Zwei Jahre Unterricht in der Containersiedlung

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Die Sanierung der Ertinger Michel-Buck-Schule soll bis spätestens 30. September beginnen.
Die Sanierung der Ertinger Michel-Buck-Schule soll bis spätestens 30. September beginnen. (Foto: Archiv: Wolfgang Lutz)
Wolfgang Lutz

Laut Kostenberechnung des planenden Büros Kunze sind für die Sanierung der Ertinger Michel-Buck-Gemeinschaftsschule Mittel in Höhe von knapp zehn Millionen Euro aufzubringen. Dem stehen Zuschüsse von Bund und Land mit rund drei Millionen Euro. Um diese Fördergelder voll auszuschöpfen, ist es notwendig, bis spätestens 30. September mit der Baumaßnahme zu beginnen und die Bauausschreibungen in die Wege zu leiten. Der Gemeinderat stimmte der Vorgehensweise zu, ebenso der Auslagerung von Schul- und Verwaltungsräumen während der Sanierung. Dazu wird auf dem Schulsportplatz eine Containersiedlung erstellt, aber auch die ehemalige Sporthalle samt Nebengebäuden wird mit einbezogen.

Laut Architektin Sabine Kunze ist mit einer Bauzeit von zwei Jahren für die Maßnahme zu rechnen. Dabei ist vorgesehen, im März 2019 mit den eigentlichen Sanierungsarbeiten am Schulgebäude zu beginnen. Das setzt aber voraus, dass in den Containern auf dem Sportplatz Schul- und Verwaltungsräume untergebracht werden, um hier zwölf beziehungsweise 13 Klassen unterzubringen. Ferner ist vorgesehen, in der alten Schulsporthalle und deren Nebenräumen die Schulküche, Werk- und verschiedene Fachräume unterzubringen. Dazu werden derzeit die Baugesuchsunterlagen der Schulcontainer mit der Umnutzung der Schulsporthallenräume ergänzt, so Sabine Kunze. Ergänzt werden musste in der Planung auch ein komplett überdachter Durchgang von der Containersiedlung zur Schulsporthalle. Außerdem sei eine separate Stromzufuhr von der Umspannstation an das Containerdorf erforderlich. Hierfür ist mit Kosten in Höhe von rund 60 000 Euro zu rechnen, 20 000 Euro davon allein für zusätzliche Versorgungsleitungen.

Man habe auch eine Auslagerung von zwei Grundschulklassen nach Marbach in Betracht gezogen, so Schulleiter Markus Geiselhart, aber das würde große logistische und auch personelle Herausforderungen mit sich bringen. Zum Beispiel die Essensversorung der Kinder, wo verbringen sie ihre Mittagspause und auch der weitere Schulweg sowie die Einrichtung einer weiteren Buslinie sprächen dagegen. „Ich tu mir halt schwer, in unmittelbarer Nähe eine Schule wie in Marbach zu haben, die nicht genutzt wird“, so Hans Obert. Der Gemeinderat akzeptierte die vorgeschlagene Auslagerung und auch die Installation von weiteren zwei Containern, die als Klassenräume gebraucht werden.

Aufgrund der Fördersituation für die Michel-Buck-Schule ist es erforderlich, dass die Ausschreibung der Gewerke zum Teil europaweit erfolgt, so Sabine Kunze. 20 Prozent, also knapp unter einer Summe von 1,5 Millionen Euro, können national, sprich beschränkt ausgeschrieben werden. Dies macht vor allem Sinn bei kleineren Gewerken, bei denen der „kleine Dienstweg“ der bessere ist. Auf jeden Fall hat sich der Gemeinderat für eine beschränkte Ausschreibung von Gewerken festgelegt, die national ausgeführt werden dürfen. Die europaweite Ausschreibung sei sehr kompliziert und hier sollte man ein Fachbüro hinzu nehmen, so die Planerin. „Um keine Fördergelder zu verlieren, dürfen wir hier keine Fehler machen“, so Bürgermeister Jürgen Köhler. So ist ab Oktober diesen Jahres zum Beispiel auch die elektronische EU-Vergabe Pflicht, wobei man ebenfalls Neuland betrete. „Das Thema ist einfach zu komplex“, so Thomas Karthan. Daher sollte man ein Fachbüro für die Begleitung der Ausschreibung beauftragen. Der Gemeinderat stimmte dem so zu und erteilte den Auftrag an das Büro NPS aus Ulm. Für dessen Beratertätigkeit sind mit Kosten von rund 10 000 bis 15 000 Euro zu rechnen.

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