600 Wendelinusreiter holen sich den Segen
600 Wendelinusreiter holen sich den Segen
Schwäbische Zeitung
Heinz Morlok

„Wo Gott ist, da ist die Zukunft“ - Unter diesem Leitwort von Prälat Franz Glaser aus Untermarchtal und ehemaliger Domkapitular der Diözese Rottenburg, hat am Sonntag die traditionsreiche Reiterprozession in Gutenzell stattgefunden. Der Wendelinusritt, einer der größten Blutritte in Oberschwaben, mit über 600 Reitern und vielen Musikkapellen, hat eine lange Geschichte. Der Ritt fand dieses Jahr zum 60. Mal statt. Der damalige Ortspfarrer, Erwin Sonntag, später Dekan in Ochsenhausen, brachte von einer Reise ins Saarland eine Wendelin-Reliquie mit. Der Überlieferung nach ist der heilige Wendelinus nach seiner Ausbildung in einem irischen Kloster zu einer Pilgerfahrt nach Rom aufgebrochen. Auf dem Rückweg fand er im Saarland sein neues Domizil. Ortsnamen wie zum Beispiel Sankt Wendel sind auf ihn zurückzuführen.

Segen von oben und unten

Zu Beginn der Reiterwallfahrt segnete Prälat Glaser die einzelnen Reitergruppen vor der ehemaligen Klosterkirche Kosmas und Demian. Petrus, der die Gutenzeller mitsamt ihren Gästen buchstäblich im Regen stehen ließ, hatte keinerlei Einsehen. Dauerregen von Anfang bis Ende sorgte bei den Reitern, einem kleinen Häuflein Fußwallfahrer und trotz des schlechten Wetters, vielen Zuschauern für mehr oder weniger nasse Kleidung. Die widrigen äußeren Bedingungen wirkten sich auch auf die Teilnehmerzahl aus. Nicht alle im Programm aufgeführten Musikkapellen fanden den Weg ins Rottal. Auch die Blutreitergruppen erschienen teilweise mit erheblich reduzierten Teilnehmerzahlen. Nach dem Ritt über Wiesen und durch Wälder, mit Gebet und Gesang mussten doch einige Reitergruppen dem Dauerregen und der Kälte Tribut zollen und nahmen an dem abschließenden Gottesdienst in Niedernzell nicht mehr teil.

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