Zuschuss macht Preissteigerung erträglich

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Wolfgang Lutz

Im zweiten Anlauf hat der Gemeinderat Ertingen mehrere Gewerke zum Neubau der Verbundwasserleitung zwischen der Wasserversorgung Ertingen und Riedlingen vergeben. Im vorigen Jahr war eine erste Ausschreibung rückgängig gemacht worden, da das Angebot fast 50 Prozent über der Kostenberechnung des planenden Büros Funk lag. Laut Geschäftsführer Daniel Trautmann vom Büro Funk ist das aktuelle Ausschreibungsergebnis für die zu vergebenden Gewerke immer noch überhöht. Durch Einsparungen und die hohe Bezuschussung durch das Regierungspräsidium sei das Ergebnis für Ertingen und Riedlingen aber „erträglicher“.

Beim Gewerk Erd-, Straßen-, Wasserleitungs- und Betonarbeiten wurden laut der jetzigen Ausschreibung weitere Gewerke, die für die Maßnahme notwendig sind, mit in die Ausschreibung aufgenommen. Hierbei handelt es sich vorwiegend um Betonarbeiten beim Pumpwerk Neufra und eines Wasserzählerschachtes beim Pumpwerk Buchauer Bäumle. Man habe sich überlegt, wo es Einsparpotenziale gibt angesichts der enormen Preissteigerungen im Baugewerbe.

Von den sechs angeschriebenen Firmen haben drei ein Angebot abgegeben, so Trautmann. Die Ertinger Firma Fensterle hatte zusätzlich ein Nebenangebot abgegeben, in dem die ausgeschriebenen Ortbetonarbeiten in Fertigteilbauweise angeboten werden. Dies, so Trautmann, sei als gleichwertig zu betrachten und führte somit zu einem günstigeren Angebot. Zum Angebotspreis von 1,11 Millionen Euro (Kostenberechnung aus dem Jahr 2018: 650 537 Euro) erteilte der Gemeinderat der Ertinger Baufirma den Auftrag.

Dabei, so Trautmann, dürfe man nicht vergessen, dass eine Kostenberechnung nach Aufhebung der Ausschreibung im Herbst 2018 nicht fortgeschrieben wurde und von daher sich jetzt große Differenzen ergeben. Man hätte nach der Aufhebung der Ausschreibung die Kosten der Marktsituation anpassen müssen. Die Hoffnung auf günstigere Preise habe sich nicht bestätigte. „Der Markt ist überhitzt. In Kürze sind keine besseren Angebote zu erwarten“, so das Fazit von Daniel Trautmann.

Eine Ausnahme gab es dann doch noch beim Gewerk „Hydraulische und elektrische Installationsarbeiten“. Lediglich eine Firma hatte hierzu die entsprechenden Angebotsunterlagen angefordert. Die Firma Hydro aus Ravensburg legte ein Nebenangebot vor, das sich auf 271 608 Euro beläuft (Kostenberechnung 2018: 385 952 Euro). Dies fußt vor allem auf eine technische Ausrüstung, die günstiger ist als veranschlagt und als gleichwertig zu betrachten sei, so Trautmann. Auch ihr wurde einstimmig der Auftrag erteilt.

Aktuelle Kostenentwicklung

Einschließlich der aktuellen Vergaben betragen die Baukosten für diese Maßnahme aufgrund der aktuellen Kostenfortschreibung 1,79 Millionen Euro. Das Regierungspräsidium Tübingen sieht auch die Mehrkosten als förderfähig an. „Dafür kann man ein Dankeschön an die Behörde aussprechen“, so Bürgermeister Jürgen Köhler. Das heißt, 1,33 Millionen Euro, also 80 Prozent der Maßnahme, werden bezuschusst. Somit verbleibt ein gesamter Netto-Eigenanteil von 467.106 Euro, den sich die zwei Kommunen teilen. Der Eigenanteil für die Gemeinde beträgt demnach 155 702 Euro. Der Anteil für die Stadt Riedlingen, die zwei Drittel des Eigenanteils aufbringen muss, beläuft sich dann auf 311 404 Euro.

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