Vom Rennboot bis zum Hurtigrutenschiff

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 Markus Sprissler (knieend) nahm den kleinen Besuchern das „Kinder-Kapitänspatent“ ab.
Markus Sprissler (knieend) nahm den kleinen Besuchern das „Kinder-Kapitänspatent“ ab. (Foto: Alexander Radulescu)
Alexander Radulescu

Bei kühlem und wechselhaftem Wetter locken die Schwarzachtalseen normal niemanden an den See – anders jedoch an diesem Wochenende: Die Interessengemeinschaft Schiffsmodellbau Ertingen (IGS Ertingen) veranstaltete ein Internationales Schiffsmodell Schaufahren.

Bereits in den frühen Morgenstunden bauten die fünf Hauptakteure der IGS die erweiterte Hafenanlage mit 26 Hauptelementen im Maßstab 1:50 auf. In den vergangenen Jahren wurde die Anlage stets erweitert. Mit den Maßen von 14 mal sechs Metern wies sie in diesem Jahr ein beleuchtetes Cruise-Terminal, Portal-Kräne und Heli-Landeeck mit Licht- und Soundmodul neu auf. Auf den Schwimmplatten befand sich auch ein Hafengleis der Größe Spur 0. Darauf befanden sich drei V160-Diesellokomotiven und eine Rangierlok mit Beleuchtung die auf der Hafenanlage 16 verschiedene Wagons zog.

Den ausgebauten Wind-Offshore-Park „Süderpiep“ mit seinen sieben Windrädern errichteten die Modellbauer in Ufernähe. Auch dieser wurde erweitert und hatte nun die stattlichen Maße der Plattform von 200 mal 60 Zentimeter.

Bald gesellten sich auch die ersten Modellbauer mit ihren Modellen hinzu. Bänke und Zelte wurden aufgebaut und die Modelle ausstellungsreif präsentiert. Leider hatte die schlechte Wetterprognose einige weiter entfernte Aussteller zur Anreise abgehalten, so die Gruppen aus Holland und München. Viele Modellbaugruppen aus Deutschland und der Schweiz hielt das Wetter dagegen nicht ab und sie reisten einzeln oder als Verein an. So zeigten die Modellbauer aus Schaffhausen, Rheinfelden, Nürnberg, Wolpertingen, Sindelfingen, Bruchsal, Ulm, Salem, Lindenberg, Langenargen, Immenstad und aus dem Berchtesgadener Land ihre Modelle. Aus der Schweiz war ein originelles „Muhboot“ zu bewundern. Dieses Transportschiff hatte die bekannte lila Kuh an Bord.

Die ersten Gäste ließen dann – bei freiem Eintritt – nicht lange auf sich warten, darunter auch Altlandrat Wilfried Steuer mit seiner Frau. Vor den Augen des interessierten Publikums ließen die Modellbauer vom eigens aufgebauten drei Meter langen Steg die unterschiedlichsten Schiffsmodelle zu Wasser.

Auf und vor den Ausstellungstischen konnten die Besucher vom kleinsten Boot bis zum Hurtigrutenschiff Midnatsol alle Modelle bestaunen. Bereitwillig standen auch alle Modellbauer Rede und Antwort. U-Boote fuhren teilweise unsichtbar unter Wasser. Ein Wasserflugzeug, Helikopter und Quadrocopter beobachteten alles aus der Luft. Im abgegrenzten Bereich des Badesees schossen die Rennboote mit bis zu 170 Stundenkilometer über das Wasser. Angetrieben waren die meisten Boote mit Elektromotoren. Einige wurden auch mit Dampf betrieben.

Viele der interessierten Kinder und Jugendliche hatten die Möglichkeit, unter Anleitung eines erfahrenen Modellbauers ein „Kinder-Kapitänspatent“ zu erhalten. Dabei hatten die Anfänger die Aufgabe, mit einem Kinderboot oder einem naturgetreuen Funktionsmodell ein im Wasser aufgebauten Parcours fehlerfrei abzufahren. Nach Bestehen der Aufgabe erhielten sie dann eine Urkunde.

Am See in Ertingen gingen mit zunehmender Dunkelheit die Lichter im Hafen und bei den Modellen an. Etwas gespenstisch, aber stimmungsvoll, muteten die Schiffsmodelle in der Dunkelheit an, die sich dann auf dem See tummelten.

Nach Einbruch der Dunkelheit wurde ein Ponton mit einem Schleppschiff auf die Mitte des Sees gefahren und von dort aus das darauf montierte Feuerwerk mit rund 650 Schuss zehn Minuten lang ebenfalls per Fernsteuerung abgefeuert. Viele Besucher säumten schon frühzeitig den Uferbereich, um möglichst einen guten Platz für das fulminante Feuerwerk zu erhaschen.

Wetterbedingt musste leider der zweite Tag ausfallen. Nach dem Weißwurstfrühstück wurde abgebaut und die Gäste traten die Heimfahrt an.

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