Feuerwehren trainieren Evakuierung in Heggbach

Lesedauer: 4 Min

Feuerwehrmänner aus der Umgebung haben sich in Heggbach für den Notfall weitergebildet.
Feuerwehrmänner aus der Umgebung haben sich in Heggbach für den Notfall weitergebildet. (Foto: Thomas Vogel/St. Elisabeth-Stiftung)
Schwäbische Zeitung

Der Notfallplan des Heggbacher Wohnverbunds soll weiter verfeinert werden. Dazu wurde ein Brandschutztag mit rund 50 Aktiven aus benachbarten Feuerwehren veranstaltet. Vor Ort machten sie sich zugleich mit den besonderen Bedingungen eines Einsatzes in Heggbach vertraut.

Der Notfallplan regelt, was zu tun ist, sollte in einem der Gebäude in Heggbach ein Brand ausbrechen. Fünf Prozent der Beschäftigten sind nach Angaben der St.-Elisabeth-Stiftung als Brandschutzhelfer geschult und verstehen sich etwa in der Bedienung von Feuerlöschern. Bis die Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Laupertshausen, Maselheim, Sulmingen, Äpfingen oder auch Biberach eintreffen, läuft die Evakuierung unter Regie der Einrichtung. Die Leiter übergeben der sogenannten Rettungsgruppe die Menschen mit Behinderung.

Die Aufgaben der Rettungsgruppe standen nun auf dem Prüfstand, Ziel war, das Evakuierungskonzept zu verbessern. Gleichzeitig wurden die Feuerwehrleute mit den Perspektiven von Menschen mit Behinderungen vertraut gemacht, mit ihren meist eingeschränkten Sinneswahrnehmungen: Was kann ich ihm oder ihr zutrauen? Oder wie geht es bei herausforderndem Verhalten? Die Feuerwehrleute erfuhren beispielsweise, dass Rollstühle „als Teil des eigenen Körpers“ begriffen würden, dass etwa das Vermissen einer Kuscheldecke Schwierigkeiten hervorrufen könne und dass es generell besonderer Geduld bedürfe und langsamen Redens. Auf jeden Fall müsste trotz der gebotenen Eile versucht werden, einen Kommunikationsfaden herzustellen, um panische Reaktionen zu vermeiden, erfuhren die Feuerwehrleute.

In den praktischen Teilen der Veranstaltung trainierten die Feuerwehrmänner schließlich die Evakuierung mit der Schleifkorbtrage und mit den installierten Evakuierungstüchern, zudem die Übergabe von Rollstuhlfahrern beim Einsatz der Drehleiter.

Am Ende der Veranstaltung, die von der Firma „Fire Circle“ moderiert wurde, zog Marc Neut, Brandschutzbeauftragter der St. Elisabeth-Stiftung, ein positives Resümee. „Ein gelungener Tag“, darin waren sich alle Mitwirkenden einig. Als Schwachpunkt des vorhandenen Konzepts sei insbesondere die Kommunikation zwischen der internen „Rettungsgruppe“ und der externen Einsatzleitung identifiziert worden. „Wie könnte man sich im Fall der Fälle schnell und verlässlich gegenseitig erreichen? Diese Frage wird nun von allen Beteiligten erörtert und fließt in ein überarbeitetes Rettungskonzept ein“, teilt die St.-Elisabeth-Stiftung mit. Bereits am 28. April gibt es ein weiteres Treffen mit den Feuerwehren. Der Kreis werde dann um die rund 40 Mitarbeiter umfassende Rettungsgruppe sowie die Abteilungs- und Gruppenleiter aus Heggbach erweitert.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen