist uns mit den neuen Regelungen auch gelungen“, erklärt Otto Höbel. „Dabei sind aber einige andere unter den Tisch gefallen, die sich ehrenamtlich engagieren und nun vor den Kopf gestoßen fühlen“, sagt er. „Das darf nicht unser Interesse sein. Klar ist: Es wird wahrscheinlich keine Gleichstellung zu den Vereinen geben, aber es sollte uns gelingen, allen, die sich engagieren, eine Wertschätzung entgegenzubringen“, fasst Höbel zusammen. Es sei bei der Festlegung der Vereinsförderrichtlinien versäumt worden, einen Runden Tisch mit allen Beteiligten zu machen. Das solle nun nachgeholt werden. Nur so könne sichergestellt werden, dass auch weiterhin Menschen motiviert seien, sich auch außerhalb eines Vereins zu ehrenamtlich zu engagieren.

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