Sangeslust ist seit 20 Jahren ungebrochen

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 Ob alt oder jung, beim Jubiläumskonzert waren alle dabei.
Ob alt oder jung, beim Jubiläumskonzert waren alle dabei. (Foto: Wolfgang Lutz)
Wolfgang Lutz

Was aus purer Sangeslust vor 20 Jahren begann, hat sich im Laufe der Jahre zur Chorfamilie „Dream & Harmonie“ entwickelt. Diesen Chor-Geburtstag nahmen die Sängerinnen und Sänger aus Ertingen zum Anlass, allen zu danken, so der Vorsitzende Herbert Sontheimer bei seiner Begrüßung. Dass dann noch so viele Besucher der Einladung zur Geburtstagsfeier in die Ertinger Kulturhalle gekommen waren, freute ihn besonders. Sie erlebten einen bunten Querschnitt aus 20 Jahre Gesang. Doch wie bei jedem Fest üblich, hatte sich der Chor auch Gäste eingeladen, und zwar die befreundeten Chöre „Hay-fidelity“ aus Hayingen und „Feinklang“ aus Kirchen.

Bei einer Geburtstagsfeier ist normalerweise die ganze Familie beteiligt und so war es für die Jüngsten der Chorfamilie, den „Little Dreams“ unter der Leitung von Anna Eisele, klar, dass sie auch das Konzert eröffnen durften. „Alles nur geklaut“, hallte es von der Bühne, und die coole Truppe erntete viel Beifall für ihr couragiertes Auftreten. Bei den „Young Dreams“ haben Regina Wiedergrün und Kathrin Anliker die Leitung. „Singen macht Spaß“, stellten die jungen Mädchen in ihrem Flash-mob gleich zu Beginn klar. Viel Rhythmus und feines Stimmenpotenzial bewiesen die „Young Dreams“ bei „Top of he world“. Zum Jubiläumskonzert wurde „Young-Projekt“ ins Leben gerufen, ein gemischter Chor aus Freunden von „Dream & Harmonie“. Schade, dass er als einmaliger Auftritt angekündigt wurde, denn die Truppe bot unter der Leitung von Kathrian Anliker überzeugend das „Feuerwerk“ von Pop-Sänger Wincent Weiss dar, was Lust auf mehr machte.

„Seit 20 Jahren ist der Chor ein wichtiger Kulturträger in unserer Gemeinde“, so Bürgermeister Jürgen Köhler. „Wer sie hört, hört auch, wie viel Spaß ihnen das Singen macht“. Wenn mann dann die jungen Gesichter im Chor sehe, müsse man feststellen, dass es kein Nachwuchsprobleme gebe. Man müsse allen musikalischen Leiterinnen Dank für ihr Engagement aussprechen.

„Bei uns dreht sich alles um die Liebe“, so der Leiter des Chores „Hay-fidelity“, Manfred Zmeck. Ließen die 25 Sängerinnen und Sänger bei „The lion sleeps tonight“, den König der Löwen nach einer eigenen Interpretation des Dirigenten noch schlummern, wurde es bei einer gelungenen Persiflage auf den „Traumpartner/-in“ interessant auf der Bühne, wie sich der „Geschlechterkampf“ entwickelt. War den Damen des Chores „Waldemar“ weit weg von jeglicher Vorstellungskraft, half auch eine musikalische Reise nach Lotzch nicht viel, denn auch „Theo“ war nicht das Ideal. „My Heart will go on“, nein es blieb bei „Waldemar“. „Die Alten“ von Dream & Harmonie kündigte dann Herbert Sontheimer an. Die zeigten sich von der besten Seite. Anna Eisele ließ mit der Truppe aufhorchen bei der lyrischen Popballade „Photograph“ von Ed Sheeran. Claudia Brauner sorgte mit den Damen und Herren bei „The Rhythm of live“ und vor allem bei „You raise me up“ für einen weiteren Hörgenuss.

Publikum singt mit

Alle Ehre machte der Gastchor „Feinklang“ seinem Namen. „Fein und Klang“, so Norbert Huber, habe man sich auf die Fahne geschrieben. Das stellten die 27 Sängerinnen und Sänger aus Kirchen auch gleich unter Beweis. Die Liebesballade „Übern See“ von Lorenz Maierhofer zeichnete sich vor allem durch den richtigen Klang aus und bei der „Hefe“ war klar, was sie bei Mann und Frau beim „Hüftgold“ anrichten kann. Viel Rhythmus und Feingefühl beim Chor dann auch bei „Goodnight Sweetheart“ und danach wurden auch die Zuhörer mitgenommen, als „Griechischer Wein“ lautstark mit den Besuchern zusammen gesungen wurde.

„Applaus, Applaus“ klang es aus den Kehlen der „Little Dreams“ im zweiten Konzertteil. Sie hatten ihn sich verdient. Genauso wie „Young-Project“. Regina Wiedergrün hatte für die junge Truppe „Mama Loo“ von Les Humphris aufgelegt und auch Michael Jackson kam an diesem Abend zu Ehren. „The way you make me feel“, das machte dem Chor Spaß. Doch was dann „Dream & Harmonie“ den Zuhörern bot, war ein Höhepunkt des Abends. Regina Wiedergrün hatte ein Potpourri aus 20 Jahren zusammengestellt. „So schön war die Zeit“, „Freunde holen Dich aus der Hölle“ oder auch „Gitarren klingen durch durch die Nacht“ waren Lieder zum Träumen und Mitsummen.

Was für ein Hingucker, als sich am Schluss die ganze Chorfamilie von „Dream & Harmonie“ auf der Bühne versammelte und Anna Eisele mit allen anstimmte: „Wunder geschehen“. Die Bühne war proppenvoll, als sich noch die zwei Gastchöre dazugesellten und zum Finale sangen: „A world of peace and harmony“ von Lorenz Maierhofer. Die Zuhörer erlebten einen bunten Querschnitt der Chorliteratur, die nicht zuletzt auch durch Ruth Seethaler und Claudia Brauner am Klavier sowie durch Christian Höninger am Schlagzeug professionell begleitet wurden.

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