Ertinger Rektor freut sich über Anerkennung als „Starke Schule“

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Machen sich für eine „Starke Schule“ stark (von links): Markus Geiselhart, Marc Metzner, Ute Herold, Gabriele Blender und Schüle
Machen sich für eine „Starke Schule“ stark (von links): Markus Geiselhart, Marc Metzner, Ute Herold, Gabriele Blender und Schüle (Foto: sz- Kerstin Schellhorn)
Kerstin Schellhorn

Die Michel-Buck-Gemeinschaftsschule Ertingen/Herbertingen ist die zweitbeste Schule in Baden-Württemberg, die zur Ausbildungreife führt. Das zumindest impliziert der zweite Preis, den die Schule beim Wettbewerb „Starke Schule“ auf Landesebene gewonnen hat (die SZ berichtete). Rektor Markus Geiselhart freut sich über die Anerkennung seiner Arbeit und der seines Teams. Dabei steht die Entwicklung der Persönlichkeit und der Kompetenzen jedes einzelnen Schülers im Mittelpunkt – auch im Hinblick auf die Berufswahl.

Bei der Verleihung der Landespreise im Neuen Schloss in Stuttgart habe man sich gefühlt wie bei der Siegerehrung nach einem sportlichen Wettkampf, erzählt Marc Metzner, Berrufseinstiegsbegleiter an der Michel-Buck-Gemeinschaftsschule. Schüler, Lehrer und Rektoren von insgesamt zehn Schulen warteten gespannt auf ihren Stühlen, während die Veranstalter nacheinander die Platzierungen verkündeten – angefangen bei Platz 10. „Ab Platz 3 wurde dann nicht gleich die Schule genannt, sondern zuerst eine Laudatio gehalten“, erklärt Geiselhart. „Als irgendetwas mit Weinheim gesagt wurde, habe ich schon durchgeschnauft, weil ich wusste, dass wir es nicht sind.“

„Kolossale Veränderungen“

Die Laudatio zu Platz 2 begann Peer-Michael Dick von der Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände mit den Worten: „Sie kennen ja das Fach GPS.“ Da war dem Rektor klar, dass die Michel-Buck-Schule den zweiten Platz belegt hatte – einen Platz höher als im Jahr 2011. Damals hatte die Schule das erste Mal am Wettbewerb teilgenommen. „Die Spannung ist immer mehr gestiegen“, erinnert sich Alexandra Hergert. Die Achtklässlerin hatte in der Schülerband gesungen, die mit einem von Ertinger und Herbertinger Schülern komponierten Song die Michel-Buck-Schule vorgestellt hatte. Als klar war, dass sie den zweiten Platz belegt hatte, habe sie sich gefreut, Teil der Schule zu sein.

GPS bedeutet „Gemeinsam Persönlichkeit stärken“ und ist ein Fach, das sich Geiselhart von einer Gemeinschaftsschule in Jena abgeschaut hat. Denn schon mit dem dritten Platz vor vier Jahren ist die Schule in ein bundesweites Netzwerk aufgenommen worden, in dem sich Schulleiter und Lehrer über wichtige Themen austauschen können. „Kolossale Veränderungen“ habe es seither an der Schule gegeben, sagt Geiselhart. Man habe unter anderem die Lernprozesse optimiert und die Elternarbeit ausgebaut.

Wie andere Gemeinschaftsschulen auch, setzt die Michel-Buck-Schule auf Lernpläne, die auf jeden Schüler und sein Leistungsniveau angepasst sind. „Ich denke, damit konnten wir bei der Jury punkten.“ Man habe aber auch gemerkt, dass der Berufsfindungsprozess ebenso individualisiert werden müsse, erklärt der Rektor. Deshalb gibt es mittlerweile eine Berufewerkstatt in der Schule, die von den Berufseinstiegsbegleitern Marc Metzner und Ute Herold betreut wird. Dort haben die Schüler den Raum und die Zeit, sich über ihre Zukunft Gedanken zu machen und gemeinsam mit Metzner und Herold ihre Stärken herauszufinden.

Die Teamfähigkeit innerhalb des Kollegiums sei dabei „ganz arg wichtig“, betont Konrektorin Gabriele Blender. Denn Unterricht, Lernen und Berufsfindung auf jedes Kind individuell zuzuschneiden, könne ein Kollege niemals alleine stemmen. Dass es an Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung an der Michel-Buck-Schule nicht mangelt, habe auch die Laudatio bei der Preisverleihung gezeigt, in der die Teamfähigkeit herausgestellt wurde.

Denkbar ist, dass die Juroren diesbezüglich vom „Speed-Dating“ beeinflusst worden waren, bei dem sie während ihres Besuchs in Ertingen mitmachen mussten.: In wenigen Minuten konnten sie sich nacheinander mit dem Rektor, mit Lehrern, Eltern und Schulsozialarbeitern unterhalten und Fragen stellen.

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