Ertingen investiert in Fernwärmenetz

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Gerald Mayer vor einem Blockheizkraftwerk, das mit der Abwärme für Fernwärme im Ertinger Netz sorgt.
Gerald Mayer vor einem Blockheizkraftwerk, das mit der Abwärme für Fernwärme im Ertinger Netz sorgt. (Foto: Wolfgang Lutz)
Schwäbische Zeitung
Wolfgang Lutz

Im vergangenen Jahr und vor allem an einem Wochenende im vergangenen Monat sorgten deutliche Minusgrade unter anderem dafür, dass ein Engpass in der Ertinger Fernwärmeversorgung entstand. Das heißt, dass manche Betriebe und Stellen kurzzeitig nicht mehr mit ausreichend Wärme und vor allem nicht mehr mit genügender Durchflussmenge versorgt werden konnten. Dr. Georg Berndt vom gleichnamigen Ingenieurbüro hatte diesen Umstand untersucht und dokumentiert. Dies führte schließlich nun zu verschiedenen Maßnahmen, die nun vom Gremium eingeleitet wurden.

„Die Situation ist die“, so Ortsbaumeister Manfred Fiderer, „dass im Bereich des Biohofes ausreichend Wärme zur Verfügung steht, diese aber aufgrund hydraulischer Situation und der mittlerweile zu geringen Pumpenleistung nicht wie erhofft ins Fernwärmenetz abgeleitet werden konnte“. Ursächlich dafür ist vor allem nur eine Leitung DN 125, die vom Biohof bis an das Baugebiet „Gruber“ an die Übergabestation führt. Dies ergaben auch die Berechnungen von Dr. Georg Berndt. Doch dieser Umstand war nicht erst jetzt bekannt, vielmehr war klar, dass nach dem Anschluss weiterer Firmen an das Fernwärmenetz und der in den letzten drei Jahren gestiegene Energiebedarf dieser Abschnitt inzwischen hydraulisch unterdimensioniert ist und mit nur einer Pumpe die erforderliche Durchflussmenge auf Dauer nicht mehr erreicht werden kann.

Vom Büro Berndt und von der Verwaltung wurden dem Gemeinderat nun verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen. Zum einen soll eine zweite Leitung DN 125 vom Biohof bis an die Übergabestation verlegt werden und dabei eine Aufteilung in Strang Süd und einen in Strang Nord vorgenommen werden. Hierfür soll die alte Pumpe den Strang Süd versorgen und eine neue, stärkere Pumpe für Nord die nötige Wassermenge liefern. Von der Verwaltung wurde zudem auch die Optimierung der Heizungs- und Warmwasseraufbereitungsanlage im Kindergarten „Fabeltier“ vorgeschlagen. Für die Durchführung dieser Maßnahmen entstehen der Gemeinde Kosten in Höhe von und 341 000 Euro.

Eine weitere Investition betrifft den Einbau eines zusätzlichen Pufferspeichers mit etwa 50 Kubikmeter. Diese Maßnahme mit Kosten von rund 50 000 Euro, wird die Bioenergie Ertingen übernehmen. Diese Anlage, die von fünf Landwirten betrieben wird, ist hauptsächlich an der Stromproduktion interessiert. Dies geschieht derzeit durch zwei Blockheizkraftwerke, so Gerald Mayer von der Betreibergesellschaft. Als Nebenprodukt ensteht hierbei Abwärme, die die Gemeinde Ertingen zum Heizen für sich selbst nutzt und an Anschlußnehmer weiter verkauft. Die Anlage Biohof ist Eigentum der fünf Betreiber, während die Gemeinde Ertingen Netzwerksbesitzer und -betreiber ist. Um für die nächste Heizperiode 2018/2019 gerüstet zu sein, stimmte der Gemeinderat für eine zeitnahe Ausschreibung der erforderlichen Bauarbeiten.

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