Lämmle gibt Recycling-Fachwissen an Albanien weiter

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Lulzim Zela (l.) freut sich, in Füramoos dazu lernen zu können. Er arbeitet dabei zusammen mit (v.l.) Vera Baumann, Tamara Albr
Lulzim Zela (l.) freut sich, in Füramoos dazu lernen zu können. Er arbeitet dabei zusammen mit (v.l.) Vera Baumann, Tamara Albrecht und Stefan Lämmle. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Lulzim Zela will etwas bewegen in seinem Heimatland Albanien. Sein Ziel ist es, der Umweltverschmutzung in Albanien mit Aufklärung, Konzepten und einer großen Portion Fachwissen entgegen zu treten. Darum absolviert der Student zurzeit ein Praktikum bei dem Füramooser Recyclingunternehmen Lämmle.

„Die Menschen in Albanien leiden unter der zunehmenden Müllbelastung und der teilweise extremen Gewässerverschmutzung. Wir müssen handeln, auch für die nachfolgenden Generationen“ erklärt der 23-Jährige. Nicht nur reden, sondern konkret etwas tun. Das ist seine Devise. Dafür hat der Landwirtssohn in den vergangenen drei Jahren an der Agrarwissenschaftlichen Universität in der albanischen Hauptstadt Tirana ein Studium zum Umweltingenieur absolviert, das er dieses Jahr mit einem Bachelor abschließen wird.

Wichtiges Handwerkszeug

Neben der akademischen Ausbildung ist das Wissen um praktische Möglichkeiten und innovative Prozesse ein wichtiges Handwerkszeug. Dieses Fachwissen will er sich aneignen, um es dann in Albanien, das seit 2014 offizieller Beitrittskandidat der Europäischen Union ist, ein- und umsetzen zu können. Lulzim Zela kümmerte sich intensiv um Möglichkeiten für ein Praktikum in Deutschland. Er bewarb sich beim Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft um ein Stipendium. Seine Bewerbung überzeugte. Aus insgesamt 1500 Bewerbern aus dem Westbalkan wählte die Auswahlkommission die 57 besten Bewerber für ein Praktika in erfolgreichen deutschen Unternehmen aus, darunter auch Lulzim Zela.

Vera Baumann, die bis vor einigen Monaten als Auslandsreferentin an der Deutschen Botschaft Tirana beschäftigt war, stellte den Kontakt her zur Lämmle Recycling GmbH aus Füramoos, die sich kurzerhand entschloss, einen Praktikumsplatz für Lulzim Zela anzubieten.

Seit dem 4. Juli absolviert Lulzim Zela nun sein dreimonatiges Praktikum bei der Firma Lämmle. In dem Entsorgungsfachbetrieb und bei einem Partner-Unternehmen von Lämmle in Leverkusen beschäftigt er sich intensiv mit der fachgerechten Entsorgung und Verwertung von Abfällen, mit Sanierungskonzepten, Altlastenbehandlung, den verschiedensten Wiederverwertungsmethoden und der generellen Kreislaufwirtschaft.

Umweltschutz verbessern

„Wir freuen uns, Herrn Zela mit unserem Know-how zu unterstützen. So können auch wir einen kleinen, aber sicherlich wichtigen und zukunftsorientierten Beitrag zum Thema Umweltschutz und Umwelttechnik in Albanien leisten“ sagt Stefan Lämmle, Geschäftsführer der Lämmle Recycling GmbH, der den jungen Ingenieur zusammen mit seinem Team betreut. Mit vielen solchen kleinen Schritten, so ist man bei Lämmle überzeugt, werden auch in Albanien ein ökologisches Bewusstsein und die Überzeugung für nachhaltige Abfallwirtschaft heranreifen.

„Die Menschen in meiner Heimat Albanien sind sehr respektvoll, weltoffen und deutschfreundlich. Es mangelt aber noch an Know-How. Wenn wir erst einmal gute Lösungen für unsere Abfallwirtschaft gefunden haben, dann kann die Natur wieder überall ein wahres Paradies werden – so wie sie es jetzt noch in den vielen unberührten Gegenden wie den Albanischen Alpen ist“, sagt Lulzim Zela.

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