Feuerwehr rettet Kinder über Drehleiter

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 Gerettet! Kindergartenkinder und Erzieherin wurden per Drehleiter in Sicherheit gebracht.
Gerettet! Kindergartenkinder und Erzieherin wurden per Drehleiter in Sicherheit gebracht. (Foto: Wolfgang Lutz)
Wolfgang Lutz

Unter den Augen zahlreicher Zuschauer, darunter auch Gesamtkommandant Uli Ocker sowie Bürgermeister Jürgen Köhler und Ortsvorsteher Wolfgang Gaber, demonstrierten die Wehren der Gemeinde Ertingen das gute Zusammenspiel und ihre Schlagkraft bei einem Einsatz. Dabei stand bei dieser Feuerweh-Hauptübung die Personenrettung im Vordergrund, denn sieben Kinder und ihre zwei Erzieherinnen waren von den Ausgängen durch die Brandentwicklung im Gebäude abgeschnitten, so dass die Bergung über die Steckleitern und auch über die Drehleiter erfolgen musste. Ein realistischer Einsatz auch deshalb, da zur gleichen Zeit in der Binsenburghalle eine Veranstaltung lief und daher viele Autos die Zufahrtswege zum Brandobjekt säumten, was vor allem für beengte Zufahrtswege sorgte.

Kurz nach 15 Uhr wurde der Alarm ausgelöst und die zwei Einsatzfahrzeuge TSFW und HLF der Abteilung Binzwangen waren alsbald am Brandobjekt, dem Kindergarten angekommen. Nach kurzer Beurteilung der Lage war klar, dass im Gemeinschaftsgebäude Kindergarten/Gemeindeverwaltung ein Brand ausgebrochen war. Der Brandherd befand sich dabei im südlichen Teil des Gebäudes, wo sich eine Werkstatt befindet und wo auch die Landjugend ihre Räumlichkeiten hat. Durch starke Rauchentwicklung war es den Kindergartenkindern auf der gleichen Ebene im nördlichen Bereich des Hauses nicht möglich, ins Freie zu gelangen. Mit Atemschutz drang die Abteilung Binzwangen zu den Eingeschlossenen vor, während andere Wehrleute schon die erste Steckleiter an der Außenwand anbrachten. Hier wurden sie bald von der Ertinger Wehr unterstützt, die inzwischen mit all ihren Einsatzfahrzeugen vor Ort war. Auch sie erkundigten sich zuerst über die Lage vor Ort, um dann entsprechende Maßnahmen einzuleiten, wie das Vorgehen mit Atemschutz, den Aufbau der Wasserzufuhr von der Donau und auch die notwendig gewordene Personenrettung. Parallel dazu hatte sich die Feuerwehrabteilung aus Erisdorf am Donauufer platziert, um mittels einer Pumpe Wasser aus der Donau in die 600 Meter lange B-Leitung einzuspeisen, die die Ertinger Wehr bis zu ihrem Tanklöschfahrzeug am Brandherd gelegt hatte. Hier wurde durch die Pumpe am TLF der Druck erhöht, denn es mussten weitere 25 Meter Schlauchlänge über die Drehleiter versorgt werden.

Durch die Alarmierung der Brandstufe 4 wurde automatisch die Drehleiter der Riedlinger Feuerwehr angefordert, die wenige Minuten nach der Alarmierung am Brandobjekt eintraf. Erste Aufgabe war natürlich die Personenrettung und hier vor allem die durch Rauchentwicklung eingeschlossenen Kindergartenkinder nebst ihren Erzieherinnen. Gleichzeitig wurden die Mitglieder der Landjugend über die Steckleitern geborgen. Hatten die Binzwanger zu Beginn ihres Einsatzes das Löschwasser über einen Hydranten bezogen, wurde nun die Brandbekämpfung auch aus der B-Leitung mit dem Wasser aus er Donau durchgeführt. Nach Übungsschluss trafen sich die Wehrleute im Gasthaus „Eck“ in Binzwangen. Kommandant Uli Ocker ließ die Hauptübung noch einmal mal aus Revue passieren. Aus seiner Sicht verlief die Übung planmäßig, wofür er allen Kameraden Dank aussprach. Das galt auch der Besatzung der Drehleiter aus Riedlingen, die ebenfalls an der Hauptübung mitwirkte. Bürgermeister Jürgen Köhler sprach allen Wehrleuten Dank und Anerkennung aus für ihren ehrenamtlichen Einsatz, den sie das ganze Jahr über leisten. Zur Zeit sei man in allen Abteilungen optimal aufgestellt, wozu ja auch die Gemeinde ihren Anteil in Sachen Ausrüstung geleistet habe.

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