„Der schönste Moment ist die Idee“

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Schwäbische Zeitung
Simon Schwörer

Gespannt lauschten gestern rund 60 Kinder den Worten des Kinderbuchautors Boris Pfeiffer, der anlässlich des „Frederick Tags“ zu einer Lesung an die Michel-Buck-Schule in Ertingen gekommen war. Büchereileiterin Andrea Schwarzkopf sagte, die Gründe für den Frederick Tag seien es, „die Kinder zum Lesen zu motivieren“ und die „Fantasie anzuregen“. Getragen wurde das ganze durch das Budget der Gemeinde.

Die Bücherei der Michel-Buck-Schule hatte deshalb an diesem Tag ein weites Angebot an Aktionen. Zu diesem zählten unter anderem ein Bücherflohmarkt und ein Quiz, bei welchem Buchpreise gewonnen werden konnten. Kuchen wurde auch verkauft.

Die rund 60 Schüler der dritten und vierten Klasse lauschten alsbald gebannt den Worten des Autors. Der las Passagen aus „Diebe in der Nacht“ aus seiner Reihe „Unsichtbar und trotzdem da!“.

Im Gespräch über seine erfolgreiche Kinderbuchreihe: „Die drei ??? Kids“ erklärte Pfeiffer, dass diese Reihe in einem „Paralleluniversum“ der ursprünglichen Buchreihe „Die drei ???“ spielt. Dadurch spielt jene Reihe in der Vergangenheit, wobei die eigentliche „Vorgeschichte“ in der heutigen Zeit ansetzt. Die Idee zu dieser Buchreihe kam dadurch auf, dass Kinder großes Interesse an den drei ??? zeigten, in diesen jedoch zu viel Gewalt, auch mit Waffen vorkam und den Kindern zu gruselig sind.

Die Methode des Autors bestand bei der Lesung darin, die Zuhörer mit in seinen Vortrag einzubeziehen. Dies gelang dem Berlinstämmigen mit schierer Leichtigkeit. Der lichtdurchflutete Neubau war geradezu erfüllt mit Spannung über die Kinder-Krimigeschichte. Pfeiffer flocht zwischen den Leseabschnitten immer wieder Passagen ein, in denen er den weiteren Verlauf des Kapitels in wenigen Worten erzählte, um zu den nächsten Höhepunkten des Romans zu gelangen und dadurch die zur Verfügung stehende Zeit gut zu nutzen. Desweiteren schuf er Pausen, in denen das Mitdenken der Kinder gefordert war, wenn er beispielsweise die Schüler fragte, wie sie das folgende Rätsel lösen würden. Mit ihnen zusammen suchte er nach Lösungsansätzen für Sachverhalte im Text und erklärte auf humoristische Art und Weise schwierige Wörter, wie zum Beispiel „Kinderstube“. Durch diesen abwechslungsreichen Mix aus Lesen und Interaktion mit den Schülern, wurden diese nie unruhig, sondern wirkten konzentriert und gut involviert.

Durch seine witzige Leseweise und seinen teils humoristischen Schreibstil brachte er die Kinder und auch die anwesenden Erwachsenen immer wieder zum Lachen. Der Autor wirkte durchgehend sehr ausdrucksstark und gelassen, was ihn den Grundschülern sehr sympathisch machte.

Am Ende seines Vortrags stellte sich Boris Pfeiffer den Fragen der Kinder, bei denen er, auch auf privates, durchweg sehr ehrlich und spontan war. Antworten seinerseits waren unter anderem „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ auf die Frage nach seinem Lieblingsbuch und, dass er italienisch spreche.

Zur Frage was er am Besten an seinen Büchern fände, sagte Pfeiffer: „Der schönste Moment ist die Idee“.

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