Pausenbrot ist bei den Franzosen uncool

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Die Schüler der Michel-Buck-Gemeinschaftsschule besuchten in Lyon das Regionalparlamentsgebäude.
Die Schüler der Michel-Buck-Gemeinschaftsschule besuchten in Lyon das Regionalparlamentsgebäude. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Pünktlich zum Frühjahrsanfang trafen sich wie jedes Jahr die Schüler der Michel-Buck-Gemeinschaftsschule mit ihren Austauschpartnern der Herbertinger Partnergemeinde St. Paul en Jarez.

Begleitet von den Lehrerinnen Karin Beller und Anna Heppner und den Mitgliedern des Partnerschaftsausschusses Nathalie Buck und Monika Fangmeyer hatten sich 37 Jugendliche im Alter von elf bis 15 Jahren auf den Weg nach Frankreich gemacht, auch, um ihre Freunde vom vorigen Jahr wiederzusehen. Wie immer spannend war die Ankunft, herzlich die Begrüßung, aber am wichtigsten die Frage: In welche Familie werde ich kommen?

Gleich am Montag verbrachten alle einen typischen Schultag im Unterricht des Collège Charles Exbrayat und beim Essen in der Mensa. Der Unterschied zum deutschen Schulwesen war augenfällig – allein, dass dort Pausenbrot uncool ist, zeigte dies auf.

Am Dienstag stand der Höhepunkt der Woche auf dem Programm: ein Besuch der Stadt Lyon. Am futuristisch anmutenden Bau des neuen Museums Confluence vorbei kletterte der Bus die Serpentinen hinauf zur Fourvières. Oben, vom römischen Amphitheater aus, bot sich ein Blick auf die Stadt und die beiden Flüsse Rhône und Saône, während Michel Paul, der Initiator der Partnerschaft, die Sehenswürdigkeiten erklärte. Weiter ging es zur Basilika Notre Dame de Fourvières, einer Wallfahrtskirche, die zum Weltkulturerbe gehört. Wieder auf zahlreichen Stufen ging es hinab in die Altstadt, jetzt war der Besuch des Kino- und Miniaturen-Museums vorgesehen. Im ersteren bestaunten alle die Requisiten und Gegenstände, die auf den Sets der großen Filmstudios verwendet wurden. Nach Monstern, Aliens, Masken und Kostümen faszinierten kleinste Replikationen und Miniaturpanoramen im zweiten Teil der Ausstellung.

Nach ausgiebigem Shopping im neuen Einkaufszentrum Confluence lud der Abgeordnete Emmanuel Mandon zum Besuch des neuen Regionalparlaments der Region Rhône-Alpes ein.

St. Paul en Jarez ist ein kleines Städtchen, seine Reize erkundeten die Schüler am Mittwoch bei einer Rallye durch den Ort und beantworteten dabei Fragen zu Europa, die bei den Aufgaben des anschließenden Quiz halfen. Eine Reise nach Genf winkt den Klassen, die gewinnen.

Über eine französische Spezialität, die „Saucisson“, und deren Herstellung wurden die Teilnehmer in einer Wurstfabrik formiert. Die anschließende Verkostung überzeugte, und so manche Saucisson wird auf schwäbischen Vesperbrettchen enden.

Typisch für die Region war lange Zeit das Flechten von Bändern und Bordüren. Dies wurde allen bei einer Führung durch die Anlage einer ehemaligen Bordürenfabrik vorgeführt. Eine solche Maschine, ein Gastgeschenk zum 20-jährigen Jubiläum, ist auch im Herbertinger Rathaus zu bestaunen.

Die beste Möglichkeit sich kennenzulernen, bietet sportliche Aktivität. In jeder Pause wurde Fußball gespielt und an zwei Nachmittagen waren in St. Etienne Eislaufen und Bowling angesagt.

Am Donnerstagabend war erstes Abschiednehmen mit allen Beteiligten an diesem Austausch der beiden Schulen und Dank für die Unterstützung durch Eltern, Lehrer, den Mitgliedern der Partnerschaftskomitees der beiden Gemeinden und das finanzielle Engagement der Gemeinde Herbertingen, ohne das dieser Austausch nicht möglich wäre. Am Freitag hieß es endgültig „au revoir“ bis nächstes Jahr.

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