Fast 100-prozentige Belegung in St. Georg

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 Im nächsten Jahr werden im Pflegeheim St. Georg in Ertingen notwendige Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt.
Im nächsten Jahr werden im Pflegeheim St. Georg in Ertingen notwendige Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. (Foto: Wolfgang Lutz)
Wolfgang Lutz

Nach wie vor genießt das Ertinger Pflegeheim St. Georg einen guten Ruf, was sich nicht zuletzt auch durch eine fast 100-prozentige Belegung ausdrückt. Doch dafür wird in diesem Haus einiges getan, was aus dem Jahresabschluss für das Jahr 2017 von Heimleiter Stefan Bühler in der letzten Gemeinderatssitzung zu entnehmen war. Die Arbeit des ganzen Teams in St. Georg wusste auch der Gemeinderat zu schätzen, und Bürgermeister Jürgen Köhler sprach allen Mitarbeitern der gemeindeeigenen Pflegeeinrichtung den Dank für ihre Arbeit aus.

Der Jahresabschluss für das Wirtschaftsjahr 2017 weist beim Seniorenzentrum St. Georg eine Bilanzsumme von 3,67 Millionen Euro aus. Den Erträgen von 2,86 Millionen Euro stehen Aufwendungen von 2,85 Millionen Euro gegenüber. Somit endet das Wirtschaftsjahr 2017 mit einem Überschuss von 7416 Euro. Trotz dieses laut Heimleiter Stefan Bühler „bescheidenen Gewinns“ (2016: 160 000 Euro) könne man von einem erfolgreichen Jahr 2017 sprechen.

Positiv dabei, dass man eine 100-prozentige Personalausstattung mit einem Fachkräfteanteil von über 50 Prozent vorweisen könne. Dazu komme eine gleichbleibend gute Belegungssituation, bei der aber eine spürbare Veränderung bei der Pflegegradverteilung festzustellen sei, deren finanziellen Auswirkungen aber zu verkraften waren. Ein wichtiger Faktor immer auch die Pflegesatzverhandlungen, so Bühler. Mit einem durchschnittlichen Plus von 7,51 Prozent könne man durchaus zufrieden sein. Auch wurde wieder einiges im Heim investiert, um die Pflege und auch den Aufenthalt für die Bewohner des Hauses zu erleichtern.

Mehrkosten im Personalbereich

Stefan Bühler stellte die wichtigsten Veränderungen gegenüber dem Jahr 2016 dar, die sich auf die Gesamtbilanz niederschlugen. Dazu gehört die Tarifsteigerng und eine neue Entgeltordnung für Führungskräfte. Weiter beeinflußt die Bildung neuer Rückstellungen für Überstunden und Urlaub die Bilanz, was auf noch nie dagewesene Ausfälle durch Krankheit beim Personal zurückzuführen ist. Somit entstanden im Personalbereich Mehrkosten gegenüber dem Vorjahr von 187 000 Euro. Trotzdem stehen wieder flüssige Mittel für weitere Investitionen zur Verfügung und auch die höheren Erlöse (plus 101 000 Euro) aus Pflegeleistungen wirken sich positiv aus.

In der Gemeinderatssitzung wurden dann auch Instandhaltungsmaßnahmen beim Ertinger Pflegeheim St. Georg in Höhe von rund 225 000 Euro beschlossen. Nicht mehr auf dem neuesten Stand und in die Jahre gekommen ist die Schwesternrufanlage, so dass die Software- und Hardwaresteuerung aus Sicherheitsgründen dringend umgestellt werden muss. Danach soll auch die PC-Steuerungsanlage und die Funkverteileranlage im Technikerraum erneuert werden, um mit der neuen Software der Rufanlage kompatibel zu sein. Für die erforderliche Hard- und Softwareumstellung wird die Firma Tetronic aus Taunusstein beauftragt, deren Angebot auf 22 000 Euro lautete.

Der größte Brocken der Instandhaltungsmaßnahmen im Pflegeheim fällt auf die Erneuerung der Heizungssteuerung sowie den Umbau der Heizungsverteilung. Die Anlage selbst ist mehr als veraltet und daher fehleranfällig, was oft zur Folge hat, dass manuell nachgesteuert werden muss. Auch bestehe laut Verwaltung die Gefahr, dass die Anlage eines Tages ganz ausfällt und daher manuell gesteuert werden müsse. Im Sommer wurde daher bereits das Ingenieurbüro Hankiewitz beauftragt, eine Kostenschätzung für diese Maßnahme zu erstellen, die sich laut Planer auf 126 400 Euro beläuft. Der Gemeinderat betraute das Büro Hankiewitz mit den erforderlichen Planungsleistungen sowie der beschränkten Ausschreibung des Bauvorhabens.

Im Rahmen der Landesheimbauverordnung wird gefordert, dass beim Pflegeheim St. Georg bis September 2019 der Speisesaal und die Küche in der Wohngruppe im Erdgeschoss nach den neuen Maßgaben der Verordnung umzubauen. Neben den baulichen Änderungen heißt dies auch, dass eine neue, bewohnergerechte Küche eingebaut werden muss. Dafür sind Kosten in Höhe von etwa 30 000 Euro einzuplanen und für die Umbauarbeiten selbst sind nochmals 25 000 Euro mit einzurechnen. Mit den Planungsleistungen wurde das örtliche Architekturbüro Schirmer und Partner beauftragt, die Verwaltung wurde ermächtigt, die Bau- und Lieferleistungen aus zu schreiben und dann auch zu vergeben.

Im Zuge der Glasfaserverlegung im Ort führt eine Trasse am Rathaus vorbei bis zum Pflegeheim St. Georg. Daraus ergibt sich nun die Möglichkeit einer Mitverlegung eines Leerrohrverbandes einschließlich Glasfaserkabel. Dadurch wird eine direkte Datenübertagung per Glasfaserkabel vom Server im Rathaus ins Pflegeheim möglich. Die Kosten für die Kabelmitverlegung betragen 22 000 Euro und werden hälftig von der Gemeinde und dem Pflegeheim getragen. Somit ergeben sich zusätzlich neben den laufenden Instandhaltungskosten im nächsten Jahr Investitionen im Seniorenzentrum in Höhe von rund 225 400 Euro, die vom Heim selber getragen werden.

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