Schnelleres Internet: Warum es jetzt auf die Ertinger ankommt

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 Auf eigene Rechnung baut die Telekom die Glasfaserversorgung in Ertingen aus. Der Teilort Binzwangen schaut allerdings in die R
Auf eigene Rechnung baut die Telekom die Glasfaserversorgung in Ertingen aus. Der Teilort Binzwangen schaut allerdings in die Röhre. (Foto: Jan Woitas)
Wolfgang Lutz

Zwar mit einem Jahr Verzögerung, macht die Telekom nun in Sachen Glasfaserausbau in Ertingen „Nägel mit Köpfen“. So wird ab 1. August ein Info-Büro eingerichtet, wo Informationen über den geplanten Glasfaserausbau zu erhalten sind und wo auch ab 15. September Verträge unterzeichnet werden können.

Somit hofft man, die erforderlichen 850 Anschlussverträge zu erreichen, die für den kostenlosen Ausbau des Netzes in Ertingen durch die Telekom erforderlich sind. Diese sollen aus Ertingen und dem Teilort Erisdorf generiert werden. Nicht nachvollziehbar auch für Ortsvorsteher Wolfgang Gaber ist, dass Binzwangen nicht mit angeschlossen wird.

„Das Thema Glasfaser interessiert und treibt die Ertinger Bevölkerung um“, so Bürgermeister Jürgen Köhler in der Gemeinderatssitzung, zu der auch Martin John, Infrastrukturmanager bei der Deutschen Telekom, eingeladen war. „Zwar ein Jahr später, aber diesmal sind wir uns sicher, dass wir unser Angebot halten“, war die Kernaussage des Telekom-Managers.

Das bedeute auch, dass man nun in die Vorvermarktung starte. 850 Vorverträge abzuschließen, sei ein ambitioniertes Ziel, so John, trotzdem sei er zuversichtlich, dass diese Vorgabe erfüllt werde, um das Projekt zu starten.

„Leicht wird es nicht werden, aber wir erhalten auffallend viel Unterstützung durch die Gemeinde und sind weiterhin auf Mithilfe von allen Seiten angewiesen.“ Dazu werde die Telekom die Werbetrommel rühren und alles daran setzen, das gesetzte Ziel zu erreichen.

Einrichtung eines Info-Shops 

Dazu zählt in erster Linie die Einrichtung eines Info-Shops in der ehemaligen Fahrschule Speed. Hier können sich die Bürger ab 1. August über den Glasfaserausbau informieren. Ab 15. September bis 15. Dezember können hier dann auch die Anschlüsse getätigt werden, um in den Genuss des kostenlosen Anschlusses bis in die Stube und den halbjährlich vergünstigten Monatstarif zu kommen.

Zusätzlich, so Martin John, werden ab nächster Woche Flyer an alle Haushalte verteilt, um wichtige Informationen an die Verbraucher weiterzugeben. Optisch dargestellt wird das Vorhaben zusätzlich an den Plakatwänden an den Ortseingängen. Weiter werden alle Hausverwaltungen sowie die Vereine angeschrieben, „aber die Mund-zu-Mund-Propaganda ist für uns die beste Werbung“, weiß der Telekom-Manager.

Info-Veranstaltung geplant

Am 25. Juli findet zusätzlich eine Info-Veranstaltung in der Ertinger Kulturhalle statt und im Oktober eventuell auch in Erisdorf. Es sei auch klar, dass die Telekom heute keine Entscheidung mehr pro Ertingen machen würde: „Die Reaktionen aus Ihrer Gemeinde waren ausschlaggebend.“

Deshalb sollten die Bürger diese einmalige Chance des Glasfaserausbaus durch die Telekom nützen, denn das habe auch was mit der Wertsteigerung der Immobilie zu tun. Auf zwei Jahre sei die Bauzeit vorgesehen, wobei man hier vor allem im Blick auf die derzeitige Situation im Handwerk vorsichtige Prognosen mache, so Martin John.

Von 315 Haushalten in Binzwangen würden sicher 70 Prozent anschließen, dazu komme, dass dort schon Leerrohre verlegt seien. Aus Sicht von Ortsvorsteher Wolfgang Gaber sind dies ideale Voraussetzungen. Mit den Binzwangern wäre es nach seiner Meinung auch ein Leichtes, zusammen die 850 geforderten Hausanschlüsse zu erreichen.

Er wie auch die Gemeindeverwaltung hätten massiv um den Anschluss des Ortsteils Binzwangen an das Glasfasernetz gekämpft, so Martin John, aber die Telekom führe wirtschaftliche Gründe an, hier nicht tätig zu werden.

Telekom vergebe momentan einfach kein Geld mehr. Hier gebe es auch keinen Kompromiss, wie aus den Reihen des Rates angeregt. „Ich kann Ihnen hier keine Hoffnung machen“, so die klare Absage des Telekom-Manns.

Weitere Anfragen von Räten betrafen die Vorgehensweise bei Mehrfamilienhäusern, wo jeder einzelne Anschluss zählt, wie sich das Vorgehen beim Ausbau verhalte, und auch die Darstellung in Form eines Pegelstands im Info-Shop wurde angeregt.

„Es besteht die einmalige Chance, dass an jedem Haus vorbeigefahren wird. Der spätere Anschluss ist dann nicht mehr zu den jetzigen Konditionen möglich“, betonte Ortsbaumeister Manfred Fiederer. Sollten später dann Rohre für die Anschlüsse neu verlegt werden, werde es teuer.

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