Halbe Million Euro für Straßensanierungen in Ertingen

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 In die Jahre gekommen ist die Anlage am Krähbrunnenplatz. Der Pflasterbelag weist deutliche Abnutzungsspuren auf, so dass hier
In die Jahre gekommen ist die Anlage am Krähbrunnenplatz. Der Pflasterbelag weist deutliche Abnutzungsspuren auf, so dass hier Rollstuhl- und Rollator-Fahrer nur schwerlich den Platz befahren können. Um Flickarbeiten zu vermeiden, soll erst eine Planung Klarheit bringen, wie der Krähbrunnenplatz gestaltet werden kann. (Foto: Wolfgang Lutz)
Wolfgang Lutz

Einen Katalog von Straßenunterhaltungsmaßnahmen hat die Verwaltung dem Gemeinderat Ertingen in der jüngsten Sitzung vorgelegt, die zusammen über eine halbe Million Euro an Kosten verursachen werden. Dabei auch Baumaßnahmen, die in diesem Jahr im Haushalt veranschlagt, aber aus verschiedenen Gründen nicht umgesetzt werden konnten. Um im kommenden Jahr frühzeitig mit den einzelnen Maßnahmen beginnen zu können, war es notwendig, diese noch in diesem Jahr festzulegen und in den Haushaltsplan 2020 aufzunehmen. Unter den geplanten Bauvorhaben ist auch der Krähbrunnenplatz in der Ortsmitte von Ertingen, für den aber erst mal eine Gesamtplanung erfolgen soll, wie und in welchem Umfang hier saniert beziehungsweise umgestaltet wird.

Angesichts der nicht unerheblichen Ausgaben für die geplanten Maßnahmen wurden auch Stimmen im Gemeinderat laut wie „Können wir uns das derzeit eigentlich leisten?“ (Roland Schwarzkopf). Christian Diesch wünschte sich, dass künftig strategisch in dieser Angelegenheit vorgegangen wird: Was ist dringend erforderlich, was kann verschoben werden und das in einem bestimmten Zeitfenster? Dass aber hier Handlungsbedarf besteht, darin war sich der Gemeinderat einig. „Es muss was geschehen, denn wir sind auch für die Verkehrssicherheit verantwortlich“, so Ortsbaumeister Manfred Fiederer und: „Wir fahren auf Sicht, was ist dringend notwendig.“ Einen Generalplan könne man wohl anlegen, aber im Straßenbau spielen nach seiner Meinung viele Faktoren bei der Umsetzung mit, ob es um die Beschaffung von Zuschüssen geht, ob man Baufirmen findet für die Maßnahmen und ganz wichtig das Personal. „Wir können nicht alles stemmen, denn immer wieder werden andere Baumaßnahmen dazwischen geschoben“, so der Ortsbaumeister.

Schlechter Untergrund

Dringlich ist auf jeden Fall die Belagserneuerung am Wirtschaftsweg in Verlängerung der Albert-Einstein-Straße entlang der Bahn in Richtung Überführung der B 311. Hier ist der Untergrund relativ schlecht und vor allem durch die Trockenheit sind viele Setzungen festzustellen. Jedes Jahr müsse man hier was machen, so Fiederer, und durch die Setzungen stellt der Weg, der auch von vielen Radlern benutzt wird, in gewisser Weise auch eine Gefahrenquelle dar. Die Belagserneuerung einschließlich der Herstellung der Bankette und Schachtangleichungen sowie einer Fahrbahnverbreiterung auf 3,50 Metern beträgt 157 000 Euro.

Auf einer Länge von 1750 Metern wird auch eine Belagserneuerung des Gemeindverbindungswegs Ertingen – Kanzach erforderlich. Hier wird auf dem geplanten Teilstück der Fahrbahnbelag abgefräst und eine neue Asphaltdecke aufgebracht. Hier sollte nach Thomas Karthan auf die richtige Mischung geachtet werden, denn gerade im Wald mit viel Nässe und Feuchtigkeit müsse dem Rechnung getragen werden. Für die Sanierung dieses Teilstücks der L 282 Kanzach – Marbach sind 230 000 Euro veranschlagt.

In die Jahre gekommen ist die gesamte Anlage am Krähbrunnenplatz in Ertingen. Vor 30 Jahren habe man alles mit Porphyrsteinen bepflastert, was zu jener Zeit als „Sensation“ im Ort aufgenommen wurde, so Uli Ocker. Inzwischen ist klar, dass dieser Stein porös wird und die Oberfläche sich ablöst. Das stellt jetzt schon eine große Problematik in Sachen Verkehrssicherungspflicht dar. Rollstuhl- und Rollator-Fahrer können sich hier nur erschwert bewegen, aber auch für Fußgänger stellt der Belag zwischenzeitlich ein Risiko dar.

Auch die Einteilung und „Hanglage“ der Parkplätze wird von Bürgern bemängelt, was vor allem beim Ausfahren aus den doch recht schmalen Parkplätzen deutlich wird. Hier herrschte im Gemeinderat einhellig die Meinung, ein Fachbüro hinzuzuziehen, bevor man für Flickarbeiten Geld ausgibt. Hier sollen laut Ortsbaumeister Manfred Fiederer Fachbüros angefragt werden, die vor allem in der Städteplanung firm sind.

Im Bereich Krähbrunnenstraße und Ludwig-Grill-Straße ist an den Bordsteinen vermehrt festzustellen, dass sich der Basaltvorsatz an den Bordsteinen löst und somit eine Verkehrssicherungspflicht nicht mehr gewährleistet werden kann. Hier zog der Gemeinderat einen Ausbau der beschädigten Steine einer Sanierung vor. Zusätzlich soll dabei gleich auch eine Belagserneuerung im Gehwegbereich erfolgen, was Kosten in Höhe von etwa 36 000 Euro verursachen wird. Allerdings wird die Umsetzung dieses Bauvorhabens erst dann erfolgen, wenn man weiß, wie beim Breitbandausbau in diesem Bereich verfahren wird.

Betonplatten mit Rissen

Ein Teilbereich des Gemeindeverbindungsweges Binzwangen – Herbertingen wurde durch Betonplatten hergestellt. Hier ist seit Jahren eine deutliche Rissbildung feststellbar und die Schäden nehmen deutlich zu. Hier soll der gesamte Betonfahrbahnbelag abgefräst und durch einen Asphaltbelag ersetzt werden. Das anfallende Fräsgut wird in die Verbreiterung des Weges von drei Meter auf vier Meter verwendet. Dies ist auch möglich, da hier eine Fahrbahnverbreiterung ohne weiteren Grunderwerb möglich ist. Für diese Maßahmen werden 110 000 Euro Kosten anfallen.

Weitere punktuelle Straßensanierungsarbeiten in Ertingen betreffen den Einmündungsbereich Kratzweg/Friedhof sowie im Bereich der Einmündung Mühläckerstraße/Scheibenbgerstraße. Hier ist der Asphaltbelag schadhaft, was auch auf verschiedene Straßenaufbrüche zurückzuführen ist. Auch hier führt eine zeitliche Umsetzung der Maßnahme über den geplanten Breitbandausbau.

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