Holz für die Werkstatt in Tansania

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 Freude über die Finanzspritze (von links): Franz Östermann, Pius Luib, Richard Neubrand und Ludwig Boll.
Freude über die Finanzspritze (von links): Franz Östermann, Pius Luib, Richard Neubrand und Ludwig Boll. (Foto: Wolfgang Lutz)
Schwäbische Zeitung
Wolfgang Lutz

Über einen unerwarteten Geldsegen freut sich die Afrikahilfe der Kolpingsfamilie Ertingen, die ein Hilfsprojekt in Tansania betreibt. Franz Östermann aus Bad Saulgau hatte bei einem Preisrätsel den ersten Preis gewonnen. Der Gewinn von 1000 Euro war jedoch für einen sozialen Zweck zu verwenden. Für ihn war klar, dass er damit die Arbeit vor Ort in Tansania unterstützen wird, die seit 15 Jahren von freiwilligen Helfern aus dem Raum Ertingen/Bad Saulgau bei der Missionsstation Kifungilu geleistet wird.

Franz Östermann beteiligte sich an einem Preisausschreiben des St. Benno-Verlages in Leipzig und durfte sich über den ersten Preis freuen. Das heißt, er bekam einen Einkaufsgutschein in Höhe von 50 Euro, den er für sich einlösen kann. Zusätzlich mit dem ersten Preis verbunden war auch ein Betrag von 1000 Euro, der nachweislich für einen sozialen Zweck einzusetzen ist. Seit langem verfolge er die Arbeit der Teams aus dem Raum Ertingen/Bad Saulgau, die Hilfe zur Selbsthilfe bei der Missionsstation in Tansania leisten. „Diese Aktion hat mir gefallen“, so Franz Östermann, und auch der Verlag war mit dem Verwendungszweck einverstanden.

Zur symbolischen Geldübergabe in der Zimmerei von Pius Luib hatte der Leiter der Ertinger Afrika-Hilfe, Richard Neubrand aus Ertingen, eingeladen. Mit dabei neben Zimmermeister Pius Luib, der beim letzten Einsatz ebenfalls mit vor Ort in Tansania war, auch Architekt Ludwig Boll aus Bad Saulgau, der für die Planung der neuen Schreinerwerkstatt in Kifungilu verantwortlich zeichnet. Inzwischen hat die dortige Schreinerei Holz im Wert von rund 1000 Euro bei der nahe gelegenen Benediktiner-Mission in Tansania erworben, um damit nun in die Möbelproduktion einzusteigen. „Das ist ein spezielles Holz, das in einer Höhe von 1700 Metern wächst und einen lila-rötlichen Farbton hat, dazu sehr geruchsintensiv ist“, erklärt Pius Luib. Es ist die ostafrikanische Bleistiftzeder, die für die Möbelproduktion in Afrika verwendet wird.

Der Benediktiner-Orden betreibe eine kontrollierte Waldwirtschaft, wobei sehr auf die Hiebmenge und -Art geachtet werde. In einer kleinen Sägerei werde das Holz dann auch selbst zugeschnitten, „aber es ist noch viel Handarbeit dabei nötig“, so der Fulgenstadter Zimmermeister. Die neue Schreinerwerkstatt bei der Missionsstation in Kifungilu ist derzeit dabei, sich mit dem notwendigen Mobiliar auszustatten, das auch selbst produziert wird. Hauptaufgabe aber ist die Produktion von Schulmöbeln, die in Tansania sehr gefragt sind. Richard Neubrand übergab Östermann ihm als kleiner Dank einen geschnitzten Elefanten aus Tansania.

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