Bedarf an Ganztagesbetreuung steigt

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 Voll belegt ist weiterhin die Kinderkrippe „Pusteblume“, so dass eine weitere Ganztagsbetreuung für Kinder unter drei Jahren ge
Voll belegt ist weiterhin die Kinderkrippe „Pusteblume“, so dass eine weitere Ganztagsbetreuung für Kinder unter drei Jahren geschaffen werden soll. (Foto: Wolfgang Lutz)
Wolfgang Lutz

Aus der Bedarfsplanung der Kinder- und Jugendhilfe für das Jahr 2019/2020, den Koordinationsleiterin Claudia Arton dem Ertinger Gemeinderat vorlegte, war zu ersehen, dass immer mehr Kinder unter drei Jahren einen Betreuungsplatz benötigen. Im Kindergartenbereich steigt der Bedarf bei der Ganztagesbetreuung an und auch die Sprachförderung im Zuge der Integration stellt an das Personal große Herausforderungen. Trotz der leicht rückgängigen Kinderzahl ist daher der Betreuungsbedarf gestiegen. Dem trug der Gemeinderat Rechnung, was räumliche als auch personelle Auswirkungen zur Folge hat.

Voll belegt ist die Kinderkrippe „Pusteblume“, wo eine Ganz- oder Halbtagsbetreuung angeboten wird. 20 Kinder unter drei Jahren sind hier untergebracht und nach der ersten Prognose wird die Auslastung Anfang kommenden Jahres die Höchstbelegungsmöglichkeit überschritten. Hier greifen dann die Platzvergabekriterien, die die Gemeinde im vergangenen Jahr beschlossen hat. Auch die seit vergangenem Jahr eingerichtete betreute Spielgruppe für Kinder unter drei Jahren im daneben liegenden Kindergarten „Pestalozzi“ wird weiterhin benötigt, da schon wieder ausreichend Anmeldungen vorliegen.

Für Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt stehen in der Gemeinde sieben Kindergartengruppen zur Verfügung. 170 Kinder besuchen dabei die Einrichtungen mit einem vielfältigen Platzangebot und im Kindergarten „Fabeltier“ in Ertingen stehen auch 30 Ganztagesplätze zur Verfügung. Der steigenden Nachfrage nach weiterer Ganztagesbetreuung, so Claudia Arton, soll im Kindergarten „Pestalozzi“ Rechnung getragen werden. Ohne große räumlichen und baulichen Veränderungen wäre dies hier nach ihrer Meinung machbar. „Im ,Fabeltier’ geht gar nichts mehr, er ist total voll“, so die Koordinationsleiterin. „Es werden sicher keine große Aufwendungen notwendig sein, ich sehe eher ein Problem in der Personalbeschaffung.“ So werden in dieser Einrichtung weiterhin zwei Sprachfördergruppen geführt und die Verwaltung wird sich um die Betriebserlaubnis für eine Ganztagesbetreuung und entsprechendes Personal kümmern.

In drei Gruppen kann der Kindergarten „Fabeltier“ in Ertingen bis zu 75 Kinder aufnehmen. Hier zeigt sich, dass die 20 angebotenen Ganztages-Plätze nicht mehr ausreichen und so eine weitere Ganztagesbetreuung im Haus „Pestalozzi“ gerechtfertigt ist. Bei den dann 40 angebotenen Ganztages-Betreuungsplätzen wird jetzt schon eine 95-prozentige Auslastung für das kommende Schuljahr prognostiziert. Wie jetzt schon fester Bestandteil, werden auch weiterhin zwei Sprachfördergruppen für die Kinder im „Fabeltier“ angeboten. „Nicht nur für Kinder mit Migrationshintergrund“, betont Claudia Arton. Vielmehr wolle man alle Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung fördern. In der „Villa Kunterbunt“ in Binzwangen wird die Höchstbelegung mit 34 Kindern überschritten. Hier soll eine zusätzliche Kleingruppe eingerichtet werden, in der weitere zwölf Kinder aufgenommen werden können. Auch hier wird die Gemeinde sich um die notwendige Betriebserlaubnis kümmern, wodurch sich auch der Personalschlüssel um 1,2 Stellen erhöhen wird. Beibehalten wird für ein weiteres Jahr die alltagsintegrierte Sprachförderung. Keine Veränderungen stehen im Kindergarten „Dorfwichtel“ in Erisdorf an. Im Jahr 2019/2020 werden 14 Kinder die Einrichtungen nach jetzigem Stand besuchen.

Schichtdienst im Gespräch

Wohlfühlen – das sollen sich nach Claudia Arton die Kinder, die die Einrichtungen in Ertingen besuchen. Dazu werde man die Betreuungsformen ständig anpassen und dabei seien Umstrukturierungen erforderlich. So werde sicher ein zeitversetztes Arbeiten, also Schichtdienst, kein Fremdwort in Zukunft sein. Ganz besonders müsse man die Ganztagesbetreuung im Auge behalten, so Arrton. „Dies alles erfordert von den Fachkräften täglich aufs Neue eine große Portion Energie.“ „Von uns aus und auch stellvertretend für alle Eltern können wir Ihnen und dem ganzen Personal nur Dank und Anerkennung aussprechen“, lobte Bürgermeister Jürgen Köhler das ganze Kindergartenteam.

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