Bei der Feuerwehr Gutenzell soll der neue Mobilfunkmast der Telekom errichtet werden.
Bei der Feuerwehr Gutenzell soll der neue Mobilfunkmast der Telekom errichtet werden. (Foto: Tobias Rehm)

Die Deutsche Telekom AG will das Mobilfunknetz in Gutenzell ausbauen. Über die entsprechenden Pläne informierte Frank-Peter Käßler, Kommunalbeauftragter bei der Telekom, den Gemeinderat von Gutenzell-Hürbel in seiner jüngsten Sitzung. Bei der Feuerwehr in Gutenzell soll ein Mobilfunkmast errichtet werden. Spätestens in eineinhalb Jahren, so die Hoffnung der Telekom, sollen dann LTE-Surfgeschwindigkeiten verfügbar sein. Hürbel muss darauf hingegen noch länger warten.

Auch im Jahr 2018 gibt es sie noch – die Löcher im Mobilfunknetz. Erst vor wenigen Wochen verschickte die Bundesregierung dazu eine Pressemitteilung. Zentrale Aussage: 2021 sollen fast alle Haushalte mit Mobilfunk versorgt sein. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wird nach einem Treffen mit den drei Netzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefónica mit den Worten zitiert: „Ich habe von den Beteiligten die Zusage bekommen, dass im Laufe des Jahres 2021 in jedem Bundesland 99 Prozent der Haushalte mit Mobilfunk versorgt werden.“ Auch in Gutenzell-Hürbel soll es diesbezüglich nun vorangehen, über den Status quo in Sachen Mobilfunknetz gibt es ohnehin keine zwei Meinungen. „Die Versorgung ist derzeit schlecht und nur ganz rudimentär gegeben“, sagt Frank-Peter Käßler im SZ-Gespräch. Dies entspreche nicht dem „Qualitätsstandard der Telekom“. Bürgermeisterin Monika Wieland bezeichnet das Mobilfunknetz schlicht als „miserabel“.

Wieland beschäftigt das Mobilfunk-Thema seit ihrem Amtsantritt im August 2015, bereits zuvor im Wahlkampf wurde die unzureichende Erreichbarkeit mehrfach angesprochen. Vor zweieinhalb Jahren habe sie bei der Telekom noch die Auskunft bekommen, dass Gutenzell-Hürbel zu klein sei, um hier in das Netz zu investieren. In der Zwischenzeit habe sich etwas geändert, so Wieland. „Es gibt politischen Druck.“ Oder wie es Frank-Peter Käßler ausdrückt: „Im Rahmen der Auflagen der Bundesnetzagentur sind wir auf der Suche nach Bereichen, die noch nicht mit LTE versorgt sind.“

In Gutenzell hat das Unternehmen deshalb nun das Gelände der Feuerwehr in den Fokus genommen. Hier soll ein 20 Meter hoher Mobilfunkmast errichtet werden. „Wir beginnen nun konkret damit, diesen Standort zu planen“, erklärt Käßler. Ziel sei es, Gutenzell in einem bis eineinhalb Jahren mit LTE zu versorgen. Dafür sei die Telekom aber auch auf die zuständigen Behörden angewiesen. In den Landratsämtern hätten die Bearbeitungszeiten solcher Vorhaben zuletzt „deutlich zugenommen“, so Käßler. Auch Bürgermeisterin Wieland hofft, „dass wir so schnell wie möglich versorgt sind, möglichst mit allen Anbietern“. Sie sei auch mit Vodafone und O2 im Gespräch. Hier lägen aber aktuell keine Ausbaupläne vor. Im Frühjahr 2019 wisse man möglicherweise mehr.

Standortsuche in Hürbel läuft

Der geplante Telekom-Mobilfunkmast in Gutenzell wird unterdessen nicht das Netz im ganzen Rottal signifikant verbessern. Niedernzell und Dissenhausen werden noch ein etwas abgeschwächtes Signal erhalten, bei angrenzenden Kommunen sei dies aufgrund von Entfernung und Topographie „eher nicht der Fall“, sagt Käßler. In Hürbel sei die Telekom bereit etwas zu machen, wenn es die Möglichkeit dazu gebe. Monika Wieland berichtet, dass sich die Standortsuche in Hürbel für einen Masten „etwas schwierig“ gestalte. Aufgrund der Topographie kämen nicht viele Standorte in Frage. Zudem müssten möglicherweise Aspekte des Denkmalschutzes berücksichtigt werden. „Aber wir sind mit Nachdruck an dieser Sache dran.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen